Regionalgottesdienst in Westerbeck: "Schluss mit der Abgrenzung"
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Sassenburg „Schluss mit der Abgrenzung“
Gifhorn Sassenburg „Schluss mit der Abgrenzung“
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17:00 01.11.2019
Gemeinsamer Gottesdienst: Gläubige aus vier Kirchengemeinden versammelten sich am Reformationstag in Westerbeck. Quelle: Ron Niebuhr
Westerbeck

Einen gemeinsamen Gottesdienst feierten am Reformationstag vier Kirchengemeinden. Gläubige aus der Wesendorfer St. Johannis-, der Wahrenholzer St. Nicolai und Catharinen- sowie der Neudorf-Platendorfer Thomaskirche fanden sich dazu zusammen mit Einheimischen in der Westerbecker Kirche Zum Guten Hirten ein.

Die gemeinsamen Quellen des Glaubens

Nach Jahrhunderten der Trennung besinnen sich die römisch-katholische und die evangelisch-lutherische Kirche wieder auf die Gemeinsamkeiten, allen voran auf die Quellen ihres Glaubens: Jesus und die Bibel. „Wir fragen uns nicht mehr, was wir den anderen voraus haben“, sagte Dr. Hans-Günther Waubke. Westerbecks Pastor gestaltete den Gottesdienst gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus den übrigen Kirchengemeinden – Sandra Schulz aus Neudorf-Platendorf, Lars-Uwe Kremer aus Wahrenholz sowie Nina und Moritz Junghans aus Wesendorf.

„Es sind Besucher aus allen vier Kirchengemeinden und ihren vielen Orten hier“, freuten sich die Pastoren. „Seien Sie willkommen in der Ökumene!“, rief Waubke ihnen zu. In seiner Predigt reflektierte er den Stellenwert des Glaubensbekenntnisses. „Es wird oft als fester Akt empfunden. Ganz so wie das Zahlen der Kirchensteuer“, sagte er. Damit werde man ihm allerdings nicht gerecht. Es gehe vielmehr darum, die Liebe zu Gott mit aller Kraft zum Ausdruck zu bringen, und nicht zu vergessen, dass er für die Menschen da ist. Den Juden falle das leichter, „wir Christen haben irgendwie ein wenig verlernt, welche Musik dem Glaubensbekenntnis innewohnt“, sagte er. Nämlich die „himmlische Musik“ von Glaube, Liebe und Hoffnung.

„Manchen Schützengraben füllen wir heute noch auf“

Über Jahrhunderte hinweg pflegte die evangelische Kirche die Abgrenzung vom Judentum und vom Römischen Katholizismus. „Und nebenbei auch von den Reformierten, den Täufern und vielen, vielen anderen“, sagte Waubke. Vieles habe sich im Lauf der Zeit erledigt, aber „manchen Schützengraben von damals füllen wir heute noch auf.“ Menschen sehnen sich nach Klarheit im Leben, brauchen unerschütterbare Grundpfeiler, auf die sie bauen, auf die sich sich verlassen können. Einer davon ist der Glaube zu Gott und an seine Treue zu den Menschen.

Dafür müsse die Kirche eintreten, andernfalls sei sie unglaubwürdig, betonte Waubke. Und das nehme man ihr genauso übel wie Politikern, dass sie nicht zu ihrer Überzeugung stehen. Die Toleranz gegenüber anderen Religionen darf allerdings nicht so weit führen, dass man für den eigenen Glauben nicht mehr eintritt. Denn „wer sich selbst und seinen Glauben nicht ernst nimmt, kann auch andere und ihren Glauben nicht ernst nehmen“, erklärte Waubke. Und genauso gilt: „Wer andere verachtet, verachtet auch immer einen Teil von sich selbst.“

Für musikalischen Genuss

Musikalisch bereicherte den Gottesdienst der Wahrenholzer Gospelchor. Pastor Kremer begleitete die Sängerinnen am Klavier. Und Martin Hartleben erfreute alle mit seinem Orgelspiel.

Von Ron Niebuhr

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