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Sassenburg Dieses Hotel erzeugt die meiste benötigte Energie selbst
Gifhorn Sassenburg Dieses Hotel erzeugt die meiste benötigte Energie selbst
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07:42 12.07.2019
Innovatives System: Holger Junk (2.v.r.) erklärte Tobias Heilmann, Volker Arms (r.) und Rainer Knop (l.), wie Strom und Wärme selbst erzeugt werden. Quelle: Ron Niebuhr
Stüde

Innovative Wege geht der Bernsteinsee in der Energieversorgung. Fürs bestehende Hotel und nach Fertigstellung auch für die noch im Bau befindliche Erweiterung setzt man auf ein hochmodernes System. Holger Junk stellte es Tobias Heilmann, Volker Arms und Rainer Knop vor.

Der Hotel-Geschäftsführer führte den SPD-Landtagsabgeordneten, den Sassenburger Gemeindebürgermeister und den stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Ratsfraktion über die Baustelle. Dort entstehen derzeit zusätzliche Hotelzimmer und Appartments, um der wachsenden Nachfrage vor allem im Bereich von Busreisen, Familienfeiern und Seminaren gerecht zu werden, ohne dabei die Stammgäste zu vernachlässigen.

„Unser Wunsch ist, alle Hotelgebäude vom öffentlichen Versorgungsnetz abzukappen“, sagte Junk. Sie sollen – abgesehen von den meist sehr heizintensiven und zugleich sonnenschwachen Wintermonaten – komplett autark mit Wärme und Strom versorgt werden. Erreichen wolle man das mit einem brandneuen System aus Blockheizkraftwerk, Photovoltaik- sowie Power-to-Gas-Anlage. Noch werde konventionell geheizt, sagte Junk.

So funktioniert das System

Sobald das System der Rostocker Firma Exytron startet, nutzt man Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung. „Alles, was nicht direkt verbraucht wird, geht in unser Kraftwerk“, sagte Junk. Dort nutzt man den Strom, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten. Der Sauerstoff wird in Erdtanks gespeichert, der Wasserstoff mit Kohlendioxid zu Methan veredelt. Zusammen mit dem gespeicherten Sauerstoff kann das Methan bei Bedarf im Blockheizkraftwerk verbrannt werden. „Dabei werden keine Stickoxide ausgestoßen“, betonte Junk. Sondern nur Kohlendioxid und Wasserstoff. Das Kohlendioxid fange man für weitere Veredelungsprozesse auf.

Das System läuft zur Höchstform auf, wenn die Sonne besonders viel scheint, sprich im Sommer. „Das ist für uns ideal“, sagte Junk. Denn im Sommer strömen am meisten Besucher an den See, und der Energiebedarf ist folglich am größten. Der Hotel-Geschäftsführer rechnet mit einer Stickoxid-Reduktion um 85 Prozent. 100 Prozent seien nicht machbar, da man im Winter Energie aus dem öffentlichen Netz hinzu kaufen müsse, sagte er.

Dank der Fördermittel lohnt sich die Innovation

Das äußerst innovative System sei noch nicht serienreif – und deshalb vergleichsweise kostspielig: „Es kostet uns etwa zehn Mal so viel wie eine herkömmliche Anlage“, sagte Junk. Dennoch sei es – allerdings nur dank einer Fördermittelquote von 60 Prozent – für den Bernsteinsee rentabel. Und es soll keineswegs das letzte Projekt in Sachen Energieeinsparung gewesen sein. So sei vorstellbar, die Fahrzeuge des Housekeepings von Verbrennungs- auf Elektromotoren umzustellen. Das hätte den „netten Nebeneffekt“, dass man als Zwischenspeicher für Strom aus Photovoltaik die Akkus der E-Autos nutzen könnte: „Die fahren hier ja nur kurze Strecken und müssen dafür nie voll geladen sein, sagte Junk. Heilmann, Arms und Knop waren beeindruckt, wie zukunftsgerichtet man am Bernsteinsee denkt.

Von Ron Niebuhr

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