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Sassenburg Wo stand die Sassenburg? Archäologen gehen auf Spurensuche
Gifhorn Sassenburg Wo stand die Sassenburg? Archäologen gehen auf Spurensuche
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20:13 17.11.2019
Auf Spurensuche: Das Umfeld des vermuteten Standortes der einstigen Sassenburg erkundeten Archäologen mit einem Magnetometer. Quelle: Ron Niebuhr
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Gifhorn/Sassenburg

Archäologen – gestandene Wissenschaftler sowie Studentinnen – gingen am Freitag und Samstag am vermuteten Standort der einstigen Sassenburg auf Spurensuche. Zum Einsatz kam dabei hochmoderne Technik zur Bodenanalyse: ein Magnetometer.

Die Gemeinde Sassenburg hat ihren Namen von einer waschechten Burg, auch wenn die streng genommen wohl auf Gifhorner Gebiet gestanden hat. Zumindest vermuten Archäologen ihre Überreste in einem Wäldchen und ringsherum südlich der parallel zur B 188 verlaufenden Aller auf Höhe der Abzweigung nach Westerbeck. Die Theorie fußt auf Ergebnissen des Burgenforschers Carl Schuchhardt, die er 1916 in seinem Atlas über vorgeschichtliche Stätten in Niedersachsen veröffentlicht hat.

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Wissenschaftler aus Leipzig und Kiel

„Er hat hier einen Ringwall ausgemacht. Damals war der wohl noch gut zu erkennen", sagte Dr. Ingo Eichfeld. Der beim Landkreis angestellte Archäologe ist auch für die Stadt Gifhorn tätig. Mit Wissenschaftskollegen aus den Universitäten Leipzig und Kiel, Uwe Kraus und Jens Schneeweiß, den Studentinnen Aniela Schuchardt und Inga Utkina aus Leipzig sowie Anna Bartrow aus Halle, schaute er sich nun den vermuteten Standort genau an. Oder besser gesagt dessen Umfeld. Denn durchs Wäldchen ließ sich das etwas sperrige Magnetometer, das irgendwie an einen überdimensionalen Kamm erinnert, nicht bugsieren.

Rund ums Wäldchen leistete das Magnetometer aber effiziente Dienste: „So eine Wiese können wir innerhalb eines Vormittages erfassen“, sagte Schneeweiß. Erfassen heißt den Boden scannen. Richtig tief. Und satellitengestützt. Das Magnetometer ermittelt Abweichungen im natürlichen Magnetismus. Es deckt so problemlos auf, wo mal gegraben wurde. Selbst wenn die Löcher später wieder zugeschüttet worden sind.

Schwarze und weiße Flecken

Schwarze Flecken auf den vom Magnetometer erstellten Bildern deuten auf Abweichungen hin – verborgene Strukturen womöglich, sehr wahrscheinlich aber auch bloß Findlinge. Und weiße Flecken lassen auf „irgend etwas Metallisches“ schließen, erklärte Eichfeld. Auch hier sollte man nicht zu euphorisch sein, handele es sich oft doch nur um „Zivilisationsmüll“, Schrauben eines Treckers zum Beispiel. Dennoch helfen die Daten dabei, Punkte zu finden, wo sich eine Grabung lohnen könnte.

Das von Schneeweiß von der Uni Kiel mitgebrachte Magnetometer verfügt über hochpräzise GPS-Antennen. „Da kann kein Auto-Navi mithalten“, sagte Eichfeld. Zum Einsatz kam das wohl gut zehn Jahre alte und rund 100 000 Euro teure High-Tech-Gerät schon in ganz Europa, so Schneeweiß. „Pure Neugier“ befeuert durch ein auf Laserscandaten basierendes, hochdetalliertes Geländemodell und nicht zuletzt Eichfelds Empfehlung führten die Wissenschaftler nach Gifhorn.

Lehrgrabung im Sommer

Für die Studentinnen bot die Spurensuche mit dem Magnetometer im Naturschutzgebiet Allertal eine gute Chance, im Rahmen des Seminars „Burgen und Ringwälle zwischen Harz und Heide“ praktische Erfahrungen zu sammeln. Vertieft werden sollen die dort mit einer mehrwöchigen Lehrgrabung im kommenden Sommer.

Von Ron Niebuhr

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