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Meinersen Hitlerjunge: Sally Perel erzählt aus seinem Leben
Gifhorn Meinersen Hitlerjunge: Sally Perel erzählt aus seinem Leben
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19:00 18.09.2018
Ich war Hitlerjunge Salomon: Sally Perel berichtete am Schulzentrum Meinersen über den Holocaust, den er überlebte. Quelle: Hilke Kottlick
Meinersen

Der gebürtige Peiner Sally Perel verstand es von Beginn an, mit klug aufbereiteten Erinnerungen an den Nationalsozialismus den achten und neunten Jahrgang der Realschule und später die rund 430 Schüler des Sibylla-Merian-Gymnasiums von der ersten bis zur letzten Minute seines Vortrags zu fesseln.

Regelmäßige Besuche in der Heimat

Perel lebt seit mehr als 60 Jahren in Israel. Wie er berichtete, kehrt er nach wie vor zwei- bis dreimal im Jahr in seine Heimatstadt zurück, um dort und in Einrichtungen in ganz Europa vom „dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte“ zu berichten.

Das ist Sally Perel

Als Sohn jüdischer Eltern wurde Sally – Salomon – Perel am 21. April 1925 in Peine geboren. 1938 flüchtete die Familie nach Lodz/Polen. 1939 schickten die Eltern Sally und seinen Bruder nach Russland. Die Brüder wurden getrennt. Perel kam für zwei Jahre in ein Waisenhaus. 1941 wurde er von der Wehrmacht gestellt. Er versicherte, Volksdeutscher zu sein. Ihm wurde geglaubt. Unter dem Namen Josef – Jupp – wurde er von einem deutschen Hauptmann adoptiert. Er besuchte in Braunschweig eine Schule der Hitlerjugend. Den Rest der Kriegszeit verbrachte er dort als Hitlerjunge. Heute lebt Perel – seit 1945 – im israelischen Tel Aviv.

„Was können wir tun, damit ihr nicht in so eine Katastrophe getrieben werdet?“, fragte Perel die Schüler. Er antwortete selbst: „Indem wir beweisen, dass wir nicht geschichtsfrei leben“. Zugleich verwies er auf den wieder aufkeimenden Rechtsextremismus und auf die Neonazis, die „aus rassistischen Gründen den Mord an sechs Millionen Juden leugnen“ und von der Auschwitz-Lüge sprechen. „Wir werden Auschwitz nie wieder los werden, das wird uns immer verfolgen“, sagte Perel.

Erinnerungen an die Mutter

Er streifte seine Kindheit, den Kriegsbeginn, die Flucht mit Eltern und Geschwistern nach Polen. Intensiv berichtete er von seiner Mutter, die ihn und seinen Bruder wegschickte, als die Nazis kamen. Die Wort „Sally geh, du sollst leben“, gab sie dem Sohn mit auf den Weg. Er sollte sie nie wieder sehen.

Perel streifte wieder zurück in seine Jugendzeit. Er überlebte nur, weil er sich damals in Braunschweig als Hitlerjunge ausgab. „Ich war 16 Jahre alt und entwickelte Schutzmechanismen, lebte in zwei Welten, ein Doppelleben – Jude und Nazi in einem Körper“, beschrieb er Überlebensstrategien. „Um zu leben, musste ich Hitler die Treue schwören.“

„Ich bin doch kein Satan“

Und wenn er sich damals auch mit Hakenkreuz und Nazis identifizieren musste, so teilte er eines nicht – „ihre Rassenkunde“. Danach wurden die Juden als „Gesandte Satans auf Erden bezeichnet“. Aber er war sich sicher, „ich bin doch kein Satan“, sagte er und als Hitlerjunge Salomon bilanzierte er: „Mit dem Thema Juden war ich nicht einverstanden, aber der Zeitgeist war überzeugend.“ Seine Aufforderung an die Schüler: „Wir müssen alles tun, damit sich so etwas nicht wiederholt.“

Von Hilke Kottlick

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