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Meinersen Alte Kapelle: Älter als 500 Jahre?
Gifhorn Meinersen Alte Kapelle: Älter als 500 Jahre?
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14:23 23.05.2019
Alte Kapelle mit rotem Glockenturm: Das mit Abstand älteste Gebäude in Seershausen ist wahrscheinlich sogar älter als 500 Jahre. Quelle: Hilke Kottlick
Seershausen

Die alte Kapelle in Seershausen wird in diesem Jahr 500 Jahre alt. Das zumindest untermauert die Zahl 1519, die an der Südseite des Gebäudes im Mauerwerk zu lesen ist. Laut Pastor Stephan Kühme könnte das Gotteshaus aber älter sein. So schreibt der ehemalige Lehrer Ernst Heuer in der Chronik Seershausen 1226 bis 2000, dass „anzunehmen ist, dass sie wesentlich älter ist“.

So deute eine bei der Renovierung gefundene Altarplatte auf das 14. Jahrhundert hin und damit auf ein früheres Baujahr. Laut Kühme ist diese Platte mit Profilen und einer „Vertiefung für eine Reliquie versehen“. Dem Pastor zufolge war das ehemals ein Muss für jede Kirche, die etwas auf sich hielt“. Diese Platte sei 1960 wieder zur Altarplatte geworden, so der Pastor. Er beschreibt weiterhin, dass im Rahmen der Renovierung neue Fenster eingebaut wurden. Dabei sei im Mauerwerk Fachwerk festgestellt worden. Dazu schreibt auch Heuer: „Es ist anzunehmen, dass hier zunächst eine Holzkapelle stand, die später innen und außen mit Bruchsteinen ummauert wurde.“

Laut einer Inschrift am Südwerk der alten Seershäuser Kapelle wird das Gebäude in diesem Jahr 500 Jahre alt – ein paar Bilder zum Jubiläum.

Bestechend ist der Charme des Kapellen-Innenraums. Der Klappaltar dort fällt als Kernstück ins Auge. Den Aufzeichnungen Heuers zufolge bestand dieser Altar bis zur letzten Renovierung im Jahr 1960 aus großformatigen Backsteinen. In der Mitte des Altars ist eine Darstellung des Abendmahls zu sehen, auf dem linken Flügel sind eine Schlange und ein Gastmahl abgebildet, auf dem rechten Flügel die Beschneidung und die Taufe Christi.

An der rechten Seite in der Kapelle steht die eckige Kanzel, sie stammt laut Kühme aus der Renaissancezeit. Am oberen Rand ist zu lesen: „Selig sind die Gottes Wort hören und bewahren“. In rundbogigen Füllungen sind zudem Gemälde abgebildet, die Matthäus, Markus, Christus und Lukas darstellen.

Gottesdienst zum 500-jährigen Bestehen der Seershäuser Kapelle

Die Jahreszahl 1519 ist in Stein gemeißelt an der Südwand im Mauerwerk zu lesen. Es könnte das Baujahr der alten Kapelle in Seershausen sein. Damit wäre die würdige alte Dame in diesem Jahr 500 Jahre alt. Und das ist nun wirklich ein Anlass zum Feiern, meint Stephan Kühme. Und so lädt der Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Päse für Himmelfahrt, 30. Mai, um 10.30 Uhr anlässlich des 500-jährigen Kirchen-Jubiläums zum Open-Air-Gottesdienst nach Seershausen ein.

Zünftig wird es zugehen bei diesem Gottesdienst im Freien, zu dem auch Mitglieder der Müdener St. Petri Kirche und der Selbstständigen Evangelisch-lutherischen Stephanusgemeinde Seershausen eingeladen sind. So wird die Feier an der alten Kapelle vom Posaunenchor und dem Männergesangverein musikalisch umrahmt. Laut Carmen Schirmer, Kirchen- und Kapellenvorsteherin und Andrea Sischka-Kühn, ebenfalls Kapellenvorsteherin, ist zudem ein Mittagessen vorgesehen, ein gemütliches Beisammensein schließt sich an. „Sollte das Wetter nicht mitspielen, können wir kurzfristig in das Dorfgemeinschaftshaus ausweichen“, nennen Carmen Schirmer und Andrea Sischka-Kühn zudem eine Alternative für den Regenfall.

„Bei der Renovierung der Kapelle 1960 wurden der Flügelaltar, die Kanzel und die Empore von einem Restaurator und Kirchenmaler sorgfältig gesäubert, auf Spuren alten Fassungen untersucht und nach den ursprünglichen Farben neu bearbeitet“, schreibt Heuer in der Chronik. Laut Kühme fand auch das Harmonium einen neuen Platz. Stand es ehemals hinter dem Aufgang zur Kanzel, findet es sich jetzt auf der Empore.

Knapp zwei Meter neben der Kapelle steht der rote Glockenturm. Es ist ein mit Brettern vernagelter Fachwerkbau – der laut Heuers Aufzeichnungen mit sieben Schalllöchern versehen ist. Die Glocke, die laut Andrea Sischka-Kühn noch per Hand geläutet wird, hat einen Durchmesser von 0,77 Metern. Sie wurde 1863 in Braunschweig gegossen.

Laut Kühme bietet die Kapelle Platz für 120 Besucher. Rege genutzt wird die alte Dame nach wie vor für Taize-Gottesdienste, berichtet er. Viele Menschen kommen dem Pastor zufolge auch im Dezember, um in dem ehrwürdigen Gotteshaus den Weihnachtsgottesdienst zu feiern. Damit nicht genug – viele Einwohner nutzen das Angebot des wohl einmaligen Kapellenraumes im ältesten Gebäude des Ortes auch für Trauungen – und Carmen Schirmer fügt hinzu: „Meine beiden Kinder wurden dort auch getauft.“

Von Hilke Kottlick

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