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Papenteich Was große rote Zahlen mit Flüchtlingen zu tun haben
Gifhorn Papenteich Was große rote Zahlen mit Flüchtlingen zu tun haben
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18:00 21.06.2019
Unterstützung von Grundschülern: Die Flüchtlingshilfe Papenteich machte auf 69 Millionen Flüchtlinge weltweit Mitte 2018 aufmerksam - die Hälfte davon Kinder. Quelle: Flüchtlingshilfe Papenteich
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Meine

69 Millionen Flüchtlinge gab es Mitte 2018 weltweit, mehr als die Hälfte davon Kinder – und die Zahlen sind bis heute auf 71 Millionen weiter gestiegen. Darauf machte die Flüchtlingshilfe Papenteich anlässlich des Weltflüchtlingstags mit einer Aktion auf dem Meiner Marktplatz aufmerksam und wurde überraschend von zwei Schulklassen der Grundschule Meine unterstützt.

Zahl macht Dimension deutlich

Um die schockierenden Zahl anschaulich zu machen, hatte Maike Leis, Tochter der Koordinatorin der Flüchtlingshilfe Eva Leis, ihren Urlaub genutzt, um 115 mal 80 Zentimeter große Zahlen mit der Stichsäge auszusägen und rot zu lackieren. „Wir hatten die Idee, mit dieser mächtigen signalroten Zahl und der darauf geklebten Spielzeugdeko als Hinweis auf die vielen Kinder ein wenig zu schocken, leider erst recht kurzfristig“, berichtete Eva Leis.

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Entsetzen über Seehofer-Gesetz

Aber das „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ von Horst Seehofer brachte für Maike Leis das Fass zum Überlaufen: „Sie war darüber so entsetzt, wie Menschen, die bereits unfassbares Leid erleben mussten, hier in Deutschland behandelt werden sollen“, erzählte ihre Mutter. Und so verbrachte sie den zehntägigen Urlaub mit Stichsäge, Pinsel und Kleber. Spielzeug, Babysocken, Windeln, Stofftiere, Barbies und mehr – bis gut zur Hälfe der Höhe der Zahlen aufgeklebt – sollten auf die Zahl der Kinder hinweisen, die weltweit auf der Flucht sind.

Großes Interesse an Aktion

Eine Aktion mit Wirkung, denn „viele Menschen blieben interessiert stehen und gaben uns die Rückmeldung, dass ihnen das überhaupt nicht bewusst war“. Besonders freute die Engagierten von der Flüchtlingshilfe, „dass zwei Schulklassen der Grundschule in Meine zu uns auf den Marktplatz kamen und auch die Samtgemeindebürgermeisterin Ines Kielhorn sowie die Gleichstellungsbeauftragte Brinja Hoffmann vorbei schauten. „Wir waren überrascht, dass viele Kinder – nicht nur die Schulklassen – interessiert das Gespräch mit uns suchten“, so Eva Leis.

Sie wies darauf hin, dass bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen weltweit zugleich die Zahl der Menschen, die nach Deutschland kommen, deutlich gesunken ist. „Die tatsächliche Flüchtlingskrise findet in anderen, vorwiegend armen Ländern statt und Europa schaut weg!“

Von unserer Redaktion