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Meinersen Kinder – bedroht von Gewalt und Drogenbanden
Gifhorn Meinersen Kinder – bedroht von Gewalt und Drogenbanden
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16:41 06.09.2019
Besuch aus Guatemala: Es freuen sich Burkhard und Sabine Steffen (v.l.), Carmen Barrios, Steffi Büttner und Oliver Flanz. Quelle: Hilke Kottlick
Meinersen

Lockere Stimmung bei Burkhard und Sabine Steffen in Meinersen. Sie freuen sich gemeinsam mit Pastor Oliver Flanz über besonderen Besuch. Carmen Barrios ist angereist. Die 43-Jährige leitet seit 2005 die Kindertagesstätte ADECI in Guatemala-Stadt. Das ist die Kita und gleichsam das Diakonieprojekt, für das sich das Ehepaar Steffen gemeinsam mit der Meinerser Kirchengemeinde St. Georg seit fünf Jahren stark macht. Umso spannender ist es da für die Meinerser, mit Carmen Barrios jetzt die Frau persönlich kennen zu lernen, die für das ADECI-Projekt in Zentralamerika lebt und arbeitet.

Bilder rund um das Projekt ADECI in Guatemala-Stadt

„Etwa 150 Kinder und Jugendliche im Alter von anderthalb bis zwölf Jahren werden bei uns betreut“, berichtet die 43-Jährige auf spanisch. Steffi Büttner übersetzt. Büttner arbeitet für die deutsche Spendenorganisation Futuro Si. Diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Los von Kindern in Lateinamerika zu verbessern. „Dafür wird Futoro Si bereits seit Jahren mit dem deutschen Spendensiegel ausgezeichnet“, betont Sabine Steffen.

Mittagessen

Bei ADECI werden laut Carmen Barrios aber nicht nur Kita-Kinder tagsüber betreut, sondern auch Schüler. Die Mitarbeiter versorgen die Kinder mit dem, was zu Hause fehlt – mit Mittagessen, sozialem Miteinander und gesundheitlicher Förderung. Die Kita-Chefin nennt den Grund: „Viele oft alleinerziehende Mütter können die Kinder nicht ausreichend betreuen.“

Schulaufgabenhilfe

ADECI sorgt außerdem für Schulaufgabenhilfe. „Diese Nachhilfe ist wichtig“, betont Carmen Barrios. Denn wenn die Kinder „schulisch scheitern, landen sie auf der Straße“. Und dort lauern der „Maras – die Drogenbanden“. Sie würden bereits Sechsjährige mit kleinen Geschenken anlocken und sie bei Schutzgelderpressungen als Boten einsetzen. „Die Maras wissen genau, dass Kinder vom Gesetzgeber noch nicht strafrechtlich verfolgt werden.“

Jugendbanden

„Sind Kinder erst einmal in der Abhängigkeit solcher Jugendbanden, gibt es kein Zurück mehr“, sagt die Kita-Leiterin. Sie hat – wie sie sagt –bislang nur vor einem Vater gehört, der sein Kind zurück gewinnen konnte. „Um zu überleben, mussten Vater und Sohn die Stadt verlassen“, nennt sie Folgen.

Elternschule

Mit Gewalt in den Straßen von Guatemala Stadt und oft auch in den Familien werden die ADECI-Mitarbeiter regelmäßig konfrontiert. Anlass für das Team um Carmen Barrios, auch eine Elternschule zu gründen. „Eltern sind der Schlüssel zum Erfolg“, sagt sie. Und deshalb bietet sie monatliche Workshops für Eltern an. „Der Fokus liegt dabei darauf, ihnen klar zu machen, dass Menschenrechte auch für Kinder gelten.“ Rund 5000 Familien besuchten laut Carmen Barrios bereits die Elternschule. Der Erfolg spricht für sich, denn von Jugendämtern erhalten der Kita-Leiterin zufolge auffällige Eltern oft die Auflage, an der Elternschule teilzunehmen.

Engagement rund um die Uhr

Carmen Barrios betreut ADECI seit 2005. Die 43-Jährige arbeitet dort aber nicht nur – sie lebt für dieses Projekt und zwar rund um die Uhr. So weiß Burkhard Steffen, dass sie im Notfall sogar über Nacht Kinder bei sich zu Hause betreut –stets mit dem Ziel, „Kindern eine Chance für eine bessere Zukunft zu bieten“.

Erfahren, was mit den Spenden geschieht

Vor rund fünf Jahren suchte die Kirchengemeinde Meinersen laut Sabine und Burkhard Steffen ein Projekt, mit dem sich die Gemeinde identifizieren konnte. Im Zuge dieser Suche stieß das Ehepaar Steffen auf die Hilfsorganisation Futuro Si. Dort wurden laut Sabine Steffen damals 24 Projekte betreut, unter anderem ADECI in Lateinamerika. Darauf fiel die Wahl der Meinerser vor dem Hintergrund, dass Helfer regelmäßig diese Kita besuchen und so erfahren, was mit den Spendengeldern geschieht.

Laut Sabine Steffen ist auch 2019 wieder eine Spendenaktion für dieses Projekt der St. Georg Kirchengemeinde geplant. Unter dem Stichwort „Futuro Si!“ richtete die Gemeinde ein Spendenkonto ein. Empfänger: Ev.-luth. Kirchengemeinde Meinersen, IBAN: DE66 5206 0410 0000 6020 60, BIC: GENODEF1EK1 (Evangelische Kreditgenossenschaft).

Von Hilke Kottlick

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