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Sassenburg Künstlerkarussell in der Sassenburg: Kultureller Dreierpack im Wechsel
Gifhorn Sassenburg Künstlerkarussell in der Sassenburg: Kultureller Dreierpack im Wechsel
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10:59 08.03.2020
Tolle Acts im fliegenden Wechsel: das Duo Versus. Quelle: Ron Niebuhr
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Sassenburg

Einen kulturellen Dreierpack erlebten die Besucher. An drei Spielorten in der Sassenburg gastierten abwechselnd drei Acts: Heinrich Doc Wolf, das Duo Versus und Pastor Peter Dobutowitsch mit Comedy. Das Künstlerkarussell drehte sich.

„Die Zeit drängt. Wir müssen pünktlich anfangen, damit wir die Acts auch in voller Länge genießen können", bat Friederike Wolff von der Sahl das Publikum in der Alten Schmiede seine Plätze einzunehmen. 30 Minuten waren pro Künstler veranschlagt, ehe sich das Karussell drehte und Sänger beziehungsweise Komiker einen neuen Spielort ansteuerten. Wolff von der Sahl freute sich, dass sich trotz des Corona-Virus wohl kaum jemand, der eines der begehrten Tickets ergattert hatte, den Abend entgehen ließ. „Keine Angst, wir haben Sagrotan und Einmalhandschuhe hier“, sagte sie. Die Sorge vor Ansteckung mit dem Virus könne man übrigens auch für sich nutzen: „Wenn es Ihnen zu eng wird, einfach mal kräftig husten“, scherzte sie.

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Auftakt mit zwei Damen

Moderator Peter Chavier hieß den ersten Act willkommen: Versus. „Wir haben das große Glück, mit zwei Damen zu beginnen“, verwies er auf das aus Sängerin Maike Max-Blumhoff und Pianistin Elena Delliponti bestehende Duo. Blumhoff beeindruckte im Vortrag von Coversongs unterschiedlicher Genres mit ihrer wandelbaren Stimme, Delliponti mit souveränem Tastenspiel. Das Publikum applaudierte kräftig und war bestens eingestimmt auf die kommenden Künstler: Pastor Dobutowitsch und Heinrich Doc Wolf.

Pastor gerät ins Sinnieren

Der Pastor sinnierte unter anderem darüber, was liebenswerte Menschen ausmacht. Mancher halte sich ja für liebenswert, „aber hören Sie sich eigentlich mal beim Autofahren zu?“, fragte er. Wohl nicht wenige fühlten sich ertappt als er Flüche wie „nun fahr' doch, du Ochse!“ oder „Der Idiot überholt in der Kurve!“ zum Besten gab. Weiter zu unterschiedlichen Flirttypen wie dem medizinischen („Du bist so süß, dass ich Diabetes bekomme“) oder dem Gigolo („Hey Babe, ich fänd's schön, wenn du sexy wärst“ - „Und ich fänd's sexy, wenn du schön wärst“).

Zu im Stakkato aufgeworfenen Fragen lieferte der Pastor stets selbst die Antwort: Wie vermehren sich Mönche und Nonnen? „Durch Zellteilung“. Wie nennt man einen kleiner Türsteher? „Sicherheitshalber.“ Und wie bezeichnet man Sex mit Gegenständen? „Dingsbums.“ Offen ließ er dagegen, ob „ein Vegetarier Schmetterlinge im Bauch haben darf“ und ob „das Gegenteil vom Lachsack eine Weinflasche ist.“

Bildergalerie vom Künstlerkarussell:

Künstlerkarussell dreht sich

Lustiges von Beerdigungen

Unvergessen ist für den nach 40 Berufsjahren in den Ruhestand gegangenen Pastor, welches Lied sich eine Witwe zur Beerdigung ihres Mannes wünschte: Freddy Quinns „Junge, komm' bald wieder“. Ein anderes Mal, war ein Besucher so angetan von der Trauerfeier, dass er zum Pastor sagte: „Von dir möchte ich mich auch beerdigen lassen.“ Woraufhin Dobutowitsch erwiderte: „Okay, lass uns einen Termin machen.“ Wer den Pastor beim Künstlerkarussell verpasst hat, sollte sich den 24. April, vormerken. Da tritt er ab 15 Uhr beim Wanderkaffee im Landhaus auf.

Heinrich Doc Wolf singt Johnny Cash

Fehlte nur noch einer im Bunde: Heinrich Doc Wolf. Neudorf-Platendorfs wohl größter Fan von Johnny Cash trug Lieder der 2003 gestorbenen US-Country-Legende vor, aber auch selbst getextete und komponierte Stücke. Und zwar bewusst „ohne Effekte auf dem Mikro, aber mit voller Lautstärke, denn ihr sollt mich Atmen hören“, hauchte er dem Publikum entgegen. Das durfte sich über Klassiker wie „Ghost Riders in the Sky“ freuen, das von Doc Wolf ins Deutsche übertragene „I Won't Back Down“ oder auch sein Eigengewächs „Gimme Five, Johnny Cash“, das ihm einfiel, als er „in Pantoffeln in Peters Sportkneipe saß.“

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Von Ron Niebuhr