Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Meinersen Seit zehn Jahren sind die Heidebären los
Gifhorn Meinersen Seit zehn Jahren sind die Heidebären los
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:29 08.07.2019
Waldkita in Meinersen: Die Heidebären feiern in diesen Jahr den zehnten Geburtstag der Einrichtung. Mit den Kindern freuen sich Anja Le Campion (v.r.), Ute Glatthaar und Kerstin Wenzel. Quelle: Hilke Kottlick
Meinersen

Sie backen Sandkuchen, klettern über Stämme, beschäftigen sich mit Ästen, bemalen Bäume, klettern daran hoch: Die Heidebären sind los – jeden Tag toben sie durch die Natur, genießen die Weite und auch mal die Stille auf einer Wiese in dem weitläufigen Areal des Waldkindergartens in Meinersen.

Gab es zum Start dieser Einrichtung auch die eine oder andere kritische Stimme im Samtgemeinderat Meinersen, bei Jägern und Förstern, so hat sich diese Kita während der vergangenen zehn Jahre längst etabliert. Genau ein Jahrzehnt liegt die Gründung zurück – Anlass für Kinder, Eltern und Erzieher diesen Geburtstag zu feiern und für Samstag, 10. August, zum großen Sommerfest einzuladen und sich dann auch über einen nagel-neuen Bauwagen zu freuen.

Drei Geschwister

Anja Le Campion hat den Waldkindergarten in Meinersen von Beginn an begleitet. Ihre heute 14-jährige Tochter Coline besuchte ihr zufolge vor zehn Jahren einen ganz normalen Kindergarten. „Sie hat sich dort aber nicht wohl gefühlt“, erinnert sich die Mutter. Eines Tages habe die damals Vierjährige das Foto des Bauwagens der gerade gegründeten Waldkita in der Zeitung gesehen und spontan gesagt, dass sie dort hin möchte. „Sie hat die Kita gewechselt und war von diesem Tag an glücklich“, blickt Anja Le Campion zurück.

Für die dreifache Mutter lag es da auf der Hand, dass ab dem Jahr 2010 auch ihre zweite Tochter und seit 2016 ihr Sohn die Waldkita besucht. So begleitete sie nicht nur die Heidebären in den vergangenen zehn Jahren, sondern brachte sich auch im Vereinsvorstand dieser Waldkita ein, die eine Halbtagsgruppe mit zurzeit 15 Kindern, zwei Erziehern und zwei Vertretungskräften bietet.

In der Heidebären-Gruppe gibt es laut Anja Le Campion zumeist „mehr Anmeldungen als Plätze“. Laut Landesgesetz sei für Waldkitas nur ein Fünf-Stunden-Betrieb festgelegt. Ganztagsbetreuung sei jedoch mittlerweile vielerorts im Gespräch. „Vielleicht ist das ein Grund, dass diese Regelung langsam aufgeweicht wird.“

Neuer Bauwagen

Zum zehnten Geburtstag können sich die Heidebären über einen neuen Bauwagen freuen. Die alte Unterkunft ist marode, der Nabu-Kreisverband hat laut Anja Le Campion Interesse daran bekundet. Ausgerüstet mit kleiner Küche, Toilette, Tisch und Bänken, ganz viel Stauraum und einem Vordach schlägt die Anschaffung mit 73 000 Euro zu Buche. 51 000 Euro übernehme davon die Samtgemeinde, den Rest stemmen Waldkita und der Verein Heidebären.

Empathie für die Natur empfinden

„Das Projekt Waldkita liegt mir sehr am Herzen“, sagt Anja Le Campion. Die Grundschullehrerin ist überzeugt von der Waldpädagogik. Sie komme den Bedürfnissen der Kinder entgegen. Der Wald ermögliche Bewegung, sorge mit Tieren und Pflanzen im ursprünglichen Lebensraum für Kreativität und soziales Miteinander. Der Wald biete Freiraum für viel Bewegung wie klettern, balancieren oder durch Pfützen zu springen, gleichzeitig könnten sich die Kinder jederzeit zurückziehen und Ruhe empfinden.

Im Einklang mit der Natur: Die Kinder der Waldkita Heidebären in Meinersen feiern in diesem Jahr den zehnten Geburtstag der Einrichtung. Quelle: Hilke Kottlick

Anja Le Campion bringt es auf den Punkt: Danach lernen Kinder im Wald Empathie für die Natur zu empfinden. Das sei in der heutigen Zeit oftmals nicht mehr möglich, bedauert die Grundschullehrerin, die sich auch eine Waldschule vorstellen könnte. Sie ist überzeugt: „Wir brauchen empathische Menschen“.

Zehn Jahre: Eine Chronik

Zehn Jahre Waldkindergarten, Anja Le Campion blickt auf AZ-Anfrage zurück. So startete die Eröffnung im März 2009. Mit viel Elterninitiative wird ein Bauwagen beschafft und für die Kinder eingerichtet.

Im September 2009 folgt ein Eröffnungsfest auf dem Marktplatz in Meinersen.

Der Winter 2009/2010 ist eisig. Mehr als zwei Wochen lang bleiben die Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius. Die Kinder der Waldkita werden in Notunterkünften betreut.

Der Bauwagen erhält ein Vordach, die Eltern helfen dabei, das Außengelände zu gestalten, ein Waldsofa wird angelegt.

2013 gibt es die Plakette „Haus der kleinen Forscher“. Außerdem besucht eine Delegation der Pädagogischen Hochschule aus Seoul die Waldkita, um das Konzept des Lernens in der Natur kennenzulernen. Im selben Jahr kommt Besuch vom Nabu, gemeinsam werden Insektenhotels gebaut.

2014 gibt es einen Erzieherwechsel und spannende Begegnungen mit Förster, Jäger, Wolfsexperte, Wildnispädagoge Thomas Ponto und Corinna Michelsen aus Bockelberge kommt mit einem Esel vorbei. Im selben Jahr feiern die Heidebären fünfjähriges Bestehen mit einem großen Fest im Wald.

2017 steht erneut ein Erzieherwechsel an.

2019 werden die Gelder für den Bauwagen genehmigt und für den 31. August ist eine Sause zum Zehnjährigen geplant.

Von Hilke Kottlick

Viel zu weit links fuhr ein Unbekannter am Montagmorgen – so weit, dass der Außenspiegel seines Wagens den Außenspiegel des entgegenkommenden Autos abriss. Der Verursacher hielt aber nicht etwa an.

08.07.2019

Unter Drogen hat ein Autofahrer in der Nacht zum Sonntag am Steuer gesessen. Er versuchte sich durch Flucht einer Polizeikontrolle zu entziehen – wurde jedoch in Meinersen gestoppt.

07.07.2019

Meinerser Gymnasiasten treten zum Kampf gegen den Klimawandel und zum Schutz der Umwelt an. Mit den Aktionen „Sibylla goes green“ und „Plastikfrei – Wir sind dabei!“ soll es dem Plastik an den Kragen gehen.

06.07.2019