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Meinersen Baumfällaktionen in Meinersen: Eichen müssen weichen
Gifhorn Meinersen Baumfällaktionen in Meinersen: Eichen müssen weichen
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17:55 21.11.2019
Eschen am Bahnhof in Ohof: Die Bäume wurden laut Maren Bromund während der vergangenen 30 Jahre "dilettantisch ausgeschnitten". Quelle: Hilke Kotlick
Meinersen

„Wir haben hier am Kriegerdenkmal insgesamt 138 Bäume. Davon müssen 21 Eichen gefällt werden, 14 sofort und sieben in den kommenden Wochen“. Dieses Urteil teilte der Meinerser Gemeindedirektor Carsten Dietrich jetzt im Beisein von Bürgermeister Thomas Spanuth, Wilfried Voiges, Chef der SPD-Fraktion und Baumkontrolleur Eckehard Bosenick mit. Die jüngste Überprüfung des Baumbestandes habe außerdem ergeben, dass an 58 weiteren Bäumen Totholz – trockene Äste und Zweige – entfernt werden müssen. Laut Dietrich dienen diese Maßnahmen der Verkehrssicherheit. Bosenick zufolge hatte die externe Baumsachverständige Maren Bromund aus Bröckel die kranken Bäume unter die Lupe genommen und Einzelgutachten für jeden kranken Baum erstellt.

Pilzbefall: Eschen am Bahnhof

Außerdem sollen dem Gemeindedirektor zufolge die Eschen am Meinerser Park + Ride-Bahnhof in Ohof der Säge weichen. Die Bäume sind offenbar krank, sie sollen unter anderem von einem Pilz aus Asien befallen sein, der sich seit 2002 in Deutschland ausbreitet. Diese Eschen mit – so Dietrich – „ortsbildprägendem Charakter“ waren bereits Anfang dieses Jahres von Vertretern des Meinerser Bauausschusses unter die Lupe genommen worden. Der Fachausschuss hatte sich dafür ausgesprochen, die gefährdeten Bäume den Sommer über zu beobachten. Es war aber auch beschlossen worden zu handeln, sofern sie nicht mehr zu retten sind. Das ist laut Dietrich jetzt der Fall, ebenso sollen dem Meinerser Gemeindedirektor zufolge „13 Birken am Appelweg in Ahnsen in Richtung Müden“ gefällt werden.

Ersatzmaßnahmen geplant

Die Baumfäll-Arbeiten sind für die Mitarbeiter des örtlichen Bauhofes zu umfangeich, so Dietrich weiter. Deshalb seien sie öffentlich ausgeschrieben worden und „ die Aufträge wurden bereits erteilt“, teilte er weiterhin mit. Das Holz soll in Anschluss auf der samtgemeindeeigenen Homepage angeboten werden. Die großen Lücken, die durch das Fällen entstehen, werden laut Voiges „auf jeden Fall aufgefüllt mit Ersatzmaßnahmen“.

5000 Euro für Wiederaufforstung

„Dort, wo Eichen standen, sollen auch wieder Eichen gepflanzt werden“, ergänzte Spanuth. Für diese Wieder-Aufforstung soll laut Dietrich ein Sonder-Ansatz in den Haushalt eingestellt werden. Auf CDU-Antrag beläuft sich Spanuth zufolge die Summe dafür auf 5000 Euro.

Naturkonto einrichten

Anlass für den Meinerser Bürgermeister, sich für die Einrichtung eines „Naturkontos“ stark zu machen. Seine Idee dazu: Auf diesem Konto könnten die Erträge aus der alljährlichen Apfelbaum-Versteigerung im Künstlerhaus-Garten und aus dem Holz-Verkauf eingezahlt und gleichsam könnte davon das Geld für Ersatzpflanzungen entnommen werden.

Pilzbefall schwächt Vitalität der Bäume

Die extreme Trockenheit hat laut der Baumsachverständigen Maren Bromund aus Bröckel auch an anderen Orten den Bäumen arg zugesetzt. Hitze und Trockenheit hätten dabei dafür gesorgt, dass schneller Totholz entstehe. Dazu käme der Befall mit verschiedenen Pilzarten. „Das schwächt die Vitalität der Bäume zusätzlich“, teilte die Baumsachverständige mit. Bei der Witterung kämen alle Komponenten zusammen. „Durch die Vitalitätsschwäche schaffen es dann viele Bäume nicht, gegen Krankheiten anzugehen“. Sie habe sich jeden Baum am Kriegerdenkmal in Meinersen einzeln angesehen, versicherte Bromund. Dabei habe es zwei Herde gegeben, an denen sich die Bäume gegenseitig angesteckt hätten. „Eichen reagieren empfindlich auf Blattverluste“, teilte sie weiterhin mit. Davon seien Bäume mit viel Totholz – trockenen Kronen und Ästen – betroffen. „Dann schaffen sie es nicht mehr, Krankheiten zu kompensieren“, weiß die Fachfrau, die auch sagt: „Das ist der Lauf der Natur.“

Auch die Eschen am Bahnhof in Ohof habe sie sich angesehen, so die Baumexpertin. „Die habe ich aber nicht tot geschrieben“, versicherte sie. Bei den Eschen habe sie lediglich eine Stellungnahme zur Wirtschaftlichkeit abgegeben. Und dabei habe sie mit Blick auf „große Astungswunden“ auch festgestellt, dass diese Bäume während der „letzten 30 Jahre dilettantisch und viel zu großflächig ausgeschnitten wurden“.

Von Hilke Kottlick

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