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Sassenburg Was für und was gegen die Erweiterung des Bürgerhauses in Stüde spricht
Gifhorn Sassenburg Was für und was gegen die Erweiterung des Bürgerhauses in Stüde spricht
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21:00 29.11.2019
Mehrheitlich empfohlen: Sassenburgs Bauausschuss sprach sich für die Sanierung und Erweiterung des Stüder Bürgerhauses aus. Quelle: Ron Niebuhr
Westerbeck

Soll man Stüdes Bürgerhaus erweitern und sanieren, wie es sich der Ortsrat wünscht? Oder soll der Gemeinderat dem Antrag von Andreas Kautzsch (BIG) folgen und alles so lassen, wie es ist? Der Bauausschuss gab am Donnerstagabend nach intensiver Diskussion seine Empfehlung ab.

Wie hoch ist die Förderung?

Eingangs hakte Jörg Heuer (SPD) nach, wie viel Fördermittel für das auf eine Million Euro geschätzte Projekt aus der Dorfentwicklung zu erwarten seien: 500 000 Euro wie im Haushalt angesetzt? Oder doch eher 730 000 Euro wie von Stüdes Ortsrat angenommen? Bauamtsleiter Jörg Wolpers erklärte, dass sich die Zuwendungskriterien im Förderprogramm des Landes geändert hätten. Demnach liege die Förderquote zwar nach wie vor bei 73 Prozent, der maximale Zuschuss sei aber pro Projekt auf 500 000 Euro gedeckelt worden.

Was noch alles dazu kommt

„Wenn wir das Gebäude anfassen, verlieren wir den Bestandsschutz“, sagte Wolpers. Sprich: Ein zeitgemäßes Brandschutzkonzept muss her. Das allein kostet schon gut 87 000 Euro. Aus Sicht der Verwaltung sollte man das Gebäude in Gänze sanieren, wenn man eh einen Anbau plant. Der ist an der Giebelseite des großen Veranstaltungssaales für 420 000 Euro vorgesehen. Die Sanierung des Flachdaches kostet rund 53 000 Euro. „Es hat seine Lebensdauer überschritten. Es wirft schon Blasen“, sagte Wolpers.

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Für Kautzsch kein Grund zum Handeln, es sei ja noch dicht. „Und einen Joghurt kann ich auch übers Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus essen“, sagte er. Wie sich das verhält, wenn ein Joghurt Blasen wirft, ließ der BIG-Ratsherr allerdings offen. Heuer (SPD) hegte aus anderen Gründen Zweifel am Projekt: Man schaffe eine „zentrale Sassenburger Kulturstätte“ in der Alten Schule in Neudorf-Platendorf. „Da muss doch jedem klar sein, dass die Dorfgemeinschaftshäuser ein paar Nummern kleiner ausfallen“, sah er ein erweitertes Bürgerhaus für Stüde als überdimensioniert an.

Ein Schildbürgerstreich

Für Peter Schillberg (SPD) käme es einem Schildbürgerstreich gleich, das Bürgerhaus mit Feuerwehrhaus und Schießkeller im Zuge einer Erweiterung nicht zu sanieren. Nach Ansicht von Hartmut Viering (AfD) kann die Alte Schule „auch gar nicht alles auffangen, was in Stüde an Veranstaltungen anfällt.“ Letztlich lehnte der Ausschuss Kautzsch’ Antrag, die Erweiterung und Sanierung des Bürgerhauses wegen der angespannten Haushaltslage zurück zu stellen, mehrheitlich ab. Man folgte stattdessen dem Vorschlag der Verwaltung, den zur Einhaltung von Fristen schon gestellten Förderantrag nachträglich abzusegnen und das Projekt weiterzuführen.

Nächtliche Beleuchtung in der Diskussion

Ausführlich diskutierten die Politiker, ob man die Straßenlaternen nachts durchgehend leuchten lassen soll. 2017 war beschlossen worden, sie für ein Jahr probehalber nicht mehr abzuschalten. Bürgervertreter Klaus-Uwe Gorny beantragte, die Laternen „für den Umweltschutz, zur Vermeidung von Lichtverschmutzung und aus Kostengründen“ zwischen 0 und 4 Uhr abzuschalten. Die AfD mag zwar den Klimawandel leugnen, dennoch erinnerte Viering die Runde daran, dass man nicht nur ein Bau- sondern auch ein Umweltausschuss sei. „Wir müssen dem gerecht werden“, sagte er.

Idee: Steuerung per Smartphone

Auch Heuer sah weder Bedarf noch Nutzen von nächtlicher Beleuchtung, fand den Ökoaspekt aber übertrieben, denn „der Strom wird eh produziert.“ Siegfried Wehmeier (CDU) wollte den Komfort für die Bürger bewahren: „Es wäre fatal, hier ein paar Euro sparen zu wollen.“ Kautzsch beantragte derweil, für Neudorf-Platendorf ein Konzept zur Smartphonesteuerung der Straßenbeleuchtung 2020 zu entwickeln und 2021 testweise umzusetzen. So könnten Bürger die Laternen bei Bedarf selbst einschalten. Das lehnte der Ausschuss mehrheitlich ab, ebenso eine Nachtabschaltung.

Von Ron Niebuhr

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