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Papenteich Unfall gab Anstoß: Darum sind Feldwege zur B 4 Einbahnstraßen
Gifhorn Papenteich Unfall gab Anstoß: Darum sind Feldwege zur B 4 Einbahnstraßen
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00:24 24.02.2019
Unfall des Anstoßes: Nach der Kollision eines Volvos mit dem Erixx müssen die Bahnübergänge der Feldwege an der B 4 bei Vordorf sicherer werden.
Unfall des Anstoßes: Nach der Kollision eines Volvos mit dem Erixx müssen die Bahnübergänge der Feldwege an der B 4 bei Vordorf sicherer werden. Quelle: Sebastian Preuß Archiv
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Vordorf

Abbiegen von der B 4 auf die beiden Feldwege als Verlängerungen von Kampstraße und Alter Stadtweg in Fahrtrichtung Osten geht nicht mehr: „Durchfahrt verboten“-Schilder machen die Feldwege zu Einbahnstraßen aus Richtung Abbesbüttel in Richtung B 4 und Vordorf. Sie könne den Ärger der Landwirte verstehen, die nun Umwege über Meine fahren müssten, um von Vordorf aus ihre Felder östlich der B 4 zu bestellen, sagt eine Bahnsprecherin. „Das machen wir nicht, um die Landwirte zu ärgern. Hier geht es um die Sicherheit.“

Darum sind die Übergänge gesperrt

Denn die Sperrung der Übergänge aus Richtung B 4 hat seinen Grund: Die Schienen und die B 4 verlaufen in diesem Bereich parallel zueinander, und im November hatte ein Volvo-Fahrer beim Abbiegen von der B 4 auf einen der Feldwege den von hinten kommenden Zug übersehen (AZ berichtete). „Dieser Unfall ist das beste Beispiel“, so die Bahnsprecherin. „Gott sei Dank gab es nur Blechschaden.“

Konsequenz aus dem Unfall war jetzt ein Vor-Ort-Termin an den Bahnübergängen, die lediglich mit Andreaskreuzen versehen sind. Dabei hätten Fachleute festgestellt, dass von der B 4 kommend die heran nahenden Züge nicht gesehen werden, weil Bäume und Sträucher die Sicht versperrten. Von Osten kommend sei die Bahnstrecke problemlos einsehbar. Deshalb nun die Einbahnstraßenregelung.

Umwege für Landwirte

„Die Landwirte sind die Betroffenen“, sagt Marion Schlörmann von der Gemeinde Vordorf. Über Meine und Abbesbüttel zum Acker? „Das ist ein Riesenumweg.“ Die Bauern hofften, die Feldwege ab 1. März wieder in beide Richtungen nutzen zu können.

Zwei Wege zu endgültiger Lösung

Da winkt die Bahnsprecherin kategorisch ab. Bis zu einer endgültigen Lösung werde es bei der Einbahnstraßenregelung bleiben. Und für eine endgültige Lösung gebe es nur zwei Alternativen: Entweder der Straßenbaulastträger entferne die Bäume und Sträucher an der B 4, die die Sicht auf die Bahnstrecke versperrten, oder es müsste ein Bahnübergang mit Halbschranken und Lichtsignalen installiert werden – mit zwei bis drei Jahren Genehmigungsphase und Kosten im hohen sechsstelligen Bereich, die sich Bahn, Bund und Straßenbaulastträger teilen müssten. „Wir wissen, dass das für kleine Gemeinden nicht so einfach ist.“

Von Dirk Reitmeister