Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Meinersen So viel Mikroplastik in der Oker
Gifhorn Meinersen So viel Mikroplastik in der Oker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:22 30.09.2019
Aktionen gegen Plastikmüll in der Oker: In Meinersen und Seershausen engagierten sich mehrere Gruppen, um auf das Problem aufmerksam zu machen, sammelten Müll auf dem Fluss, informierten und klärten auf. Quelle: Chris Niebuhr
Seershausen/Meinersen

Großer Aktionstag des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) an der Oker: In der ganzen Region fanden verschiedene Veranstaltungen statt. Schwerpunktthema war „Plastik in und an der Oker“, in Seershausen und Meinersen gab es am Samstag eine Müllsammelaktion per Kanu auf dem Fluss, Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig informierten über eine Studie zu Mikroplastik im Fluss, die Aller-Oker-Lachsgemeinschaft war ebenfalls mit Infotafeln vertreten zum Plastikproblem.

18 Helfer in acht Booten

Auf der Oker machten sich 18 Helfer in acht Booten daran, auf dem zwei bis drei Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Seershausen und Meinersen Müll zu sammeln. Es wurde von den Booten aus gesammelt, am Ende kamen gut eineinhalb Müllsäcke voller Unrat zusammen. Hauptfunde waren Glasflaschen, aber auch viel Plastikmüll wie Chipstüten und sogar Styroporreste. „Es lag viel Müll im Fluss, aber wir freuen uns, dass wir nicht übermäßig viel gefunden haben“, sagte Eva Goclik, Vorsitzende des BUND Braunschweig und Organisatorin der Teilaktion. Dass nicht so viel Müll gefunden wurde, sei allerdings nur darauf zurückzuführen, dass an den Wehren regelmäßig Müll abgefischt und der Fluss so gesäubert werde. „Unsere Sammelaktion trägt dazu bei, dass die Umwelt entlastet wird, weil der gesammelte Plastikmüll nicht mehr in Mikroteilchen zerfallen kann“, sagte Eva Goclik. Die Aktion hatte der BUND in Kooperation mit der Kanustation in Seershausen gestartet.

Aktionen gegen Plastikmüll in der Oker: In Meinersen und Seershausen engagierten sich mehrere Gruppen, um auf das Problem aufmerksam zu machen, sammelten Müll auf dem Fluss, informierten und klärten auf. Quelle: Chris Niebuhr

Am Fischpass in Meinersen hatten Wissenschaftler des Instituts für Geosysteme und Bioindikation der TU Braunschweig um Dr. Anja Schwarz ihre Station aufgebaut. Sie nahmen dort Proben des Okerwassers, um es auf Mikroplastik zu untersuchen und stellten die Ergebnisse einer Masterarbeit von zwei Studentinnen zu Mikroplastik in der Oker vor.

Gezielte Proben

Die Studentinnen hatten an verschiedenen Probestellen am Fluss in der Region zwischen Harz und Gifhorn gezielt Proben entnommen. „In allen Proben war Mikroplastik enthalten, besonders häufig fanden sich Teilchen kleiner als einen Millimeter“, berichtete Anja Schwarz. Auffällig gewesen sei ebenfalls eine Häufung an Ausläufen von Kläranlagen. Es handele sich bei den gefundenen Teilchen zumeist um Fasern, die beim Waschen von Kleidung gelöst worden seien. Für Kläranlagen gebe es noch keine Vorgaben zum Zurückhalten von solchen Teilchen. Abhilfe könnten Filter schaffen, doch müsse auch darauf geachtet werden, dass einfach nicht so viel Plastik herumliege, etwa der Abrieb von Autoreifen. „Alles was an Plastik herumliegt, gelangt mit dem Regen in die Abwassersysteme“, erläuterte Anja Schwarz.

Eindrucksvolle Fotos

Die AOLG um Vorsitzenden Hans-Jürgen Sauer und Mitglied Jürgen Wagner macht sich bereits seit Jahrzehnten dafür stark, die Natur um und in den Gewässern sauber zu halten. Auch das Thema Plastikmüll treibt die Vereinsmitglieder dabei an. Mit Fotos hatten sie dokumentiert, was Plastikmüll in der Natur anrichten kann, etwa mit den Aufnahmen eines Fisches, der als Jungtier in einen Plastikring geschwommen war. „Der Fisch ist gewachsen, der Ring nicht“, sagte Sauer. Auch wiesen sie auf verschiedene, nicht so offensichtliche Quellen von Plastik im Müll hin – zum Beispiel in den Filtern von Zigarettenkippen.

Von Chris Niebuhr

Ein Dutzend Jungstörche wurden 2018 in der Samtgemeinde Meinersen flügge – 14 waren es laut Weißstorchbetreuer Hans-Jürgen Behrmann in diesem Jahr. Dank einer großen Mäusepopulation.

29.09.2019

Es war eine kurzweilige und unterhaltsame Comedy-Veranstaltung: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Heiße Kartoffeln“ begeisterte Liza Kos am Freitag das Publikum im Meinersen Kulturzentrum.

29.09.2019

Der 94-jährige Salomon Perel ist extra aus Israel gekommen, um dabei zu sein, wenn die Realschule Meinersen den Namen „Sally-Perel-Realschule“ bekommt. Der Holocaust-Überlebende gab den Schülern wichtige Botschaften mit auf den Weg.

28.09.2019