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Meinersen Eichenprozessionsspinner abgefackelt
Gifhorn Meinersen Eichenprozessionsspinner abgefackelt
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20:00 30.07.2019
Gefahr im Verzug: Direkt über der Bank am Sportplatz in Seershausen mussten Eichenprozessionsspinner entfernt werden. Quelle: Hilke Kottlick
Meinersen

Mitglieder des Sportvereins Meinersen-Ahnsen-Seershausen hatten Alarm geschlagen. Eine Eiche über einer Sitzbank am Weg des örtlichen Sportplatzes war vom Eichenprozessionsspinner befallen. Da Gefahr im Verzug war – die Raupe entwickelt Brennhaare, die bei Mensch und Tier zu allergischen Reaktionen führen können – wurden Sofortmaßnahmen ergriffen und der Befall ausgeräuchert.

Brandgefahr wegen anhaltender Trockenheit

„Wegen der Brandgefahr bei der anhaltenden Trockenheit mussten wir schnell handeln und haben das Entfernen der Raupen am Sportplatz sicherheitshalber mit einer Feuerwehrübung verbunden“, erklärt Dennis Wohlenberg von der für den Wald zuständigen Forstinteressengemeinschaft. Normalerweise würden Fachfirmen damit beauftragt werden, den Eichenprozessionsspinner zu entfernen. „Die Firmen sind aber alle zeitnah ausgebucht“, weiß Wohlenberg. Wegen der Gefahr am Sportplatz und der Eiche direkt über der Bank am Weg „mussten wir schnell handeln“. Auch an einem weiteren Baum seien Raupen entdeckt worden. „Diese Eiche war noch sehr klein, deshalb haben wir sie entfernt“, sagt er. Genauso habe er erfahren, dass bereits am alten Friedhof in Seershausen Raupen entfernt werden mussten.

Erste Astgabelung befallen

Als Fachmann weiß Wohlenberg, dass zumeist die „erste Astgabelung“ der Eichen von den Raupen befallen wird. „Mittlerweile entwickelt man schon ein Auge dafür“, sagt er. Ähnlich dürfte es den Mitgliedern des Bauhofs in Meinersen gehen. Sie unternehmen laut Söntke Iken, Vizechef im Fachbereich Ordnung in der Gemeindeveraltung, regelmäßige Baumkontrollen in der Samtgemeinde Meinersen. „Vor allem öffentliche Flächen wie Friedhöfe, Spielplätze oder Schulen werden überprüft“, sagt Iken. Entdecken die Mitarbeiter Schädlingsbefall, markieren sie Iken zufolge den jeweiligen Baum – „aber nur wenn keine Gefahr im Verzug ist“. Bestehe sofortiger Handlungsbedarf wie am Sportplatz Seershausen mit regelmäßigem Trainingsbetrieb und zahlreichen Spaziergängern - dann müsse umgehend etwas passieren.

Gesundheitliche Gefahren

Eichenprozessionsspinner (EPS): Über die gesundheitlichen Gefahren informiert das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung: Der EPS ist eine Schmetterlingsart, die gesundheitliche Bedeutung für Mensch und Tier haben kann. Danach können die Gifthaare der Raupen bei Berührung unangenehmen Reaktionen hervorrufen.

Dazu zähen Hautirritationen wie starker Juckreiz vor allem abends und nachts, Pusteln und Quaddeln, Atembeschwerden, Augenreizungen.

Die Brennhaar der Raupe können auch noch nach Jahren gesundheitsschädigende Wirkung hervorrufen. Mit jedem neuen Kontakt wächst die Empfindlichkeit und die Reaktionsintensität steigt mit der Anzahl der Einzelkontakte stetig an.

Auch Wild- und Haustiere reagieren empfindlich auf die Gifthaare, die im Fell der Tiere haften bleiben und so an den Menschen weitergegeben werden.

Auch im Wald nahe der Ohofer Gotteshütte waren jetzt befallene Eichen entdeckt worden. Vor einer Kinderfreizeit dort hatten die Organisatoren zur Sicherheit eine Fachfirma damit beauftragt, den angrenzenden Wald absuchen zulassen, der für Spiele genutzt werden sollte. Dabei hätten die Fachleute auch „zwei kleine Nester entdeckt und abgesaugt“, erfuhren die Eltern per Aushang an der Tür des Gebäudes.

