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Papenteich Mit 4,33 Promille über die B4: Was dem betrunkenen Fahrer aus Meine jetzt droht
Gifhorn Papenteich Mit 4,33 Promille über die B4: Was dem betrunkenen Fahrer aus Meine jetzt droht
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17:30 27.02.2020
Autofahrer mit 4,33 Promille gestoppt: Der Meiner hat mit schwer wiegenden Konsequenzen zu rechnen. In den zurück liegenden Jahren gab es immer wieder mal solche Höchstwerte. Quelle: dpa
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Meine

Auch Tage nach der Rauschfahrt über die B4 staunt der Kreis Gifhorn über einen 53-jährigen Autofahrer aus Meine. Mit 4,33 Promille Alkohol im Blut hatte er seinen Mercedes von Braunschweig bis zum Rewe-Parkplatz in Meine mehr schlecht als recht gesteuert. Und er ist im Kreis Gifhorn nicht einmal Rekordhalter der zurück liegenden Jahre.

Jens Bosse ist seit 14 Jahren beim Polizeikommissariat in Meine und hat dort seitdem regelmäßig auch mit Verkehrsdelikten zu tun. 4,33 Promille sind ihm jetzt aber zum ersten Mal untergekommen. „Das habe ich noch nie gehabt“, sagt der Polizeikommissar. „Ich hatte schon mal einen mit 3,6 Promille, der wusste nicht mehr, wie er aus dem Auto kam.“

Spinnt der Alcomat? Eher nicht!

Bei solchen Werten schaue man erst einmal ungläubig auf den Alcomaten und denke zunächst an einen Defekt. Doch die Geräte seien in der Regel in Ordnung, weiß Bosse. Im aktuellen Fall des Meiners liege die Blutprobe noch im rechtsmedizinischen Institut der Uni Göttingen, das Ergebnis erwartet Bosse in den kommenden Tagen. Er geht davon aus, dass es den Wert des Alcomaten bestätigen wird.

Der Meiner ist eine Ausnahme, aber kein Einzelfall und auch kein Rekordhalter. Anfang Oktober vorigen Jahres erwischten Bosses Kollegen aus Meinersen einen Mopedfahrer in Ettenbüttel mit 4,48 Promille. Elf Monate früher stoppten Bromer Beamte einen 27-Jährigen in Brome, der rund vier Promille intus hatte. Das ist noch nichts gegen den Wert einer 53-Jährigen, die im März 2018 mit wahrscheinlich mehr als fünf Promille in Wilsche Auto fahrend auffiel. Genauer konnte es die Polizei damals nicht mitteilen, da der Alcomat mit dem Wert überfordert war.

Mediziner: Eigentlich tödliche Dosis

Da bleibt auch Dr. Klaus-Achim Ehlers die Spucke weg. „Das ist Wahnsinn“, sagt der Hausarzt aus Gifhorn und Kreissprecher der Kassenärztlichen Vereinigung. Normalerweise sei das eine tödliche Dosis. „Jeder normale Mensch kann spätestens bei zwei Promille nicht mehr laufen.“

Der Meiner kam immerhin von der Braunschweiger Innenstadt bis nach Meine zum Marktplatz. Unterwegs fiel er mit Schlangenlinien auf und rammte einen Leitpfosten. Das wurde ihm zum Verhängnis, ein Zeuge hatte die Polizei alarmiert. Die richtige Reaktion, lobt Lutz Dietrich von der Kreisverkehrswacht das Einschreiten des Zeugen. „Es geht hier um Menschenleben und nicht darum, jemanden anzuschwärzen.“ Der Promillefahrer hätte genauso gut statt mit dem Leitpfosten mit dem Gegenverkehr kollidieren können. Deswegen appelliert Dietrich an alle Autofahrer, sich nicht zu scheuen, Autos mit Schlangenlinien unverzüglich zu melden.

Diese Konsequenzen erwarten den Promille-Fahrer

„Er wird seinen Führerschein auf lange Zeit los sein“, sagt Dietrich über die Folgen für den Meiner. Bosse bestätigt dies. Die medizinisch-psychologische Untersuchung ist in diesem Fall obligatorisch. Genauso der Entzug der Fahrerlaubnis „nicht unter einem Jahr“, der Führerschein ist beschlagnahmt. Außerdem muss der 53-Jährige mindestens mit einer Geldstrafe rechnen.

Gab es weitere Gefährdungen?

„Es muss nicht zu einem Gerichtsverfahren kommen“, sagt Bosse. Doch das sei auch nicht auszuschließen. Immerhin ruft die Polizei mögliche weitere Zeugen auf, sich unter Tel. (0 53 04) 91 23 40 zu melden. Unter Umständen stelle sich heraus, dass es noch zu weiteren Verkehrsgefährdungen gekommen war und Gegenverkehr ausweichen musste, um eine Kollision zu vermeiden. Laut Polizeisprecherin Manuela Hahne muss sich der Meiner auch darauf gefasst machen, zivilrechtlich zur Rechenschaft gezogen zu werden – zum Beispiel von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr als Eigentümerin des umgefahrenen Leitpfostens an der B 4.

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