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Meinersen Sprachförderung: So läuft es in der Kita Nord
Gifhorn Meinersen Sprachförderung: So läuft es in der Kita Nord
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06:00 13.07.2019
Zunehmend mehr fünf- bis sechsjährige Kinder benötigen Sprachförderung: Anlass für Henrike Seemann, sich zur Sprachentwicklungs-Expertin ausbilden zu lassen. Quelle: Hilke Kottlick
Meinersen

Die Kinder sitzen gemeinsam mit Henrike Seemann an einem Tisch in der DRK-Kita Nord in Meinersen. Gespannt beobachten die Mädchen und Jungen die Figuren, die die Erzieherin aus einem Erzählsäckchen holt und die sie dann über den Tisch wandern lässt. Gebannt hören die Fünf- und Sechsjährigen dazu die Geschichte von den drei kleinen Schweinchen. Die Sprachentwicklungs-Expertin demonstriert mit dem Spiel nachhaltige Sprachförderung für Kita-Kinder. Die Kleinen verknüpfen Hören und Sehen – das schult Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache und Wortschatz. Mit Enthusiasmus berichtet die Erzieherin von dem neuen Weg, den sie für die Kita beschritten hat, um die Sprachförderung der Kinder zu optimieren – mit einem berufsbegleitenden Studium zur Sprachentwicklungs-Expertin, das sie im Mai erfolgreich abgeschlossen hat.

Sprachförderung: Expertin Henrike Seemann hilft Kindern aus der Samtgemeinde Meinersen. Quelle: Hilke Kottlick

„Früher gab es sogenannte Sprachstands-Feststellungs-Überprüfungen“, blickt Henrike Seemann zurück. „Dafür wurden die Kinder, die kurz vor dem letzten Kita-Jahr waren, aus den Gruppen geholt, um ihr Sprachvermögen zu testen und es bei Bedarf zu trainieren.“ Schnell stand laut der Erzieherin fest: „Das bringt gar nichts.“ Heute werden – laut neuen gesetzlichen Veränderungen bei der Sprachbildung – andere Wege beschritten. Sprachförderung ist fortan in der Kita-Gruppe angesagt. „Kinder lernen viel besser aus eigenem Antrieb im vertrauten Umfeld und mit ihrer Bezugserzieherin“, sagt dazu Henrike Seemann.

Sprachauffälligkeiten erkennen will gelernt sein

Aufmerksam beobachtet sie fortan die Kinder um festzustellen, wo Sprachbegleitung, Sprachförderung oder Sprachtherapie erforderlich ist. „Manchmal war es früher schwer für mich, die Grenze zu erkennen“, sagt sie. Hilfe kam zufällig – per Flyer von der Fernakademie für Pädagogik und Sozialberufe. Darauf wurde für einen Lehrgang zur Sprachentwicklungs-Expertin geworben – und Henrike Seemann griff zu. Sie lernte Sprach-Auffälligkeiten bei Kindern zu erkennen, sowie Maßnahmen und Hilfestellungen anzubieten.

Der Expertin zufolge benötigen „die Mädchen und Jungen Sprachförderung, die eine Sprachentwicklungsverzögerung haben, die sich auf weniger als sechs Monate beläuft“. Sie weiß: „Diese Sprachentwicklung kann oftmals auch ohne Therapie noch aufgeholt werden.“ Ein Sprachtherapeut sollte dagegen konsultiert werden, wenn die Sprachentwicklung um mehr als sechs Monate verzögert ist. Dabei betont die Erzieherin: „Das entscheidet der Arzt – Sprachtherapie gehört nicht in die Hände von Pädagogen sondern von Therapeuten.“

Migrationskinder lernen schnell

In der DRK Kita Nord in Meinersen sind es pro Jahr etwa „zehn bis 20 Kinder“, die laut der Expertin Sprachförderung benötigen. Dazu zählen laut Henrike Seemann auch zehn Migrationskinder. „Da bin ich immer wieder erstaunt, wie schnell diese Kinder das alles lernen“, sagt die Erzieherin.

Anhand eines Beobachtungsbogens wird der Sprachentwicklungsstand der Kinder einmal im Jahr von der Erzieherinnen ermittelt. Bei Auffälligkeiten versuchen die Erzieher die Eltern mit ins Boot zu holen. „Manche möchten das aber gar nicht hören“, weiß Henrike Seemann. Aber auch wenn Eltern anfangs abblocken, so werden sie meistens durch die Informationen der Erzieherinnen sensibilisiert. „Wir versuchen dann, die Eltern dort abzuholen, wo sie stehen geblieben sind, und meist gelingt uns das auch“, freut sich die Erzieherin über die zumeist gute Kooperation von Kita und Elternhaus.

Sprachentwicklung: Tipps der Expertin

Als Sprachentwicklungs-Expertin gibt Henrike Seemann Tipps zur Sprachförderung von Kindern:

Wiederkehrende Reime, Fingerspiele, Lieder aufzählen und singen.

Korrektives Feedback: Danach ist das Verbessern von Fehlern für Kinder oft unangenehm. Besser ist die korrekte Wiederholung. Sagt das Kind: „I hab Ball espielt“, im Dialog antwortet der Erwachsene: „Ach so, du hast Ball gespielt.“

Fragen stellen, die nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden können, sondern zum Sprechen anregen, Beispiel: Nicht fragen: „Hast du schön gespielt?“, sondern: „Was hast du Schönes gespielt?“.

Technik wie Handy oder Tablet gehören nicht in die Hände von Kindern im Kita-Alter.

Kinder ausreden lassen und ihnen Zeit geben, Worte zu finden.

Von Hilke Kottlick

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