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Meinersen 600-Kilometer-Wanderung mit Kuh Emmi
Gifhorn Meinersen 600-Kilometer-Wanderung mit Kuh Emmi
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19:04 29.07.2019
Besonderer Draht zur Kuh: Der 19-Jährige hält das Milchvieh wie andere ein Pferd. Quelle: Hilke Kottlick
Bokelberge

Ungewöhnlicher Auftritt: Zieht Markus Holzmann durch Natur und Städte, folgen ihm alle Blicke. Wen wundert’s – kommt er doch mit Kuh Emmi am Führstrick daher. Im Mai im bayrischen Füssen aufgebrochen, hat das Duo stramme 600 Kilometer hinter sich gebracht.

Eine kurze Unterbrechung nach dieser Reise tut da offenbar Kuh und Mensch gut – beide erholen sich derzeit in Bokelberge. Dort absolviert der 19-Jährige bei Kindercoach und Tierheilpraktiker Corinna Michelsen ein Praktikum, Kuh Emmi lässt es sich derweil gut gehen – auf der Weide – zur Freude von Michelsens Kuh Luna, die sich mächtig über die Gesellschaft einer Gleichgesinnten freut.

Markus Holzmann stammt aus dem bayrischen Füssen. „Meine Eltern haben dort einen Bauernhof“, erzählt er. Auf dem Hof lernte er als Kind die Kühe hautnah kennen und nicht nur das – „ich habe ihr Wesen erlebt und dabei festgestellt, dass sie ruhig, sind, gelassen und schlau“. Fasziniert von den großen Tieren fing er an, mit ihnen zu arbeiten. „Kutsche fahren, reiten, Zirkus-Lektionen einüben gehörten zum Trainingsprogramm. Je intensiver der junge Bayer sich mit dem Milchvieh beschäftigte, umso mehr schweißte das Mensch und Kuh zusammen. „Kühe sind tolle Partner und nicht nur Fleischlieferanten“, lautet heute das Fazit des Kuhflüsterers.

600 Kilometer zu Fuß durch Deutschland – das allein ist schon eine Leistung. Markus Holzmann hat aber auch noch eine Kuh am Führzügel dabei. Der Kuhflüsterer ist mit Emmi gerade bei Corinna Michelsen in Bokelberge.

Er stellte seine Aktivitäten und Trainingseinheiten ins Netz. Darauf aufmerksam wurde Tina, die Chefin einer Firma in Edemissen im Kreis Peine, die Zäune und Gurte rund ums Pferd anbietet. „Ihr hat gefallen, was ich da auf Facebook gepostet habe“, sagt Markus Holzmann. Der Kontakt war schnell hergestellt und seitdem zieht der 19-Jährige „als Markenbotschafter“ für die Firma durch das Land.

Bevor er im Mai in Bayern mit Emmi startete, „habe ich mir Wander- und Fahrrad-Apps im Netz herunter geladen“, erzählt er. Dann ging es los – gemeinsam mit Emmi auf Schusters Rappen quer durch Bayern und Niedersachsen. Und während das Duo sich zumeist auf einsamen Wegen durchschlug, so ging es in Thüringen nicht anders – „wir mussten die Stadt Gera durchqueren“, berichtet er von ungläubigen Blicken. Unterkunft unterwegs fand er samt seinem Milchvieh auf Reiter- und Bauernhöfen. Was ihn dabei immer wieder erstaunte, waren die „Gastfreundschaft und die Freundlichkeit“ völlig fremder Menschen.

„Sie ist sehr ausdauernd“

Dass Emmi die 600 Kilometer weite Strecke packen würde, war für den Kuhtrainer selbstverständlich. „Früher wurden die Kühe doch auch täglich bis zu zehn Kilometer weit auf die Weiden getrieben“, sagt Holzmann. Viel mehr marschierte er mit seiner Braun-Gefleckten auch nicht, trotzdem: „Sie ist jetzt sehr ausdauernd und hat Mega-Muskeln aufgebaut.“

Vor zwei Wochen erreichten Emmi und Markus Edemissen. Dort machten sie 14 Tage Station. Firmenchefin Tina kannte den Michelsen-Hof und schnell war der Deal perfekt – Markus Holzmann wurde mit Emmi, dieses Mal im Hänger, vom Kreis Peine in den Kreis Gifhorn chauffiert.

Praktikum in Bokelberge

Dort absolviert der junge Bayer jetzt ein Praktikum – zum Vergnügen von Mensch und Tier. Michelsen ist begeistert von Markus Holzmann, ihre Kuh Luna freut sich über die Gesellschaft von Emmi und der junge Bayer hat sein Herz für Rehkitz Leni entdeckt. Und wenn er auch 600 Kilometer auf dem Buckel hat, so trieb es den Wanderer doch auch bereits in Bokelberge in die Einsamkeit – er erkundete die Gegend – in Gesellschaft seiner Emmi, unter Protest von Kuh Luna.

Eigentlich wollte sich Markus Holzmann mit dem Fußmarsch seinen „Traum vom Meer“ erfüllen. Der ausgebildete Anlagenmechaniker sparte dafür sein Geld und brach in Bayern auf. Kost und Logis gab es unterwegs auf Reiterhöfen. Seit Mai unterwegs, absolviert der Kuhtrainer jetzt ein Praktikum in Bokelberge. Wie es dann für Mensch und Kuh weiter geht, steht noch nicht fest: „Vielleicht absolviere ich ein Praktikum auf einem Pferdehof und Thüringen, verbringe noch einmal Zeit in Edemissen oder gehe nach Hause“, sagt er. Den Traum vom Meer gibt er jedenfalls nicht auf , wie er sagt – „vielleicht gehen wir im nächsten Jahr noch einmal los“.

Von Hilke Kottlick

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