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Sassenburg EU-Förderung verhindert Ambrosia-Vernichtung
Gifhorn Sassenburg EU-Förderung verhindert Ambrosia-Vernichtung
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00:17 07.05.2019
Hochallergen: Bei Westerbeck gibt es drei Flächen, auf denen Ambrosia im Herbst in Mengen blüht und Pollen verbreitet. Quelle: privat
Westerbeck

Im vergangenen Herbst standen sie in voller Blüte und schickten ihre hochallergenen Pollen in den Landkreis hinaus – die zahlreichen Ambrosia-Pflanzen, die auf drei Blühstreifen an der Landesstraße 289 bei Westerbeck stehen und wahrscheinlich aus Saatgutmischungen stammen. In diesem Jahr werden sich Allergiker allerdings noch einmal darauf einstellen müssen, dass von Juli bis Oktober wieder Pollen fliegen. Denn die Pflanzen stehen auf von der EU geförderten Blühstreifen. Und da sind sinnvolle Maßnahmen offenbar nicht umsetzbar.

Ambrosia-Pollen fliegen 200 Kilometer weit

Zwei der betroffenen Flächen, auf denen seit 2016 Ambrosia wachsen, liegen nahe der IGS Sassenburg, die dritte Fläche zwischen dem Torfplatz und dem Elbe-Seitenkanal. Die Bereiche meiden ist allerdings keine Lösung – denn die Pollen können vom Wind bis zu 200 Kilometer weit getragen werden. Eigentlich gibt es nur eine Lösung: Die Pflanzen müssen weg, und zwar mit möglichst allen Bestandteilen und über eine Restmüllentsorgung, damit die Samen nicht durch Biomüll oder Kompost wieder in den natürlichen Kreislauf gelangen.

EU-Förderung verhindert Gegenmaßnahmen

Doch diese Lösung ist laut Umweltamt des Landkreises Gifhorn eigentlich nicht umsetzbar. Denn: Bei den betroffenen Flächen handelt es sich um von der EU geförderte Blühstreifen auf Ackerland. Die Auflagen sind klar definiert und abgesteckt: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist untersagt. Problematisch ist dabei, dass bei den derzeitigen klimatischen Bedingungen die Ambrosia zur Samenreife gelangt und das Saatgut für viele Jahre im Boden verweilen kann. In Ausnahmefällen ist ein Pflegeschnitt zugelassen. Dieser darf jedoch den EU-Richtlinien zufolge eine Höhe von 20 Zentimetern nicht unterschreiten. Diese Maßnahme ist allerdings ungeeignet, da die Ambrosia eine Notblüte ausbilden kann. Um dies zu verhindern, müsste mehrmaliges Mähen im Jahr dicht über dem Erdboden erfolgen – doch das ist bei extra angelegten und geförderten Blühstreifen verboten. Bei einem Verstoß seitens des Landwirts können die finanziellen Sanktionen beträchtlich sein.

Erste Maßnahmen gegen Ambrosia-Verbreitung

Es ist jedoch möglich, den Standort der Blühstreifen zu variieren und auf den belasteten Flächen wieder Getreide anzubauen. Getreidearten haben gegenüber der Ambrosia eine höhere Konkurrenzkraft. Dies ist allerdings nur möglich, wenn entsprechende Flächen zur Verfügung stehen, heißt es dazu vom Umweltamt auf AZ-Anfrage. Und Teile der Flächen können flach umgepflügt werden. Das ist jetzt geschehen, um das langlebige Saatgut nicht tiefer in die Erdschichten einzubringen, wo es unbeschadet verweilen kann. Ob das ausreicht, damit die Pflanze sich nicht weiter ausbreitet, bleibt abzuwarten.

Keine weiteren Ambrosia-Flächen bekannt

Laut Umweltamt sind derzeit keine weiteren Flächen im Landkreis Gifhorn bekannt, auf denen Ambrosia wächst. Und die Westerbecker Flächen stehen im letzten Förderungsjahr. Für die nachfolgenden Jahre sind mit dem Landwirt und der Gemeinde geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung der Pflanzen zu erarbeiten, so das Umweltamt.

Richtige Entsorgung der Ambrosia ist wichtig

Die Ambrosia breitet sich immer weiter aus. Sie kann sich auch in Privatgärten ansiedeln. Für die Beseitigung der Pflanzen ist laut Umweltamt des Landkreises Gifhorn stets der Eigentümer verantwortlich. Garteneigentümer sollten sie mit Handschuhen und Mundschutz mitsamt der Wurzel herausreißen. Trägt sie bereits Blüten, sollte die Pflanze in einem Folienbeutel verpackt im Hausmüll entsorgt werden. Aufmerksame Bürger, die Ambrosiapflanzen in der freien Landschaft entdecken, sollten sich am besten an ihre zuständige Kommune wenden. Aufgrund ihrer doppelt gefiederten Blätter kann man Ambrosia allerdings leicht mit anderen Pflanzen verwechseln, vor allem ist der Gemeine Beifuß (Artemisia vulgaris) der Ambrosia sehr ähnlich. Im Zweifel sollte die Kommune auf jeden Fall informiert werden. Der Bund hat eine Meldestelle eingerichtet, die im Internet unter watson.julius-kuehn.de/Ambrosia erreichbar ist.

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