Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Papenteich „Erde bedroht wie nie – es ist fünf vor zwölf“
Gifhorn Papenteich „Erde bedroht wie nie – es ist fünf vor zwölf“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 05.08.2019
165 Jahre alt, aber brandaktuell: Den historischen Appell des Häuptlings Seattle zum Erhalt der Umwelt las Andreas Hartmann vor. Quelle: Ron Niebuhr
Rötgesbüttel

Das Klima spielt verrückt. Trotzdem gehen Zerstörung und Ausbeutung von Natur und Umwelt munter weiter. Vorhergesehen hat das Seattle, Häuptling der Duwamish-Indianer, schon vor 165 Jahren. Damals steckte die Industrialisierung noch in den Kinderschuhen. Seattles Rede las der Braunschweiger Andreas Hartmann, den man im Landkreis Gifhorn vor allem aus der Papenteicher Samtgemeindebücherei kennt, am Lagerfeuer auf dem Campingplatz Glockenheide bei Rötgesbüttel vor. „Es ist erstaunlich, wie treffend der Häuptling unsere heutigen Probleme wie Klimawandel und Umweltzerstörung vorhergesehen hat“, sagte er.

„Wir sind ein Teil der Erde“

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika bot 1854 den Indianern des Stammes der Duwamish an, ihr Land an weiße Siedler zu verkaufen und in Reservate zu ziehen. Verpackt war das Angebot in die kaum verschleierte Drohung, dass man sich bei Nichtverkauf das Land mit Gewalt aneignen würde. In einer bemerkenswerten Rede erklärte Häuptling Seattle, warum das Angebot keinen Sinn ergab: Nach indianischem Verständnis besitzen die Menschen die Erde nicht. „Wir sind ein Teil der Erde und sie ist ein Teil von uns“, sagte Seattle damals. Wie kann man handeln, was niemand besitzt?

Passende Klänge

Gudrun Peter untermalte die von Hartmann abschnittweise verlesene Rede mit dem Spiel unterschiedlicher Instrumente. Die Musiktherapeutin und Hobbymusikerin entlockte Gitarre, Harfe, Trommel, Flöte und Windspiel stets die passenden Klänge, egal ob sie nun traditionelle Lieder indianischen Ursprunges spielte und sang oder meditative Stücke intuitiv improvisierte. „Ich musiziere seit meinem sechsten Lebensjahr“, erzählte sie.

Kräftiger Applaus

Veranstalter und Campingplatz-Inhaber Stefan Weiß freute sich, dass eine stattliche Zahl von Besuchern der Einladung zum eintrittsfreien Abend mit der so immens wichtigen Botschaft gefolgt war. Die Zuhörer entsprachen seinem Wunsch, das Wechselspiel von Lesung und Musik nicht zu unterbrechen, und sparten sich den dann umso kräftiger ausfallenden Applaus bis zum Ende auf. Das Publikum lobte die Künstler für ihre „sehr schöne Darbietung, die zum Nachdenken anregt“, die verdeutlichte, dass „wir nur diese eine Welt haben und handeln müssen, bevor es zu spät ist.“ Man war sich einig, dass Peter und Hartmann „noch viel mehr Menschen damit erreichen müssen“.

Zweiter Termin am 19. Oktober

Die Chance dazu bietet sich beiden mit der zweiten Ausgabe von Lesung und Musik am Lagerfeuer für Erwachsene unter dem Motto „Wie kannst du die Luft besitzen?“ am Samstag, 19. Oktober, um 19 Uhr auf dem Campingplatz Glockenheide. Um Anmeldung unter Telefon (0 53 04) 15 81 wird gebeten. Im November gastiert Hartmann dann in der Samtgemeindebücherei in Meine. Dort liest er „Tierisches von A bis Z“ – lustige Geschichten von Wilhelm Busch, Erich Kästner und anderen Humoristen. Heiteres liege ihm mehr, weil „es schon genug Schlimmes in der Welt gibt.“ Für Seattles Rede aber machte er eine Ausnahme, denn: „Die Erde ist bedroht wie nie. Es ist fünf vor zwölf.“ rn

Von Ron Niebuhr

Schon wieder hielten Brände Feuerwehren in der Samtgemeinde Papenteich in Atem. Gleich zweimal brannte es in der Nacht zum Sonntag – wieder einmal – in Grassel. Die Ermittlungen der Polizei laufen.

04.08.2019

Seit Jahren „schmückt“ ein Bauzaun das Gebäude der Oberschule Papenteich. Das Bild soll sich in absehbarer Zeit ändern.

04.08.2019

Die in Meine stationierten Rettungswagen des DRK sollen schon bald einen neuen, besser an die B 4 angeschlossenen Stützpunkt haben. Der Stichtag scheint langsam näher zu rücken.

02.08.2019