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Sassenburg BIG will Erzieher mit Umzugsprämien locken
Gifhorn Sassenburg BIG will Erzieher mit Umzugsprämien locken
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14:21 28.09.2019
Notstand? Die BIG wollte Erzieher mit Umzugsprämien in Sassenburger Kitas locken. Der Gemeinderat lehnte das ab. Quelle: Ron Niebuhr
Sassenburg

Auf einen „Notstand“ in der Kinderbetreuung wies die BIG jetzt im Sassenburger Rat hin. Man sollte mit einer Umzugsprämie für Erzieher, die in der Gemeinde anheuern, gegensteuern. Zudem forderte die BIG, die Hauptsatzung der Gemeinde hinsichtlich der Ortsräte zu ändern. Beide Anträge fanden im Rat keine Mehrheit.

Das Personal fehlt

„50 Kinder in der Gemeinde bekommen keinen Betreuungsplatz“, sagte Claudia Böer (BIG). Ursache seien nicht fehlende Räume, sondern Personalmangel.Es sei nötig, sich Gedanken zu machen, „wie wir die Arbeitsplätze attraktiver machen“, sagte Böer. Sie schlug eine Umzugskostenbeihilfe in Höhe von 3000 Euro für alle Erzieher und Sozialassistenten vor, die eine unbefristete Stelle in einer Sassenburger Kinderbetreuungseinrichtung antreten und ihren Wohnsitz in die Gemeinde verlegen.

Sache der Träger

Das klinge „vordergründig toll“, sagte Angela Heider (SPD). Aber derartige Maßnahmen seien Sache der Träger von Kitas und Krippen, sprich: der Kirche und der Awo. Unabhängig davon sei es unwahrscheinlich, dass man mit einer Umzugsprämie „Fachkräfte herbeizaubert, die es am Arbeitsmarkt einfach nicht gibt“, sagte Heider. Und Thomas Klopsch (SPD) fügte hinzu, dass Awo und Kirche ausdrücklich davon abgeraten hätten, solche Schritte zur Personalgewinnung zu ergreifen. „So wirbt nur eine Kommune der anderen das Personal ab. Das Problem löst man damit nicht“, erklärte er.

Prämienwettstreit zu befürchten

Das sah Fachbereichsleiter Dirk Behrens genauso: „Wo soll das hinführen? Wir bieten 3000 Euro, dann bietet Isenbüttel 5000 und Gifhorn 7000!“, warnte er davor, einen Prämienwettstreit anzuzetteln. Jeder Anreiz, den eine Kommune biete, provoziere nur einen Gegenanreiz einer anderen Kommune. Abgesehen davon seien viele Prämien tarifrechtlich fragwürdig. Vorstellbar sei zumindest, dass sich mehrere Hortkinder einen Platz teilen. Das Sharing-Modell funktioniere in Kitas allerdings nicht: „Der Aufwand ist zu groß“, sagte Behrens. Die Erzieherinnen müssten sich dann unterm Strich um 26, 27 oder gar 28 Kinder kümmern. Derzeit sind es 25 Kinder pro Gruppe.

Eltern sind frustriert

Mehrere Zuhörerinnen fühlten sich von Rat und Verwaltung mit dem Problem fehlender Betreuungsplätze allein gelassen. Sie hätten ihrerseits „viele Ideen“ vorgestellt, die aber allesamt abgelehnt worden oder unbeantwortet geblieben seien. „Wir sind seit fünf Jahren am Thema dran, wir geben es auf“, sagten sie. Nun sollten Rat und Verwaltung endlich mal Lösungen entwickeln. Ähnlich enttäuscht waren sie, dass vorm Grußendorfer Norma-Markt wohl keine Tempobegrenzung auf 30 Stundenkilometer machbar ist. Behrens erklärte, dass der Landkreis dafür zuständig sei. Er empfahl den Zuhörerinnen, dort in „möglichst großer Zahl“ für Tempo 30 zu kämpfen. Er gab allerdings auch zu bedenken, dass „Schilder allein erfahrungsgemäß nichts bringen. Und für Kontrollen fehlen die Möglichkeiten.“

Ausufernd mitdiskutiert

Die Sassenburger Hauptsatzung untersagt es Gemeinderatsmitgliedern, beratend an Ortsratssitzungen teilzunehmen. Das hat der Gemeinderat zu Beginn der Wahlperiode so beschlossen. Die BIG forderte, diese Änderung rückgängig zu machen, da sie die „allgemeine Arbeit der Ortsräte abwertet“. Helmut Herrmann (CDU) erklärte, dass „jeder der dort mitarbeiten möchte, für einen Ortsrat kandidieren kann.“ Auch Gemeinderatsmitglieder. Die hätten es allerdings ohne Ortsratsmandat zuletzt mit ihrer beratenden Funktion doch sehr übertrieben: „Sie haben ausufernd mitdiskutiert“, sagte er. Und sie hätten unerfahrenen Kollegen mitunter auch eingeflüstert, wie abzustimmen sei. Der BIG-Antrag wurde bei nur sechs Ja-Stimmen mehrheitlich abgelehnt.

Von Ron Niebuhr

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