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Meinersen Im Tausch: Mädchen gegen eine Kuh
Gifhorn Meinersen Im Tausch: Mädchen gegen eine Kuh
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16:00 01.07.2019
Exotischer Besuch am Gymnasium Meinersen: Gemeinsam mit Dirk und Sarah Frykowski (sitzend) berichteten die Massai Jona (v.r.), Glory und Penina den Schülern des neunten und elften Jahrgangs von ihrem Leben in Tansania. Quelle: Hilke Kottlick
Meinersen

Exotischer Besuch im Gymnasium Meinersen: Sarah und Dirk Frykowski vom Verein „Hilfe für die Massai“ besuchten jetzt gemeinsam mit den „Königen der Steppe“ – mit den Massai Jona, Glory und Penina – die Schule. Das Ehepaar Frykowski berichtete dort von der Arbeit, die es als Mitglied des Vereins in Tansania leistet. Und die Massai Jona, Glory und Penina erzählten in perfektem Englisch von ihrem Leben.

Ausstellung in Gifhorn

Den Kontakt zu dem Ehepaar Fykowski hatte Sigrid Bente, Lehrkraft am Sibylla-Merian-Gymnasium – über Irmgard Damm hergestellt, die seit sieben Jahren regelmäßig nach Tansania reist und im vorigen Jahr im Museum in Gifhorn eine Ausstellung über das Land angeboten hatte. Lehrerin Bente hatte im Vorfeld mit einer Projektgruppe die Präsentation im Museum besucht. Daraus resultiert jetzt laut Dirk Frykowski die Visite der Massai im Gymnasium.

Hilfe für die Massai

„Wir arbeiten beide für den Verein „Hilfe für die Massai“ in Tansania“, berichten Dirk und Sarah Frykowski. Der Gas- und Wasser-Netzmeister hatte 2001 seinen Zivildienst in Tansania absolviert und Land und Leute kennen und offenbar schätzen gelernt, erzählt er. Kurz darauf heiratete er seine Frau, die wie er aus Siegen stammt und dort als Bankkauffrau gearbeitet hat. „Seit dem Jahr 2011 machen sich der heute 40-Jährige und die 34-Jährige für die Massai stark. „Mit dem Besuch von Jona, Glory und Pedina versuchen wir eine Brücke zu schlagen von Deutschland nach Tansania“, sagt Sarah Frykowski.

Beschneidung der Mädchen

Der Verein Hilfe für die Massai unterstützt laut Sarah Frykowski im Norden Tansanias ein Entwicklungs- und Bildungsprojekt, das durch Spenden und Patenschaften aus Deutschland finanziert wird.“ Dabei ist Bildung eine wichtiges Projekt. Der Verein finanziert Schulbesuche für die Kinder der Massai über Patenschaften. So wird eine Schule in Malambo betrieben. Außerdem unterhält der Verein am Stadtrand von Arusha ein eigenes Mädchenwohnheim. Die etwa 20 Mädchen – laut Frykowsky „zumeist Massai im Alter von drei bis 14 Jahren“ – besuchen eine englischsprachige Grundschule. Aufklärung und Bildung sind laut Fykowski besonders wichtig. „Bei den Massai werden heute noch Mädchen an ihre künftigen Männer gegen eine Kuh verkauft“. Mädchen im Alter von vier Jahren leben mitunter bereits im Haushalt des Mannes. Genauso sei ihre Beschneidung nach wie vor grausames Thema.

Als Nomaden im Grenzland von Kenia und Tansania sind die Massai auch heute noch bekannt. Sie sind berühmt für ihre Kultur und als Krieger der Savanne. Laut Info des Vereins „Hilfe für die Massai“ mussten die Massai laufend ihre Steppe gegen andere eindringende Stämme verteidigen und sich behaupten. Mit Erfolg, „denn die Massai sind bei den übrigen Stämmen gefürchtet und gelten als ein hochmütiges und kriegerisches Volk“.

Lebensraum wird kleiner

Über viele Jahrhunderte hinweg hat dieses Volk unverändert und erfolgreich gelebt. Kultur und Tradition konnten bis heute fast unverändert bewahrt werden. Doch in jüngster Zeit sehen sich die Massai übermächtigen Herausforderungen gegenüber. „Ihr Lebensraum wird kleiner, die Umwelt verändert sich“, heißt es weiter. Bei den Herausforderungen, mit denen die Massai konfrontiert werden, handelt es sich um Umwelteinflüsse, die ihre traditionelle Weidewirtschaft einschränken.

Ein grundsätzliches Problem in diesem Zusammenhang: Die Massai besitzen kaum Landrechte. Als „Könige der Steppe“ haben sie nie daran gedacht, sich das Land festschreiben zu lassen. So aber ist es ein Leichtes, „sie von ihrem angestammten Land zu vertreiben“. Aufgrund mangelnder Schulbildung vermögen es Massai kaum, selbst für ihre Rechte einzutreten und zu kämpfen. Ein Grund mehr laut Sara und Dirk Frykowski, sich für Schule und Bildung dieser Menschen einzusetzen.

 

Von Hilke Kottlick

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