Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Meinersen Adventszeit mit Drillingen – Bei Familie Zorn aus Meinersen ist gutes Zeitmanagement gefragt
Gifhorn Meinersen Adventszeit mit Drillingen – Bei Familie Zorn aus Meinersen ist gutes Zeitmanagement gefragt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
11:45 23.12.2019
Trubel im Wohnzimmer: Michaela Zorn mit den Drillingen Conner-Neo (v.r.), und Calea-May und Cara-Lia. Quelle: Hilke Kottlick
Anzeige
Meinersen

Ausgesuchter Weihnachtsschmuck deutet schon im Hof darauf hin – hier wohnen Kinder. Michaela Zorn öffnet die Tür. Während ihr siebenjähriger Sohn Kilian in der Grundschule ist, sitzen zwei kleine Mädchen und ein Junge am Küchentisch. Die drei gucken kritisch. Es gibt Frühstück – Happen für Happen vom Marmeladebrot reicht die 41-jährige Mutter abwechselnd den Kindern, die am 2. Juli 2018 zur Welt kamen – als Drillinge. Und während andere Familien eine ruhige Adventszeit erleben, hält dieses Trio die Eltern auf Trab und sorgt bei Kerzenlicht für mächtig Stimmung.

„Allein die Treppe mit den Dreien hoch und runter zu gehen, ist ein Kraftakt – fast wie im Fitness-Studio“, schmunzelt Michaela Zorn. „Jetzt müssen wir erst wieder nach dem Mittagessen hoch“, ist sie froh. Gutes Timing ist da erforderlich – oben nur nichts vergessen, was unten gebraucht wird.

Drei Zwerge sorgen für viel Freude

Ich brauche neue Eltern

„Conner-Neo ist der Erstgeborene“, stellt Michaela Zorn ihren 17 Monate alten Sohn vor. Dem Kleinen folgte Calea-May als Zweitälteste. Als Nesthäkchen der Familie kam Cara-Lia auf die Welt. „Eigentlich war ein Geschwisterchen für Kilian geplant“, blickt Michaela Zorn zurück. Dann folgte die Überraschung – es kamen zwei Schwestern und ein Bruder für den Siebenjährigen. „Anfangs gab es schon Gedanken, ob wir das alles finanziell schaffen“, sagt sie. Und für Kilian, der nach der Geburt der Drillinge „alles total aufregend fand“, folgte eine Phase, in der er nicht mehr so begeistert war. „Er hatte keine Lust mehr auf Schule und wenn wir geschimpft haben, wurde es schlimmer“, erinnert sie sich an seine Feststellung: „Ich brauche neue Eltern“. Heute ist das Schnee von gestern.

Wann soll ich Wäsche machen?

Nach der Geburt der Drillinge erhielt Michaela Zorn für zwei Stunden pro Woche Unterstützung durch eine Familienhebamme, später half die Organisation „Welcome“. Mittlerweile gibt es keine Hilfe mehr. Sie muss sehen, wie sie es allein schafft. Dabei fragte sich die ausgebildete Industriekauffrau anfangs schon, „wann soll ich Wäsche machen oder Kartoffeln schälen“. Darüber braucht sie sich zumindest an Weihnachten nicht zu sorgen. Dann gibt es Hilfe. „Meine Eltern kommen aus dem etwa 350 Kilometer entfernten Brandenburg“, sagt sie. „Ich freue mich darauf.“

Sie erzählen sich etwas

Michaela Zorn beschreibt den Alltag. Zwischen 5.30 Uhr und sechs Uhr fährt ihr Mann Sven Zorn zur Arbeit. „Vorher hat er das Schulbrot für Kilian und die Milch für die Drillinge zubereitet.“ Während die drei Kleinen noch schlafen, frühstückt die Mutter mit dem Grundschüler. Jetzt muss sie dabei auch die Zeit einplanen, die er zum Öffnen des Advents-Türchens braucht. „Das sind zwar nur ein paar Minuten, aber es ist auch eine schöne Zeit“, findet sie. Dann bringt sie den Siebenjährigen in die nahe gelegene Grundschule. Sollten die Drillinge derweil wach werden, „dann erzählen sie sich etwas.“ Sie ist überzeugt, dass sich die Drei in ihrer eigenen Sprache verständigen. „Wenn beispielsweise einer etwas entdeckt, dann wird er laut und die anderen laufen sofort zu ihm. Wie soll das ohne Verständigung funktionieren?“, fragt sie.

Es ist spannend

Nach dem Frühstück ist Spielzeit und dann geht es hinaus. Dabei sorgt das Trio bei Passanten stets für Aufmerksamkeit. Gegen 12 Uhr geht es heim. „Kilian freut sich, mit uns gegen 13 Uhr Mittag zu essen“, sagt die Mutter. Dann steht Wickeln mal drei an und es folgt ein zweistündiger Mittagsschlaf. Dabei bestätigt sich für Michaela Zorn immer wieder, dass gutes Zeitmanagement erforderlich ist, um alle Herausforderungen zu bewältigen. Denn Abläufe ändern sich mit der Entwicklung des Trios. Wurden sie anfangs mit einem Löffel von der Mutter gefüttert, essen sie jetzt Gemüse oder Nudeln selbständig aus eigenen Schälchen. „Ich frage mich oft, was wird mal aus ihnen?“, überlegt die Mutter laut. „Wird jeder seine Freunde haben, bleiben sie verbunden, gehen sie eigene Wege? Die Zeit vergeht jetzt einfach viel schneller. Aber es ist spannend und ich genieße es.“

Von Hilke Kottlick

Renate Heuer ist Hillerses Ehrenamtliche des Jahres 2019: Der Gemeinderat hat sie jüngst ausgezeichnet. Außerdem ging es um Zuschüsse für den TSV Hillerse und um Vandalismus am Dorfgemeinschaftshaus Volkse.

23.12.2019

Sie tüfteln und tüfteln: Die Straßenbauer überlegen fieberhaft, wie sie die Allerbrücken bei Brenneckenbrück ersetzen. Wie gelingt die Operation an der B 188 möglichst schmerzfrei für den Verkehr?

22.12.2019

Was für ein besonderes Krippenspiel: Zwölf Kinder und fünf Tiere, der Posaunenchor Seershausen und Schauspieler Felix Meyer bescherten unzähligen Gästen eine stimmungsvolle Weihnacht in Bokelberge.

22.12.2019