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Sassenburg Sassenburger Politiker distanzieren sich von BIG-Kritik
Gifhorn Sassenburg Sassenburger Politiker distanzieren sich von BIG-Kritik
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16:39 30.10.2019
Mahnmal fürs Miteinander: Westerbecks Maibaum konnte nicht abgebaut werden, weil BIG-Ratsherr Andreas Kautzsch die Landwirte verärgert hat – jetzt distanzieren sich andere Politiker von seiner Aussage. Quelle: Ron Niebuhr
Westerbeck

Das auf der Internetseite der BIG Sassenburg veröffentlichte Statement zur Landwirtschaft hat die Westerbecker Landwirte dazu veranlasst,ihre Unterstützung für den Ortsrat vorläufig einzustellen. Jetzt haben sich auch die beiden großen Fraktionen im Sassenburger Gemeinderat – CDU und SPD – vom Inhalt des BIG-Textes distanziert. Und sie fordern Konsequenzen.

Jetzt hängt der Haussegen schief

Nachdem auf der BIG-Homepage ein Statement aufgetaucht war, in dem Fraktionsvorsitzender Andreas Kautzsch die heimischen Landwirte massiv kritisiert, hängt der Haussegen in der Sassenburg schief. Die Westerbecker Landwirte liefen am Freitag vergangener Woche nur am Maibaum auf, um dem Ortsrat mitzuteilen, dass sie nicht beim Abbau helfen würden wie sonst üblich. Und bevor sie überhaupt noch einmal einen Finger krumm machten, müsste sich Kautzsch in aller Form öffentlich entschuldigen. Denn der BIG-Mann ist nicht nur Mitglied im Gemeinderat, sondern auch im Westerbecker Ortsrat.

Sachliche Kritik ist in Ordnung

Die Landwirte stehen mit ihrer Forderung nach einer Entschuldigung nicht alleine da. „Kritik ist in Ordnung, wenn sie sachlich ist. Aber dieser Text geht nicht. Wir wollen als Ratsmitglieder klar stellen, das ist nicht unsere Meinung“, betonte der Neudorf-Platendorfer Helmut Hermann (CDU), der auch selbst Landwirt ist. Und: „Er könnte sich entschuldigen“, so seine Forderung. Beate Morgenstern-Ostlender (SPD), Ortsbürgermeisterin von Triangel, brachte gar das Wort „Mandatsniederlegung“ ins Spiel: „Die fordert er immer von Kollegen, die in seinen Augen einen Fehler gemacht haben. Es wäre schön, wenn er bei sich selbst die eigenen Maßstäbe auch ansetzen würde.“

Einigkeit bestand in der Krisenrunde von Morgenstern-Ostlender und Hermann sowie Rainer Knop (SPD), Horst Loos (SPD) und Gemeindebürgermeister Volker Arms, dass ein lokaler Politiker in dieser Form nicht einen ganzen Berufsstand pauschal angreifen dürfe. „Das ist ehrverletzend“, so Arms. Hermann führte Argumente ins Spiel, um die Kritik von Kautzsch an den Landwirten zu widerlegen. Und er will mit dem etwa einem halben Dutzend Landwirten in Neudorf-Platendorf abklären, wie sie sich verhalten wollen. Laut Loos, Ortsbürgermeister von Dannenbüttel, haben die Landwirte dort noch nicht reagiert, aber: „Die Bürger kommen zu mir und fragen, was da los ist. Das kann ich als Gemeinderatsvorsitzender so nicht stehen lassen.“

Wie geht es ohne Landwirte weiter?

Inzwischen seien laut Knop auch Kinder von Landwirten betroffen. „Ich bin angeschrieben worden, dass es im Zusammenhang mit dieser Geschichte in einer Grundschule Mobbing gibt.“ Er will gemeinsam mit den anderen Westerbecker Ortsratsmitgliedern das Gespräch mit den Landwirten suchen, denn: „Wir brauchen sie.“ Konkrete Überlegungen, wie der Ortsrat ohne Hilfe der Bauern Aktionen wie das Aufstellen des Weihnachtsbaumes im Ort stemmen könnte, gebe es aber noch nicht.

Andreas Kautzsch hat den Westerbecker Landwirten für den 5. November ein Gespräch angeboten, wie er auf AZ-Anfrage mitteilte. „Dann werde ich mich der Diskussion stellen.“

Von Thorsten Behrens

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