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Papenteich Wie die Landfrauen Brustkrebs-Patientinnen helfen
Gifhorn Papenteich Wie die Landfrauen Brustkrebs-Patientinnen helfen
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12:00 12.11.2019
Nähaktion in Abbesbüttel: An dieser Tischgruppe werden die Herzkissen genäht. Quelle: Gesa Walkhoff
Abbesbüttel

32 Frauen haben sich im Sportgemeinschaftshaus in Abbesbüttel zum gemeinsamen Nähen von therapeutischen Herzkissen zusammengefunden. Sabine Stelter, die Vorsitzende der Landfrauen Meine-Papenteich, freut sich, denn ursprünglich hatten sich nur 15 angemeldet. Nun aber sind alle freien Plätze rund um drei große Tischgruppen mit fleißigen Helferinnen besetzt.

Bestens organisiert haben sich die Landfrauen ihre Arbeitsschritte genau eingeteilt. An einem Nachmittag schaffen sie in Abbesbüttel 100 Herzkissen. Mit denen helfen sie Brustkrebs-Patientinnen – schon so manche tolle Rückmeldung ist bei den Landfrauen gelandet.

Perfekt organisiert

Die Landfrauen Meine-Papenteich haben ihre Näharbeit perfekt organisiert. An jedem Tisch findet ein anderer Arbeitsschritt statt: Am ersten schneiden die Helferinnen bunte Stoffe für die Herzkissen zu, am zweiten nähen sechs weitere daraus Kissenhüllen und am dritten Tisch stopft eine Gruppe die herzförmigen Kissenbezüge mit Füllwatte aus und näht sie zu. Zwischen dem Bügeltisch, wo knitteriges Material geglättet wird, und dem Büfett mit Kaffee und Kuchen sitzt Sandra Stelter an einer vierten Station und heftet herzförmig ausgeschnittene Karten mit Genesungswünschen an jedes fertige Kissen. „Diese Karten bastelt eine Dame aus Isenbüttel für uns“, erzählt sie. „Bei den Kissen zählt nicht nur die physische Unterstützung, sondern auch die psychische. Deshalb sind die Karten mit den Genesungswünschen so wichtig.“

Trost und physische Linderung

Bereits seit 2011 treffen sich die Landfrauen einmal im Jahr, um gemeinsam Herzkissen anzufertigen – in Tülau werkelt der SoVD. Mittlerweile sind es ungefähr 1170 Kissen, die die Landfrauen verschenkt haben. Die Kissen sind eine große Hilfe für Brustkrebspatientinnen, um die physischen Beschwerden nach der Operation zu lindern. Gleichzeitig spenden sie Trost in einer belastenden Lebenssituation. Für Jutta Kamphausen ist das der beste Grund, sich an dieser Aktion zu beteiligten. „Wir wissen, dass die Kissen vielen Frauen helfen“, erklärt sie, während sie ein gefülltes Herzkissen zunäht. Annette Kruse ergänzt: „Mir hat eine Betroffene erzählt, dass das Herzkissen für sie zu einem treuen Begleiter geworden ist und zu einem Glücksbringer.“ Sandra Stelter kann das nur bestätigen: „Manchmal erhalten wir Rückmeldungen von Patientinnen. Gerade Anfang des Monats habe ich eine Karte mit Dankesgrüßen an den Verein erhalten, die ich vorhin vorgelesen habe. Auch die Stationsschwester aus dem Gifhorner Krankenhaus erzählt uns immer wieder, wie wichtig die Kissen für die Betroffenen sind.“

Verschiedene Einsatzmöglichkeiten

Dann erklärt sie, wie die Herzkissen eingesetzt werden: Durch die „langen Ohren“ passen die Kissen gut unter die Achseln und helfen so bei der Druckentlastung nach einer Operation. Außerdem können sie den Brustbereich unter dem Sicherheitsgurt vor Stößen schützen. „Da findet jede Frau ihren eigenen Gebrauch“, meint sie. Um die optimale Passform herauszufinden, die beim Nähen genau eingehalten werden muss, haben die Initiatorinnen der Herzkissennähaktion, die ehemalige Landfrauen-Vorsitzende Henrike Wehmann und Landfrau Maria Ahrens, die Schnittmuster mit einer Schneiderin aus Rothemühle zusammen entwickelt. Nur Stoffe mit 100 Prozent Baumwolle werden verwendet und die Kissen mit exakt 170 Gramm Füllmaterial ausgestopft. „Sonst sind sie zu hart oder zu weich und haben nicht den gewünschten Effekt“, erklärt Sandra Stelter.

Helios ist dankbarer Abnehmer

Von Beginn an werden die Kissen an das Helios-Krankenhaus in Gifhorn weitergegeben. Dort weiß man die Unterstützung sehr zu schätzen. „Wenn das Krankenhaus um Hilfe schreit, weil die Kissen ausgehen, haben wir es auch schon innerhalb von drei Wochen geschafft, Frauen zusammenzutrommeln, um neue zu nähen“, erzählt die Vorsitzende. Sie freut sich, dass sie der Stationsleitung morgen wieder einen großen Schwung Herzkissen ankündigen kann. „Dieses Mal werden es mindestens 100“, schätzt sie.

Von Gesa Walkhoff

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