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Sassenburg Weshalb das Rathaus mit Verspätung orange wird
Gifhorn Sassenburg Weshalb das Rathaus mit Verspätung orange wird
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19:00 28.11.2019
Orange the World: Auch Mitarbeiter der Sassenburger Gemeindeverwaltung setzten ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Quelle: Ron Niebuhr
Westerbeck

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird weltweit am 25. November begangen. Dem Gedenk- und Aktionstag schloss sich auch die Sassenburger Gemeindeverwaltung an. Mitarbeiter trugen am Donnerstag auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten Elke Matthies als Zeichen ihrer Unterstützung ein orangefarbenes Kleidungsstück.

Warum die Sassenburg nachzieht

Kreisweit waren im Schulterschluss mit der weltweiten Bewegung Aktionen anlässlich des Gedenktages gelaufen. Die Sassenburger Verwaltung zog mit etwas Verspätung am Donnerstag nach. „Wir haben bewusst erst heute mitgemacht“, sagten Matthies und Gemeindebürgermeister Volker Arms. Denn am Montag, dem eigentlichen Gedenktag, war das Rathaus in Westerbeck für Publikum nur vier Stunden geöffnet, am gestrigen Donnerstag dagegen doppelt so lang. So erzielte man mit der Aktion deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Wie die Aktion entstand

Der Internationale Tag gegen Gewalt fußt auf den Mord an den Schwestern Mirabel. Die beiden Mitglieder der Revolutionsbewegung sind 1960 durch Militärs des damaligen Diktators Rafael Trujillo in der Dominikanischen Republik verschleppt und getötet worden. 1981 riefen Frauenrechtlerinnen aus Lateinamerika und der Karibik bei einem Treffen den Gedenktag aus. Seitdem stellen Menschenrechtler immer am 25. November Aktionen auf die Beine. Sie pochen auf Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen und weisen zugleich auf Verletzungen hin – durch sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung, Sextourismus und Zwangsprostitution, Beschneidung und Zwangsheirat. Oder auch durch häusliche Gewalt. 1999 haben die Vereinten Nationen den Gedenktag offiziell übernommen.

Erschreckende Zahlen

„Man sollte meinen, dass Gewalt gegen Frauen in einer zivilisierten Welt keinen Platz hat. Sie nimmt aber wohl sogar bei uns in Deutschland zu“, bedauerte Arms. Die Zahlen des Bundeskriminalamtes sprechen für sich. Demnach sind im vergangenen Jahr 122 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. Insgesamt wurden 114 000 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt, Bedrohung oder Nötigung durch ihre Partner oder Ex-Partner. Und das sind nur die bekannt gewordenen Fälle, von denen leider allzu oft kaum jemand Notiz nimmt bei all den Gräueltaten, die Tag für Tag weltweit verübt werden. Dabei sollte eigentlich auch hierzulande allen klar sein, was Matthies noch einmal unterstrich: „Jeder Mensch hat das Recht auf ein gewaltfreies Leben.“ Sie rief dazu auf, hinzuschauen und nicht wegzuschauen.

Infos und Schals

Ein Stand im Foyer des Rathauses informierte über das gegen Gewalt an Frauen und für die Wahrung von Menschenrechten gegenüber Frauen gerichtete Bündnis Zonta Says No. Um ihre Solidarität mit den Ideen der Bewegung zu signalisieren, trugen Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung ein orangefarbenes Kleidungsstück. „Die Aktion findet natürlich auf freiwilliger Basis statt“, sagte Arms. Der Bürgermeister freute sich aber, dass die Gleichstellungsbeauftragte mit ihrer Aktion viel Zuspruch fand – überwiegend von Frauen, die bevorzugt Schal oder Halstuch in der markanten Farbe getreu des Mottos „Orange the World!“ (Färbe die Welt orange!“) wählten. Aber auch einige Männer machten mit – und zwar keineswegs nur die Mitarbeiter des Bauhofes, deren Arbeitskleidung ja eh orange ist.

Letztlich sei die Aktion zwar nur ein kleiner Beitrag, aber hoffentlich eine große Unterstützung. „Wir möchten betroffene Frauen und Mädchen ermutigen, Beratungsstellen aufzusuchen und Hilfe in Anspruch zu nehmen“, sagte Matthies.

Von Ron Niebuhr

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