„Verantwortlich für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist laut Iken immer der jeweilige Eigentümer des Grundstücks. Sind Eichen auf Privatbesitz befallen, muss folglich der Privatmann handeln. Der Wald am Sportplatz gehört der Forstinteressengemeinschaft – deren Mitglieder dann auch Sofortmaßnahmen ergriffen –mit Brandbekämpfung zur Sicherheit in Verbindung mit einer Feuerwehrübung.

Nester melden

Wer Nester oder Raupen entdeckt und nicht weiß, auf wessen Grund der befallene Baum steht, erfährt laut Wohlenberg auf jeden Fall Details bei der zuständigen Gemeinde. Sie verständigt zur Bekämpfung eine Fachfirma, deren Mitarbeiter Raupen und Nester absaugen oder chemisch behandeln.

Die Entwicklung im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner

25. Juli 2019: Raupenplage: So sieht’s in Rühen aktuell aus

21. Juni 2019: Wegen Eichenprozessionsspinner: Stadt Wolfsburg sagt Staffel-Marathon im VW-Bad ab

18. Juni 2019: Eichenprozessionsspinner in WolfsburgAbsaugen und warnen: Kritik am Umgang mit Giftraupe

18. Juni 2019: Eichenprozessionsspinner: Gefährliche Raupe macht sich im VW-Bad breit

30. Mai 2019 : Allergien – Gesundheitsamt Wolfsburg warnt vor Eichenprozessionsspinnern

14. Mai 2019: RühenEPS: Auch nach Besprühung keine Entwarnung

13. Mai 2019: Kampf gegen Eichenprozessionsspinner gestartet

11. Mai 2019: EPS-Bekämpfung mit dem Hubschrauber auf 21 Routen

10. Mai 2019 Kostenexplosion und Waldschäden in Wolfsburg - Hiobsbotschaften für den Ortsrat Stadtmitte

10. Mai 2019: Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung: Gesundheitsrisiken gering

9. Mai 2019: Wetter bestimmt Zeitpunkt der Helikopter-Einsätze

8. Mai 2019: Helikopter-Einsätze erst am Montag

3. Mai 2019: Bekämpfung aus der Luft startet nächste Woche

30. April 2019: Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners beginnt

27. April 2019: Kreis beteiligt sich an Bekämpfungskosten

12. April 2019: So kämpft der Kreis Gifhorn gegen die Raupe

11. April 2019: RühenKleine Raupe sorgt wieder für großen Ärger

29. März 2019: Eichenprozessionsspinner: Petition mit 7000 Unterschriften übergeben

25. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Landtags-Petition zu den Kosten kann starten

23. Februar 2019: Prozessionsspinner: Noch wenig Bewusstsein für das Raupenproblem

20. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Grüne im Landkreis Gifhorn für das Absaugen

17. Februar 2019: Eichenprozessionsspinner: Grüne sehen Minister in der Pflicht

14. Februar 2019: Info-Abend – Prozessionsspinner bewegt auch die Wendschotter

10. Februar 2019: Rühener sammeln Unterschriften gegen Eichenprozessionsspinner

8. Februar 2019: Eichen in Parsau dürfen bald gefällt werden

1. Februar 2019: Land zahlt nicht für Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

4. Januar 2019: Parsau und Rühen warten jetzt aufs Land

8. November 2018: In FFH-Gebieten keine Bekämpfung aus der Luft

3. September 2018: Rühen bekommt Hilfe im Kampf gegen Raupe

9. August 2018: Pflanzenschutzmittel gegen Eichenprozessionsspinner

25. Juli 2018: Natürliche Feinde sollen gegen Prozessionsspinner helfen

19. Juli 2018: Neuer Antrag auf Bekämpfung aus der Luft

7. Juli 2018: Umweltminister sieht sich Situation in Giebel an

22. Juni 2018: Weyhäuser Weg bei Wolfsburg - Keine Chance für Eichenprozessionsspinner

14. Juni 2018: Wolfsburger Behörden-Wirrwarr – Eichenprozessionsspinner: Zuständigkeits-Wirrwarr bei Stadt

24. Mai 2018: Eichenprozessionsspinner: – Strecke für Volkstriathlon muss verändert werden

2. August 2012: Gefährlicher Prozessionsspinner: Wolfsburger Stadtverwaltung lässt alle Raupen-Nester absaugen!

 

Von Hilke Kottlick

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