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Meinersen Nach Feuer in Müden: Ermittler suchen in den Trümmern nach Brandursache
Gifhorn Meinersen Nach Feuer in Müden: Ermittler suchen in den Trümmern nach Brandursache
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19:14 06.01.2020
Ursachenforschung: Brandermittler Tobias Schumacher durchsuchte die Trümmer des abgebrannten Hauses. Quelle: Hilke Kottlick
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Müden

Ein farbenfrohes Dreirad steht vor den Trümmern. Kein Kind kann mehr darauf fahren –ebenso wie an einem Roller sind alle Plastikteile verbogen, geschmolzen, verbrannt bei dem Feuer, das am Neujahrsmorgen ein Carport und eine Doppelhaushälfte in der Straße Thielenkamp in Müden vernichtete. Die Bewohner – ein Ehepaar mit drei Kindern und Jimmy, dem Hund der Familie –konnten den Flammen entkommen. Jeglicher Hausrat, Möbel, Bekleidung verbrannten.

Die Ursache für das verheerende Feuer versucht jetzt die Kripo zu ermitteln. Gemeinsam mit einem Versicherungsvertreter fahndete Polizei-Kommissar Tobias Schumacher von der Polizei Gifhorn in den Trümmern nach Spuren. Deren Auswertung dauert dem Brandermittler zufolge noch etwas an. Parallel dazu machen sich viele Menschen stark für die Familie – eine Spendenaktion läuft. „Viele wollen helfen, uns wurde sogar völlig unbürokratisch vorübergehend ein Auto zur Verfügung gestellt“, ist das betroffene Ehepaar dankbar für zahlreiche Hilfsangebote.

Familie darf Haus nicht betreten

Wegen der ausstehenden Untersuchung war der Brandort bislang von der Polizei beschlagnahmt. „Wir durften nicht in das Haus“, sagt das Ehepaar. Ebenso wie Gisela Sawall aus Gifhorn, Eigentümerin des Müdener Hauses, hatte die betroffene Familie erfahren, dass Ermittler und Versicherungsvertreter den Brandort besichtigten.

Spendenaktion angelaufen

Sie kamen hinzu, beobachten Schumacher bei seiner Arbeit in der Hoffnung darauf, nach Freigabe des Hauses durch die Polizei vielleicht doch noch einiges aus den Trümmern holen zu können.

Jimmy schoss wie eine Rakete ins Freie

„Wir sind fünf Personen und der Hund“, sagt der Familienvater. Das Stichwort greift seine Frau auf. Sie ist überzeugt davon, dass Jimmy Brandgeruch- und -geräusche wahrgenommen und durch sein Bellen die Familie gerettet hat. „Meine Tochter war schon wach, sie hörte den Hund bellen“, erzählt sie von dem Neujahrsmorgen, an dem erst das Carport brannte und die Flammen dann auf die von der Familie bewohnten Doppelhaushälfte übergriffen.

Während die Familie noch schlief, habe die Tochter Brandgeruch wahrgenommen, das aber auf die Silvesterknallerei geschoben. Erst der bellende Hund habe sie veranlasst, die Tür zu öffnen und dabei sei Jimmy „wie eine Rakete raus geschossen“, erzählt die Mutter. Durch das Gebell seien die anderen bis dato noch schlafenden Bewohner in letzter Sekunde geweckt worden und konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen. Fazit kurz darauf: Sämtliche 13 Feuerwehren aus der Samtgemeinde Meinersen und aus Gifhorn rückten an und verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf die andere Hälfte des Doppelhauses.

Beim Bruder untergekommen

„Wir sind nun vorerst bei meinem Bruder untergekommen“, erzählt die Ehefrau. „Wir haben ein Dach über dem Kopf“, ergänzt ihr Mann. Die Familie mit den drei Kinder im Alter von 17, 15 und acht Jahren wurde bereits mit dem Nötigsten versorgt. „Wir erhalten viel Hilfe“, sagt der Familienvater. Auch Wohnraum sei bereits angeboten worden. „Eine Wohnung in der Nähe von Müden wäre ideal“, hoffen die Eltern jetzt darauf, nicht allzu weit weg ziehen zu müssen – damit ihre Achtjährige nicht die Schule wechseln muss. „Wir hoffen jetzt darauf, dass bald wieder Normalität einkehrt“, blickt der Familienvater nach vorn und setzt dabei besonders für die Kinder auf den Schulbeginn.

Hilfsaktion der Kirche

Parallel zu privaten Hilfsangeboten hat die Müdener Kirchengemeinde St. Petri ein Hilfskonto eingerichtet, um die Familie schnell und unbürokratisch zu unterstützen. Laut Pastor Jürgen Harting sei der Hausrat zwar versichert gewesen, „aber bis die Versicherung zahlt, kann viel Zeit ins Land gehen“. Der Appell des Pastors lautet deshalb: „Die Familie benötigt kurzfristig finanzielle Unterstützung, um sich die wichtigsten Dinge des täglichen Lebens schnell wieder beschaffen zu können.“ Unter dem Verwendungszweck „Aktion Hausbrand in Müden“ hat der Pastor ein Spendenkonto eingerichtet: Evangelische Bank, Kontoinhaber Kirchenkreis Gifhorn, IBAN DE66 5206 0410 0000 6020 60. Über jede Zuwendung wird Harting zufolge eine Spendenbescheinigung ausgestellt. Rückfragen unter Tel. (0 53 75) 3 02 31 48, Mail: juergen.harting@evlka.de.

Von Hilke Kottlick

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