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Meinersen Holocaust-Überlebender Salomon Perel reist zur Namensgebung an
Gifhorn Meinersen Holocaust-Überlebender Salomon Perel reist zur Namensgebung an
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06:00 28.09.2019
Festakt in der Realschule: Die Meinerser Bildungseinrichtung erhielt gestern den Namen von Sally Perel, der den Holocaust überlebte. Quelle: Chris Niebuhr
Meinersen

Die Realschule Meinersen trät jetzt den Namen Sally-Perel-Realschule. Gestern fand der offizielle Festakt statt. Unter den Gästen war auch der 94-jährige Namensgeber Salomon Perel, der extra aus Israel angereist war. In eindringlichen Worten dankte er für die ihm zuteil werdende Ehre und mahnte, seine Botschaft weiterzutragen.

Zwei Identitäten

Der in Peine geborene Sally Perel wurde als 14-jähriger Junge während des Holocaust in Deutschland von seinen Eltern weggeschickt und gab sich als Volksdeutscher in der Hitlerjugendschule in Braunschweig aus – der Hitlerjunge Salomon. Er lebte nach eigenen Worten mit zwei Identitäten in zwei Welten. Und er überlebte. „Meine Eltern haben mich aus der Hölle der Verbrechen weggeschickt, um dem Mord der Nazis zu entkommen“, berichtete Salomon Perel.

Aktiv für Toleranz und Menschlichkeit

Sein Name sei auch Erinnerung an die ermordeten Kinder in Auschwitz, an sein Überleben, aber auch ein Auftrag für die Zukunft. „Wenn die Zeitzeugen verstorben sind, sollt ihr die Erinnerung weitertragen, damit so etwas sich nie wiederholt“, betonte Perel an die Schüler gerichtet. Wo Menschen wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe angegriffen würden, sei die Demokratie in Gefahr. Die Schüler sollten aktiv eintreten für Toleranz und Menschlichkeit. Deutschland sei bunt und verschieden.

Die Schreie der ermordeten Kinder

Festakt in der Realschule: Die Meinerser Bildungseinrichtung erhielt gestern den Namen von Sally Perel, der den Holocaust überlebte. Quelle: Chris Niebuhr

Sally Perel war im vergangenen Jahr bereits einmal zu Gast in der Realschule in Meinersen, hatte damals zu Schülern der achten und neunten Klassen gesprochen. „Es war sehr ergreifend und hat alle berührt“, sagte Schulleiter Reinhard Sauer. Besonders ein Satz gehe ihm persönlich nicht mehr aus dem Kopf: Perel habe erzählt, wenn er nachts im Bett liege, höre er immer noch die Schreie der ermordeten Kinder. Den Schülern aber auch vielen anderen falle es schwer, die Zeit des Holocaust zu begreifen, viele Menschen wüssten nicht einmal mehr, was der Holocaust war. „Schule und Gesellschaft müssen daher informieren, haben den Auftrag, zu berichten und eine Haltung weiterzugeben gegen Fremdenfeindlichkeit“, betonte Sauer. Es sei eine große Ehre, den Namen Sally Perels an die Schule zu schreiben, ein besonderer Tag, der in die Geschichte der Realschule eingehe.

Offizieller Festakt

Beim Festakt zur Namensänderung waren auch viele Ehrengäste dabei. Unter anderem hielten Landrat Andreas Ebel und Samtgemeindebürgermeister Eckhard Montzka Grußworte, ebenso der Vorsitzende des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden, Michael Fürst. Schulleiter Sauer interviewte Sally Perel, auch dessen Nichte Neomi Brakin sprach zu den Besuchern. Zudem waren auch der Landtagsabgeordnete Jörn Schepelmann, die Schulleiter der Schulen aus der Samtgemeinde Meinersen und viele Ratsmitglieder unter den Gästen. Ein Kamerateam des NDR-Fernsehens filmte vor Ort.

Von Chris Niebuhr

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