Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Meinersen Haus mit Kleiderkammer und Repair-Café geplant
Gifhorn Meinersen Haus mit Kleiderkammer und Repair-Café geplant
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 12.05.2019
Das Haus im Uhlenkamp: Der Verein Flüchtlingshilfe der Samtgemeinde Meinersen will dort eine Kleiderkammer, ein Repair-Café, Bildungsangebote und eine Raumnutzung durch Dritte anbieten.
Meinersen

Das Projekt kann starten, Zielgruppe sind sozial und kulturell benachteiligte Menschen in der Samtgemeinde Meinersen: Der Verein Flüchtlingshilfe Meinersen stellte jetzt sein aktuelles Projekt „Haus im Uhlenkamp“ vor. Dort ist geplant, ein Kleidermagazin für Bedürftige einzurichten, das erste Repair-Cafe im Landkreis Gifhorn zu eröffnen und Bildungsangebote zu offerieren.

Votum der Mitglieder fehlt noch

„Das Einzige, was noch fehlt, ist das Votum der Mitgliederversammlung, die für Samstag, 11. Mai, um 16 Uhr im Mehrgenerationenhaus am Gajenberg ansteht“, sagt Vorsitzender Ulf Neumann. Er sei aber „guter Dinge“, dass die Versammlung dafür stimmen wird und dann kann der Mietvertrag für das Haus unterzeichnet werden.

Finanzierung ist mittlerweile gesichert

Gemeinsam mit den Mitstreitern Heike Töpel sowie Manuela und Andy Plettke zeigt Neumann das Haus im Uhlenkamp. Geduldig hätten die Vermieter dieses Hauses so lange für die Flüchtlingshilfe freigehalten, bis die Finanzierung auf halbwegs sicheren Beinen stehe.

Haben sich vieles auf die Fahne geschrieben: Manuela und Andy Plettke (sitzend) Ulf Neumann und Heike Töpel. Quelle: Hilke Kottlick

Das ist laut Plettke jetzt der Fall. Und wenn Neumann zufolge künftig auch weitere „Mittel erforderlich sein werden“, so fließen einmalig 3000 Euro von der Gemeinde Meinersen, und die evangelische Kirchengemeinde St. Georg und die katholischen Kirchengemeinde St. Altfrid GifhornMaria Goretti Meinersen – unterstützen die Arbeit drei Jahre lang mit jeweils 1500 Euro pro Jahr. Die Zusage der Samtgemeinde über einen Zuschuss steht laut Neumann noch aus. „Und wir verfügen über Eigenmittel in Höhe von 1800 Euro“, ergänzt Plettke.

Kleiderkammer soll Einnahmen bringen

Einnahmequellen sehen die Vereinsmitglieder im Betrieb der Kleiderkammer. Nach dem Motto „was nichts kostet, ist nichts wert“, planen sie dort, nach Leiferder und Müdener Muster geringe Beträge für gute erhaltene Kleidung zu verlangen. Außerdem planen sie, „hin und wieder kleine musikalische Veranstaltungen gegen Eintritt anzubieten“.

So wird das Haus eingerichtet

Für Renovierungsarbeiten müssen laut Neumann zurzeit keine Gelder fließen. Das Haus zeigt sich mit seinen rund 120 Quadratmetern in gutem Zustand. „Wir können so einziehen“, sagt er und präsentiert den lichtdurchfluteten Vorflur im Erdgeschoss, der wie ein Wintergarten als Treff dienen kann. Die Küche ist vollständig eingerichtet, ein zweiter Zugang ist vom Hof möglich. In den Zimmern im unteren Bereich sollen ein Besprechungsraum, ein Schulungs-Seminar-Zentrum und das Repair-Café eingerichtet werden. Ein Lagerraum dient als kleine Werkstatt. Es gibt weiterhin ein WC und einen Heizungskeller. Im oberen Bereich ist laut Neumann die Einrichtung der Kleiderkammer samt Umkleideräumen geplant.

Kleiderkammer soll schon Ende des Monats öffnen

Als Kooperationspartner im Haus im Uhlenkamp 4 wünschen sich die Initiatoren um Andy Plettke und Ulf Neumann die Samtgemeinde und die Gemeinde Meinersen, den Landkreis Gifhorn, die demokratischen Parteien, Bildungsträger wie KVHS und Schulen, Sozialverbände und den Seniorenbeirat.

Zur Zielgruppe gehören laut Neumann Geflüchtete, Rentner, Alleinerziehende und deren Kinder, Hartz IV-Betroffene, Bedürftige, Einwohner aus der Region sowie „alle Menschen, die Interesse an anderen Menschen haben“.

Geplant ist die Eröffnung der Kleiderkammer Ende des Monats, das erste Repair-Café im Landkreis Gifhorn könnte laut Neumann „nach den Sommerferien öffnen“. Manuela Plettke sieht darin eine Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft. Sollen dort doch ehrenamtliche Profis dazu anleiten, Kleidung, Elektrogeräte oder Spielzeug bei einer Tasse Kaffee oder Tee zu reparieren. Andy Plettke hat ein Repair-Café in Celle besichtigt. Es dient nicht nur der Reparatur, sondern ist gleichzeitig eine Begegnungsstätte, in der auch ein Büchertisch angeboten wird.

Auch Bildungsangebote plant der Flüchtlingshilfeverein in dem neuen Haus. Neumann denkt dabei an Deutsch-Unterricht für Geflüchtete, an interkulturelle Veranstaltungen und angesichts wachsender Gefährdung an Projekte zur Demokratiebildung vor Ort. Und weiterhin sehen die Aktiven des Vereins in dem Haus auch die Möglichkeit der Raumnutzung durch Dritte.

Sie hoffen nun auf das Votum der Mitgliederversammlung am Samstag, 11. Mai für das Haus im Uhlenkamp, das die Vermieter „seit Juli vorigen Jahres für uns freigehalten haben“, so Neumann. „Wir sind kurz vor der Ziellinie“, sagt er und hofft nun darauf, dass der Mietvertrag bald unterschrieben wird.

Von Hilke Kottlick

Wer wissen will, was in der Samtgemeinde Meinersen in nächster Zeit los ist, findet hier die Termine

09.05.2019

Mitglieder des Behindertenbeirates im Landkreis Gifhorn wissen nur zu gut: „Wer nicht sprechen kann, hat trotzdem viel zu sagen“. Genau dies möchten sie mitteilen – anhand der Ausstellung „...ich sehe was, das du nicht siehst“, die am Donnerstag, 9. Mai, um 18.30 Uhr im Rathaus Meinersen eröffnet wird.

07.05.2019
Meinersen Bienen und Hummeln unersetzbar für Pflanzen- und Tierwelt - Insektensterben: „Jeder kann etwas tun“

„Es gibt 17 Millionen Gärten in Deutschland“, sagt Bärbel Rogoschik. Die Leiterin des Nabu-Artenschutzzentrums in Leiferde ist überzeugt : „Da kann jeder etwas gegen das Insektensterben tun.“

10.05.2019