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Meinersen Deshalb gibt es so viele Schleiereulenbabys
Gifhorn Meinersen Deshalb gibt es so viele Schleiereulenbabys
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13:44 19.09.2019
Gutes Jahr für Schleiereulen: Die Arbeitsgemeinschaft aus Nabu und Ornithologischer Arbeitsgemeinschaft Barnbruch hat in Meinersen 142 Jungeulen beringt. Quelle: Reinhard Meier
Meinersen

Auch in diesem Jahr haben die Mitarbeiter der Nabu-Gruppe Meinersen zusammen mit der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch (OAB) den Nachwuchs der Schleiereulen gezählt und beringt. Das Ergebnis war außerordentlich gut – das zweitbeste Ergebnis, das es je gab. „2019 hatten wir 142 junge Schleiereulen – zum Vergleich: 2018 waren es 25 Junge“, nennt Nabu-Vorsitzender Reinhard Meier Zahlen. Das beste Ergebnis waren vor zwölf Jahren mal 191 Junge.

Ahnsen hat die meisten

In diesem Jahr gab es bei der Erstbrut 16 belegte Nistkästen, bei der Zweitbrut acht. Die meisten jungen Schleiereulen innerhalb eines Dorfes beringten Nabu und OAB in Ahnsen, dort waren es bei Ahrens und bei Wiedenroth zusammen 24 Junge.

Das war ein ausgesprochen gutes Jahr für Schleiereulen. Die Arbeitsgemeinschaft Schleiereulenschutz in Meinersen hat so viele Jungtiere wie selten zuvor beringt. Dafür gibt es einen guten Grund.

„Seit dem Aufhängen von 50 Nistkästen im Jahr 1986 wurden von uns nicht nur die Schleiereulen gezählt und beringt, sondern auch viele andere Arbeiten durchgeführt“, informiert Meier. Dazu gehörte auch, nach etwa fünf Jahren Jungaufzucht das Gewölle aus den Nistkästen zu entfernen. „Wir mussten da ungefähr fünf 20-Liter-Eimer voll Gewölle entsorgen.“ Außerdem wurden Nistkästen umgehängt und auch einige nach Marderfraß repariert.

Tiere brüten zweimal

„Wir haben in diesem Jahr so viele Mäuse, dass die Schleiereulen zweimal gebrütet haben. Wir hatten dieses Jahr Bruten mit bis zu neun Jungen, bei einigen Nistkästen stapelten sich bis zu 22 tote Mäuse als Futter für die Jungen“, erklärt Meier, wieso so viel Gewölle zusammen gekommen war. Grund für die vielen Mäuse sei der milde Winter gewesen sowie die mehrjährigen Grünbrachen, aus denen sich die Mäuse sehr gut entwickeln konnten.

Nachdem die Schleiereule noch in den 60er, 70er und 80er Jahren auf der roten Liste stand und vom Aussterben bedroht war, ist sie inzwischen überall in der Samtgemeinde wieder zu finden. Doch nicht nur bei den Schleiereulen hat sich das große Nahrungsangebot bemerkbar gemacht. Profitiert haben alle, die Mäuse als Beute haben. „Bei den Turmfalkenzum Beispiel hatten wir in diesem Jahr beachtliche 82 Junge. Und es hat auch gute Bruterfolge bei anderen Eulenarten gegeben. Auch Greifvögel wie Bussarde, Rotmilan, Rohrweihe haben profitiert.“

Naturschützer und Wohnungsbesitzer kooperieren

Alles in allem zeigt das Meinersen-Schleiereulen-Projekt die positiven Seiten des Artenschutzes, denn hier haben Naturschützer und Wohnungsbesitzer, meist Landwirte, laut Meier prima miteinander kooperiert. Ohne die vielen Eigentümer, die ihre Dachböden zur Verfügung gestellt haben, „hätte das Aufhängen und die jährliche Erlaubnis zur Nistkastenkontrolle und Beringung gar nicht funktionieren können“. Zusätzlich bleiben die den Schleiereulen zur Verfügung stehendenSpezialnistkästen auch in Zukunft ein wichtiger Brutplatz.

Wer Nabu und OAB unterstützen möchte in der Arbeitsgemeinschaft Schleiereulenschutz, kann sich unter Tel. (0 53 75) 99 30 informieren.

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