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Meinersen Erfolgreicher Einsamen-Treff: Kaum jemand da an Heiligabend
Gifhorn Meinersen Erfolgreicher Einsamen-Treff: Kaum jemand da an Heiligabend
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19:49 25.12.2019
Gemütlicher Nachmittag an Heiligabend: Die geringe Teilnahme an der Einsamen-Veranstaltung sieht der Meinerser Verein Aktiv für Menschen sogar als Erfolg. Quelle: Sebastian Preuß
Meinersen

Zum dritten Mal bot der Verein Aktiv für Menschen in Meinersen ein Beisammensein an Heiligabend in der Kleiderkammer an – in den neuen Räumen und mit einer erweiterten Zielgruppe. Doch die Resonanz stellte sich diesmal ganz anders dar als bei den beiden ersten Treffen.

In der Diele des rund 100 Jahre alten Bauernhauses am Uhlenkamp in Meinersen stehen bunte Windlichter auf Stehtischen. Sie korrespondieren farblich mit den Bildern an der Wand. Aus der Küche um die Ecke ist Radiomusik und Gespräch zu hören. Dort sitzen Ellen Reck-Neumann, ihr Ehemann Ulf Neumann sowie Sabine Deppe und Heike Töpel vom Verein Aktiv für Menschen zusammen. Der Tisch ist gedeckt, der alkoholfreie Punsch heiß.

Keiner soll an Heiligabend einsam sein

„Ob da jemand kommt, wir lassen uns überraschen“, sagt Ulf Neumann. Der Verein hat nicht nur Geflüchtete, sondern Alleinerziehende, Rentner und Erwerbslose eingeladen, zwischen 14 und 16 Uhr auf einen Plausch bei Keksen und Punsch vorbei zu schauen. Keiner soll an Heiligabend allein sein.

Der Praktikant bringt Kuchen

Jona Wiedenroth kommt mit seinem Vater Jörn vorbei, ein Blech selbstgebackenen Kuchen in der Hand. Der 13-jährige Schüler der IGS Gifhorn ist für ein halbes Jahr Praktikant beim Verein Aktiv für Menschen. Einmal pro Woche sortiert er in der Kleiderkammer Ware und hilft beim Saubermachen und Abwaschen. Wenig später stößt auch Nachbar Heiko Sinning – „mit drei N“ – dazu. „Die Idee, so einen Treff zu machen, finde ich super.“

Sinning ist zwar Single, zählt sich allerdings nicht zur Zielgruppe dieses Nachmittags. Er hat gleich noch im privaten Kreis eine Bescherung. Ein Unbekannter in dem Bauernhaus ist er keineswegs. Er war schon zum Repaircafé da.

Ein Zeichen für Integration

Die Runde bleibt so weit unter sich. Ellen Reck-Neumann sieht das nicht als Schlag ins Wasser. Bei den vorigen Malen seien sehr viele Geflüchtete gekommen. Doch inzwischen habe sich einiges getan. Nicht nur, weil die Gemeinschaftsunterkunft Geschichte ist und die Menschen dezentral wohnen. Sie hätten mittlerweile einen Job oder eine Ausbildung – und einen Führerschein, Ulf Neumann fallen immer häufiger Schwarzafrikaner am Steuer von Autos auf. Sie arbeiteten in der Pflege und im Handel – und hätten dadurch am frühen Nachmittag des Heiligabends nun keine Zeit mehr, hier vorbei zu schauen. Und: Die Integration beschleunige sich. „Viele haben Kontakte zu ,Eingeborenen’.“

Langer Atem gefragt

Auf der anderen Seite sieht Ellen Reck-Neumann bei Rentnern, Erwerbslosen und Alleinerziehenden durchaus noch eine gewisse Scheu, zu einem Treffen für Einsame zu gehen – gerade „auf dem Dorfe“. „Man muss einen langen Atem haben, bis sich hier so eine Veranstaltung etabliert.“

Von Dirk Reitmeister

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