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Sassenburg Treffen der Sargträger: 80-Jähriger Kurt Lange hört nach 15 Jahren auf
Gifhorn Sassenburg Treffen der Sargträger: 80-Jähriger Kurt Lange hört nach 15 Jahren auf
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15:10 18.11.2019
Aus dem Ehrenamt verabschiedet: Volker Arms dankte Kurt Lange (r.) für 15-jähriges Mitwirken in der Runde der Sassenburger Sargträger. Quelle: Ron Niebuhr
Sassenburg

Ehrenamtliches Engagement hat vielen Facetten. In der Gemeinde Sassenburg zählen auch die Sargträger dazu. Auf sie ist stets Verlass. Bei Regen und Schnee genauso wie bei Sturm und Hitze. Einmal im Jahr bedankt sich die Gemeinde dafür mit einem gemeinsamen Essen – diesmal mit einem bayrischen Buffet im Dannenbütteler Schützenheim.

Vier Friedhöfe gibt es in der Gemeinde – drei kommunale und einen kirchlichen. „Wir haben insgesamt 32 Einladungen ausgesprochen“, sagte Horst Loos. Dannenbüttels Ortsbürgermeister freute sich, dass 26 Gäste sie angenommen hatten, darunter seine Amtskollegen Annette Merz (Westerbeck), André Bischoff (Stüde) und Peter Schillberg (Grußendorf) sowie Gemeindebürgermeister Volker Arms und Westerbecks Pastor Dr. Hans-Günther Waubke, aber auch Bestatter und selbstverständlich die derzeit zwölf Sargträger.

Kurt Lange hört auf

Einer von ihnen ist – noch bis zum Ende des Jahres – Kurt Lange. Der inzwischen 80-jährige Stüder legt sein Ehrenamt nieder. 2004 hat er es angetreten: „Da bin ich in Rente gegangen“, sagte er. Gearbeitet hat er seit 1969 für einen Bestatter in Hannover, ursprünglich gelernt hat er einen Handwerksberuf. „Ich habe mich damals einfach auf eine freie Stelle beworben“, erinnerte er sich. Er bekam den Job – und blieb 35 Jahre dabei. Weil er sich „fit genug“ fühlte, hat er als Rentner weiter gemacht – ehrenamtlich.

Warten bis zum Vater Unser

Das Tragen eines Sarges ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Würdevoll muss es ablaufen – mit bedächtigen Schritten. Eine Beisetzung ist ja kein Sprintwettbewerb. Beim Herablassen des Sarges ist Teamwork gefragt. Und auch hier gilt fürs Tempo: weniger ist mehr. „Runter und weg? Das geht gar nicht!“, betonte Lange. Man müsse Taktgefühl beweisen und Respekt zeigen – gegenüber dem Verstorbenen wie auch den Trauernden. Das heißt: „Auf jeden Fall stehen bleiben, bis das Vater Unser gesprochen ist“, erklärte er.

300 Bestattungen im Jahr

Als stellvertretender Trägerobmann war Lange mitunter auch für die Einteilung der Sargträger zuständig. Das war früher deutlich aufwendiger. Seit der Trend zur Urne geht, haben die Sargträger weniger zu tun. „Bei uns waren es diesem Jahr bisher vielleicht noch zehn Erdbestattungen“, sagte Svenja Rönneberg. Sie ist in der Gemeindeverwaltung fürs Friedhofswesen zuständig. Allerdings seien die Sassenburger Sargträger keineswegs nur in Westerbeck, Stüde, Grußendorf und Dannenbüttel im Einsatz. „Sie werden von Bestattern ringsum angefordert“, berichtete Rönneberg. Trotzdem sei das kein Vergleich zu seinem Berufsleben, sagte Lange. „Da hatte ich mit 300 Bestattungen im Jahr volle Lotte zu tun. In der Medizinischen Hochschule war ich schon Stammgast“, erinnerte er sich, wie oft er dort vorfuhr, um Verstorbene abzuholen. Gemeindebürgermeister Arms dankte den Sassenburger Sargträgern. Kurt Lange bekam zum Abschied einen Präsentkorb. Was für Lange ebenso wie für den Rest der Truppe galt, stellte Dannenbüttels Ortsbürgermeister Loos heraus: „Es macht einfach Spaß mit euch. Und es ist schön, dass wir uns mal ohne schwarzen Anzug sehen.“ Gemeinsam ließen sich alle Weißwurst, Haxn, Sauerkraut und Brezeln vom bayrischen Buffet schmecken, das Maren und Torsten Niebuhr auftischten.

Nachwuchs ist in der Runde der Sassenburger Sargträger übrigens gern gesehen. Wer Interesse am Ehrenamt hat, kann sich in der Verwaltung bei Svenja Rönneberg, Tel. (0 53 71) 6 88 34, melden. Pro Beerdigung wird eine kleine Aufwandsentschädigung gezahlt.

Von Ron Niebuhr

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