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Meinersen Für jedes Kind: Ein warmes Essen pro Tag
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15:12 02.01.2020
Mensa im Schulzentrum Meinersen: Das Team kümmert sich um Mittagessen für alle Kitas und Schulen in der Samtgemeinde Meinersen. Quelle: Hilke Kottlick
Meinersen

Kein Kind muss mittags hungern. Auch Mädchen und Jungen aus mittellosen Familien erhalten ein warmes Essen – gratis. Dafür sorgt das neue Starke-Familiengesetz. Es gibt aber immer noch Familien, die das nicht wissen. Hier möchte die Meinerser Mensa-Chefin Andrea Meyer für Aufklärung sorgen: „Durch das neue Familiengesetz erhalten Kinder aus Familien mit einem Grundbescheid ein kostenloses Mittagessen“, sagt sie. Dabei zählt sie Sozialleistungen wie „Wohngeld, Kinderzuschlag von der Familienkasse, Sozialhilfe, Grundsicherung für Arbeitssuchende und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz“ auf.

Euro in Ein- und Zwei-Cent-Stücken

Das Engagement der Mensa-Chefin hat seinen Grund. So erlebte sie mittags in der Mensa immer wieder Kinder, die zwar hungrig waren, aber kein Geld dabei hatten. Bisher zahlten aber mittellose Familien in der Meinerser Schulmensa einen Euro für das Mittagessen ihrer Kinder, informiert sie. „Und selbst dieser eine Euro fiel manchen Familien schwer“, musste sie immer wieder erleben. „Da kamen Kinder, die diesen Euro mit Ein- und Zwei-Cent-Stücken bezahlt haben“, erinnert sie sich.

„Ich habe keinen Hunger“

Andere Schüler hätten mittags am Ausgabe-Tresen versichert, dass ihre Mutter vergessen habe, das Essen vorab zu bestellen oder ihnen das Geld mitzugeben. Den fragenden Blicken des Mensa-Teams begegneten laut Andrea Meyer diese Kinder dann häufig mit den Worten „Na ja, ich habe ja auch gar keinen Hunger“. Nach jahrelanger Erfahrung des Mensa-Teams sei darauf aber niemand mehr herein gefallen, berichtet die Mensa-Chefin weiter. Alles hätten gewusst, dass dieses Kind Hunger hatte, aber nicht bezahlen konnte. Gegessen habe es letztlich trotzdem – „natürlich, jedes Kinder bekommt bei uns eine Mahlzeit, auch wenn es mal nicht bezahlen kann“, sagt die Mensa-Chefin. „Wir schöpfen die Mittel von der Bildung und Teilhabe aus“, sagt sie dazu. „Damit haben wir dann wieder Luft für fünf andere Kinder, die vielleicht versorgt werden müssen“.

Dazu schildert sie auch das Gespräch mit einer mittellosen Mutter dreier Kinder. Als diese Mutter jetzt erfahren habe, dass das Schulessen seit August kostenfrei ist, habe sie sich gefreut, weil jetzt „alle drei Kinder regelmäßig zu Mittag essen können“, berichtet Andrea Meyer.

Kinder an den Tisch kriegen

„Ein warmes Essen am Tag für jeden Schüler muss sein“, ist die Mensa-Chefin überzeugt. Sie pflegt deshalb auch den Kontakt zu den Lehrern, damit sie bei Auffälligkeiten „die Augen offen halten“. „Hat ein Schüler zum dritten Mal nichts bestellt oder vergessen, das Geld zu überweisen, dann nehme ich Kontakt zur Schule auf“, nennt Andrea Meyer Vorgehensweisen. In der Regel würden sich die Lehrer dann mit den Eltern kurz schließen und sie auf Zuschuss-Möglichkeiten hinweisen. Die Mensa-Chefin ist überzeugt: „Man muss Kinder an den Tisch kriegen, dafür sollte die Gesellschaft sorgen.“

Formularhelfer bieten Unterstützung

Die Kooperation mit Schulen, Kitas und Krippen in der Samtgemeinde Meinersen klappt laut Andrea Meyer reibungslos. Alle Einrichtungen werden mit Mittagessen aus der Schulmensa versorgt – insgesamt rund 800 Mahlzeiten täglich. Die Mensachefin bricht eine Lanze für die Samtgemeinde, die in dieser Hinsicht ihrem Anspruch auf familienfreundlich mehr als gerecht wird. Dementsprechend informiert Lutz Hesse, Chef des Fachbereichs Bildung und Soziales, dass es jetzt in der Samtgemeinde auch Formularhelfer gibt. Sie sind ehrenamtlich für den Landkreis tätig. Koordiniert werden Einsatz und Ausbildung beim Landkreises. Dort werden Formularhelfer kontinuierlich fortgebildet. Für die Samtgemeinde übernimmt diese Aufgaben Heike Töpel, Tel. (0 53 72) 41 22 91. Sie ist im zwei-wöchentlichen Rhythmus im Mehrgenerationenhaus am Schulzentrum Meinersen anzutreffen, in den Ferien ruht das Angebot. Töpel unterstützt Eltern beim Beantragen von den Sozialleistungen wie Wohngeld, Kinderzuschlag von der Familienkasse, Sozialhilfe, Grundsicherung für Arbeitssuchende und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Denn dafür muss wiederum ein Antrag auf Bildung und Teilhabe beim zuständigen Amt gestellt werden – und zwar bei dem Amt, das auch den Grundbescheid bewilligt hat. Auf Samtgemeindeebene wird Töpel durch Ute Morf begleitet. Infos: ute.morf@sg-meinersen.de; Tel (0 53 72) 8 95 15.

Von Hilke Kottlick

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