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Meinersen Zwei Ettenbütteler sind beim Bürgerrat Demokratie dabei
Gifhorn Meinersen Zwei Ettenbütteler sind beim Bürgerrat Demokratie dabei
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06:00 27.11.2019
Vertrauen in die Demokratie stärken: Ebenso wie Wiebke Ramme aus Ettenbüttel wurde Martin Coordes per Losverfahren ausgewählt, an einem Bürgerrat in Leipzig teilzunehmen. Quelle: Hilke Kottlick
Ettenbüttel

Im September tagte in Leipzig der bundesweit erste per Losverfahren zusammengestellte Bürgerrat. 160 Menschen aus ganz Deutschland berieten dabei an zwei Wochenenden über Ideen zur Weiterentwicklung der Demokratie. Darunter waren auch zwei Ettenbütteler – Wiebke Ramme und Martin Coordes. Und während Ramme zurzeit nicht vor Ort ist, berichtet Coordes Hintergründe über diese bundesweit bislang einzigartige Aktion, die unterstützt wird vom Präsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Wolfgang Schäuble. Coordes steuerte bei dem Projekt begeistert Ideen bei. Er versucht jetzt, etwas davon vor Ort umsetzen.

So kam Coordes dazu

„Die Einladung zum Bürgerrat kam gleichzeitig mit einem Lotterie-Brief. Etwas, das man gleich wegschmeißt“, blickt Coordes zurück. Beim Öffnen des Umschlags stieß er jedoch auf „das Grußwort von Schäuble“, erinnert er sich. Damit war die Neugier des 64-jährigen Vorruheständlers geweckt, der ehemals bei VW angestellt war. „Ich habe dann den Bürgerrat Demokratie gegoogelt“, berichtet er. Dabei habe er festgestellt: „Das finde ich toll, da ist was dran.“ Folge: Der Ettenbütteler meldete sich per Mail für die Teilnahme an. Die Antwort kam eine Woche später. „Ich war wie 160 weitere Teilnehmer aus ganz Deutschland für die Teilnahme am Bürgerrat in Leipzig per Losverfahren gezogen worden.“

1500 Ideen

Für zwei Wochenenden im September war die Aktion in Leipzig geplant. „Das Ganze war professionell aufgezogen“, lobt der 64-Jährige. 70 Moderatoren haben dabei laut Coordes mit den 160 Teilnehmern rund 1500 Ideen zur Weiterentwicklung der Demokratie erarbeitet. „Später wurden davon 500 heraus gefiltert“, berichtet er. 22 detaillierte Empfehlungen wurden letztlich ausgesprochen. „Fünf sind davon übrig geblieben“, so der Ettenbütteler.

Bürgergutachten

Diese fünf Empfehlungen wurden in Form eines Bürgergutachtens in Berlin verlesen und an den Bundestagspräsidenten überreicht, der sie stellvertretend für das Parlament annahm. Der Hauptinhalt dabei: mehr Bürgerbeteiligung, bundesweite Volksentscheide und ein Lobbyregister. Zwei der fünf Ideen durfte der Ettenbütteler vortragen, wie er berichtet.

Ein erneutes Treffen der 160 Beteiligten in Berlin ist für nächstes Jahr geplant. Fazit jetzt laut Coordes: „Die Fraktionen sollen aktiv werden, die Grünen sind es bereits“, sagt er und meint damit „die Stabsstelle Bürgerbeteiligung, die in Baden Württemberg eingerichtet wurde“.

Riesen-Chance

„Ich sehe im Bürgerrat Demokratie eine Riesen-Chance“, sagt der Ettenbütteler mit Blick „auf die großen Parteien, die den Bürgerkontakt suchen, weil sie eine Kluft schließen und die Transparenz erhöhen müssen“. Lösungen müssen gefunden werden, „und dabei soll der Bürgerrat Demokratie für Entlastung sorgen“, sagt er.

Netzwerke schaffen

Seine Erfahrungen möchte der Ettenbütteler jetzt „in die Gemeinde tragen“. Er hat sich bereits mit Vertretern der Samtgemeinde Meinersen verabredet. Seine Ziele dabei sind es, „Netzwerke zu schaffen, die Bürgerbeteiligung zu erhöhen, vielleicht auf Gemeindeebene einen Bürgerrat Demokratie zu gründen“. Dabei denkt er daran, Themen wie Altersarmut aufzugreifen oder Treffen mit Hubertus Heil, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Gifhorn/Peine zu initiieren oder eine Regionalkonferenz Niedersachsen einzuberufen.

Nach vorne sehen

„Ich wollte schon immer mein Engagement in die Politik hinein tragen“, sagt der Ettenbütteler. „Dies ist jetzt ein toller Weg, sich seitlich einzubringen“, meint er und stellt fest: „Man sollte sich nicht am Alten orientieren – wie es die Engländer mit ihrem Brexit machen –, sondern mit dem Bürgerrat Demokratie die Chance ergreifen und nach vorne sehen.“

So ist Coordes erreichbar

Martin Coordes ist gern bereit, über die Gründung des Bürgerrates Demokratie Vorträge zu halten. Seine Mailadresse: martin.coordes@gmail.com

Von Hilke Kottlick

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