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Meinersen „Ein unvergesslicher Tag“: Kinder erleben den Wald mit allen Sinnen
Gifhorn Meinersen „Ein unvergesslicher Tag“: Kinder erleben den Wald mit allen Sinnen
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16:47 28.10.2019
Verbindung schaffen: Das Netz aus Wollfäden soll jetzt für ein Jahr für die Gemeinsamkeit der Hasengruppe stehen. Quelle: Hilke Kottlick
Bokelberge

Ein Hahn kräht. Hofhund Bintas begutachtet jeden Neuankömmling mit einem blauen und einem braunen Auge. Eine schwarz-weiße Katze schnurrt um die Beine, und gleich neben dem Strohballenkreis picken Hühner Körner von einem Teller. Die Kinder der neuen Hasengruppe kommen auf den Hof des Kinder- und Tiercoaches Corinna Michelsen in Bokelberge. Diana Denzer von der Jägerschaft schreibt die Vornamen auf Zettel, die an die Jacken geklebt werden. Die Kinder setzen sich auf die Ballen und begutachten neugierig die Dinge, die in der Mitte des Kreises drapiert sind. Herbstzweige in einer Vase gehören dazu, lange Vogelfedern, ein Stoffhase und das spannendste – das Fell eines Dachses. Dieses Waldtier ist das Thema des Tages.

Sie sind zwischen fünf und sieben Jahre alt und lernen den Wald kennen: Kinder- und Tiercoach Corinna Michelsen und Jägerin Diana Denzer wollen die Kinder der zweiten Hasengruppe ein Jahr lang für die Natur sensibilisieren.

Die Mädchen und Jungen erfahren im Verlauf der kommenden Stunden vieles über diese schwarz-weiß gestreiften Gesellen, von denen laut Jägerin Diana Jäger viele durch die Wälder streifen.

Wald erleben

Diana Jäger und Corinna Michelsen begrüßen die neue Kindergruppe. „Wir werden mit viel Spiel und Spaß den Wald erleben“, sagt die Jägerin. „Für jedes unserer Treffen suchen wir ein Tier des Waldes aus, heute ist es der Dachs“, verkündet Corinna Michelsen. Sie stellt auch Bintas vor. „Ist das ein Wolf?“, erkundigt sich ein Junge. „Nein, das ist ein Mischlingshund. Er begleitet uns und passt auf euch auf“, klärt sie ihn auf.

Tolle Gemeinschaft

Dann folgt eine Vorstellrunde. Dafür stellen sich allesamt im Kreis auf. Ein Knäuel Wolle wird von einem zum anderen geworfen. Wer es auffängt, sagt seinen Namen und erzählt von den Wildtieren, die er schon beobachtet hat. Es entsteht ein Netz aus Wollfäden. Es soll laut Corinna Michelsen ein Jahr lang für diese neue Hasenkinder-Gruppe als Verbindung und für „eine tolle Gemeinschaft“ stehen.

Dachsfell

Diana Denzer holt das Dachsfell und ein Dachsgebiss aus dem Strohballenkreis. Dann spielt sie die Geräusche eines Dachses vor – vom Handy. Die Kinder lassen das Fell kreisen und betrachten die Zähne von Grimbart. Corinna Michelsen zeigt ihnen kleine Pappschachteln. „Darin könnt ihr künftig Kleinigkeiten aufbewahren, die ihr vielleicht im Verlauf des Jahres während unserer Streifzüge durch den Wald entdeckt“, erläutert sie. „Zum Abschluss der Hasengruppe könnt ihr diese kleine Kiste dann als Erinnerung mit nach Hause nehmen.“

Original-Dachsburg

Der Startschuss fällt. Die „Hasen“ nehmen ihre Rucksäcke und los geht es in den Wald. Auf dem Weg entdecken sie unterschiedliche Spuren. Je weiter sie in den Wald kommen, desto stiller werden sie. Um einen Dachs zu entdecken – da sind sich alle Kinder einig – „müssen wir uns genauso wie die Tiere verhalten und leise durch den Wald schleichen“. Dann entdecken sie eine Dachsfährte, die laut Corinna Michelsen zu erkennen ist „an dem langen Krallenabdruck“. Die Fährte führt zu einer riesigen Dachsburg mit mehreren Eingängen. An einem großem Eingang führt die frische Spur von Meister Grimbart direkt in das Erdloch. Zwei, drei mutige Kinder knien sich davor. Sie können den nachtaktiven Gesellen schnarchen hören. Andere Kinder finden Überreste von Mahlzeiten, wieder andere die Toilette der Dachse, die ein ganzes Stück vom Bau entfernz ist. „Denn Dachse sind sehr reinliche Tiere.“

Schätze aus dem Wald

Mit Schätzen aus dem Wald als Erinnerung an den Tag geht es zurück. Zum Abschluss kochen alle Kinder gemeinsam über dem Lagerfeuer eine Erntesuppe, die genüsslich verspeist wird. „Es war für alle ein unvergesslicher Tag“, freut sich Corinna Michelsen. In vier Wochen werden sich alle wieder treffen und dann wird ein anderes Tier aus dem Wald das Thema sein.

Das ist die Hasengruppe

Kinder- und Tiercoach Corinna Michelsen macht sich in Bokelberge einmal mehr stark für die Natur – dieses Mal mit Verstärkung. In Zusammenarbeit mit Jägerin Diana Jäger hat sie eine zweite „Hasengruppe“ ins Leben gerufen. Ziel dabei ist es, mit Kindern einmal pro Monat den Jahreszeiten entsprechend heimische Wildtiere zu entdecken. Die Kinder lernen Wildschwein, Fuchs, Eule und Reh kennen. Dazu gibt es Spiele, Geschichten werden am Lagerfeuer erzählt, Fährten gesucht, Hütten gebaut, Insektenhotels gebastelt und vieles mehr.

Kinder für die Tiere des Waldes zu sensibilisieren, ist laut Corina Michelsen Ziel der Hasengruppen. Dafür kooperiert sie mit der Jägerschaft. „Kinder kennen doch den Wald gar nicht mehr“, bedauert Diana Denzer. „Für viele der Mädchen und Jungen kommt die Milch aus der Tüte und der Strom aus der Steckdose“, sagt die Jägerin. Sinn und Ziel der Hasenguppen sei es deshalb, im Verlauf eines Jahres immer wieder den Wald mit „allen Sinnen“ zu erleben.

Der ersten Hasengruppe gehören Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren an. Die neuen „Hasen“ sind fünf bis sieben Jahre alt. Eine dritte Gruppe soll im kommenden Jahr mit Jungen und Mädchen von zehn bis 14 Jahren starten.

Von Hilke Kottlick

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