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Meinersen Aus fürs Meinerser Antiquitäten-Café nach 32 Jahren
Gifhorn Meinersen Aus fürs Meinerser Antiquitäten-Café nach 32 Jahren
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20:47 03.12.2019
Schließung: Hede Stahmer stellt Ende Dezember den Betrieb des Meinersern Antiquitäten-Cafés ein. Quelle: Hilke Kottlick
Meinersen

Der Entschluss steht: „Ich komme gerade vom Gewerbeamt und habe den Betrieb abgemeldet“, sagt Hede Stahmer. Die Betreiberin des Meinerser Antiquitäten-Cafés hört Ende Dezember nach 32 Jahren auf – dann ist Schluss mit den berühmten selbst gebackenen Torten, Kuchen und dem dampfenden Kaffee zwischen Antiquitäten der ganz besonderen Art. Einer der Gründe für das plötzliche Ende ist der ab Januar geplante Abriss der nahe gelegenen maroden Okerbrücke.

Bilder aus dem Café

Nach 32 Jahren ist Schluss: Ende des Jahres schließt das Meinerser Antiquitäten-Café – ein Grund ist der Abriss der maroden Okerbrücke.

„Für mindestens ein Jahr ist dann kein Verkehr mehr auf der Brücke möglich“, befürchtet Hede Stahmer lange Umleitungen für ihre Kunden. Dazu komme der Baulärm – „das macht kein Kunde mit“, sagt sie.

Schlechte Erfahrungen mit Brückensperrung

„Wir waren gerade in Dänemark und haben groß eingekauft“, berichtet Hede Stahmer. Zurück in Meinersen habe sie einen Brief von der Gemeinde erhalten mit einer „Einladung der Anlieger zu einer nicht öffentlichen Sitzung“. Von Vertretern der Verwaltungsspitze hätten die Anlieger dann vom geplanten Abriss und Neubau der Okerbrücke erfahren, laut Hede Stahmer „geplant vom 16. Januar 2020 bis etwa Mai 2021“. Während dieser Zeit sei kein Verkehr auf der Brücke möglich, habe sie erfahren. Das Antiquitäten-Café sei dann nur aus Richtung Ahnsen und Seershausen erreichbar. „Das verunsichert die Kunden“, schildert sie Erfahrungen aus der Zeit des Kreiselbaus auf der B 188 zwischen Ettenbüttel und Leiferde. „Unsere Gäste fuhren erst Umwege über die Dörfer, dann kontrollierte dort die Polizei und verbot die Durchfahrt mit der Folge, dass die Café-Besucher aus dieser Richtung bald gar nicht mehr kamen.“

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Baulärm für mindestens ein Jahr

Aber selbst wenn die Kunden den Umweg zum Antiquitäten-Café aus Richtung Ahnsen in Kauf nähmen, dann käme der Baulärm zu Kaffee und Kuchen hinzu und zwar für mindestens ein Jahr Bauzeit. „Gibt es zwischendurch hier noch Hochwasser, werden sich die Arbeiten noch länger hinziehen“, ist sie überzeugt. Dazu käme die Befürchtung der Anlieger, dass im Zuge der Brückenarbeiten „Widerlager verstärkt und dafür Spundwände in die Erde gerammt werden müssen“. Laut Hede Stahmer gibt das „Vibrationen und Erschütterungen ohne Ende“. Anlass für die Anlieger, „um die denkmalgeschützten Häuser auf der historischen Insel zu fürchten“, sagt sie. Ein Grund mehr für die Teilnehmer laut Stahmer, ein Protokoll von der jüngsten Sitzung zu erwarten. Auch habe die Verwaltungsspitze signalisiert, eine weitere Info-Besprechung kurz vor dem Baustart einzuberufen.

Akuter Personalmangel ist weitere Ursache für Schließung

„Mein Ziel war es eigentlich, das Antiquitäten-Café noch drei Jahre weiter zu führen“, sagt die Betreiberin. Aber nicht nur der bevor stehende Brückenabriss sei jetzt Ursache für die Schließung des Cafés zum Ende dieses Jahres. Auch die Personalnot und die ständigen Wechsel hätten ihr immer wieder zu schaffen gemacht, sagt sie. „Fällt dann noch jemand wegen Krankheit aus, dann telefoniere ich in der Verwandtschaft herum und frage, ob jemand einspringen kann“, sagt sie.

Schlussstrich nach 32 Jahren

Sie hat nun nach 32 Jahren den Schluss-Strich gezogen. „Das Gewerbe ist abgemeldet“, das Haus schließt laut Hede Stahmer aber nicht vollends die Türen. „Die Theke und die Möbel kommen raus“, sagt sie. Und dann soll es in dem historischen Fachwerkhaus zwar keinen Kaffee und Kuchen mehr geben, wohl aber den „An- und Verkauf von Antiquitäten“.

Brückenabriss: Das sagt die Gemeinde

Abriss und Neubau der Okerbrücke sind laut Carsten Dietrich, Fachbereichsleiter Innere Dienste, „die größten Maßnahmen im kommenden Jahr“. Er bestätigte, dass die Anlieger jetzt in einer ersten Veranstaltung informiert wurden. Weitere Informationsabende – separat auch für die Gewerbetreibende – seien geplant. Dietrich teilte weiterhin mit, dass im Zuge der Bauarbeiten über Parkmöglichkeiten genauso informiert werden soll wie über Straßenführungen. Stellwände sollen aufgebaut werden. Gewerbetreibende hätten die Möglichkeit, Anliegen darauf mitzuteilen.

Der Fachbereichsleiter bestätigt weiterhin, dass bei dem Brückenbau die Widerlager verstärkt werden müssen und dafür Spundwände erforderlich seien. Zu prüfen sei in diesem Zusammenhang, ob mögliche Vibrationen beim Einrammen ins Erdreich die denkmalgeschützten Bauten der historischen Insel beeinträchtigen könnten. Er versicherte: „Wir werden dem noch einmal nachgehen.“

Der Baustart ist Dietrich zufolge für Mitte Januar 2020, das Bauende für Mai 2021 genannt worden. „Vermutlich geht es aber deutlich schneller“, sagte er und versicherte mit Blick auf die geplanten Arbeiten: „Als verantwortliche Gemeinde müssen wir etwas tun, denn wir haben die Verkehrssicherungspflicht.“

Von Hilke Kottlick

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