Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Meinersen Drei Mädchen wagen Wanderritt ins Watt
Gifhorn Meinersen Drei Mädchen wagen Wanderritt ins Watt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 18.10.2019
Wer gewinnt: Um die Wette den Strand entlang. Quelle: Foto: Strauß
Meinersen/Braunschweig/Cuxhaven

Ihr Weg führte sie von Wietzendorf nach Cuxhaven. 215 Kilometer weit wagten drei Mädchen einen Wanderritt ans Meer. Und wenn sie auch am ersten Abend in tiefster Finsternis fast den Mut verloren haben und ihr Vorhaben abbrechen wollten, so hielten die 15-jährige Emma Strauß und ihre 17-jährige Schwester Hannah Strauß aus Meinersen gemeinsam mit der 17-jährigen Freundin Isabel Blankenstein aus Braunschweig tapfer durch. Sie fanden nach verzweifelter Suche endlich die erste der vorab gebuchten Unterkünfte und erfüllten sich nach 215 Kilometern ihren großen Wunsch – einmal durch das Wattenmeer der Nordsee zu galoppieren.

Drahtesel „Ninger“ auch dabei

„Wir waren zu Pferd, zu Fahrrad und zu Fuß unterwegs“, berichtet Isabel Blankenstein gemeinsam mit Hannah und Emma Strauß von ihrem Wanderritt von Wietzendorf nach Cuxhaven. Damit die Tagesetappen nicht zu weit entfernt waren, hatte Mutter Strauß die Mädchen zum Start des Wanderritts nach Wietzendorf gefahren. Mit dabei waren laut Hannah Strauß ihr Pferd „Mr. Ed“, der Isländer „Vindur“ von Isabel Blankenstein und ein Drahtesel namens „Ninger“. Damit trat Emma Strauß die Tour an, „weil mein dreijähriges Pferd Hidalgo – ein Barock Pinto Horse – dafür noch zu jung ist“.

„Wir haben überlegt aufzugeben“

Los ging es zur ersten Unterkunft in Bispingen. „27 Kilometer schaffen wir locker“, dachten die Mädchen laut Hannah Strauß – aber Vorsicht. Das Trio stellte schnell fest, dass es zu spät gestartet war – die Dunkelheit wurde immer tiefer.

Drei Mädchen auf Tour: 215 Kilometer weit zu Pferd, zu Fuß und per Drahtesel auf Tour

„Da haben wir überlegt, aufzugeben“, erinnern sich die Mädchen. Taten das aber nicht – allen Zweifeln und Ängsten zum Trotz ging es weiter und gegen 21 Uhr erreichten sie die erste der vorab gebuchten Unterkünfte. Am zweiten Tag standen 37 Kilometer an, „wir starteten im Regen“, berichtet das Trio. Wieder etwas zu spät aufgebrochen, wurde es erneut von der Dunkelheit überrascht. „Wir wussten nicht, wo wir waren. Wir merkten nur, dass Autos wohl mit Tempo 100 an uns vorbei rasten“, erzählen sie weiter. Aber auch dieses Ziel – Tostedt – erreichten die 15- und 17-Jährigen mit Pferden und Drahtesel glücklich und gesund. Die dritte Etappe führte nach Hamaken. „Das war entspannt, aber mein Rücken schmerzte vom Tragen des Rucksacks“, berichtet Hannah Strauß. Und wenn sie an den Tagen vorher gewusst hätten, was sie jetzt erkannten, wären sie in der Dunkelheit vorab vielleicht doch etwas unsicherer gewesen: Hohe Zäune und Schilder kündeten laut Hannah Strauß von Wölfen.

Zur Herde zusammen gewachsen

Die weiteren Etappen führten über zumeist etwa 30 Kilometer weit nach Farren, Ebersdorf und Flögeln. Dann waren es nur noch 37 Kilometer bis nach Sahlenburg – ein Stadtteil von Cuxhaven. „Die Strecke war hart. Aber das Gefühl, das Ziel fast erreicht zu haben, das spornte an“, blicken die Drei zurück. Und nachdem Ross und Reiter erst noch die Stadt durchqueren und die Pferde dabei sogar Treppen steigen mussten, war es vollbracht: „Unser Traum war es, bei Ebbe durch das Watt zu galoppieren. Und jetzt war es voll das schöne Gefühl – wir haben es geschafft!“ Drei Tage verbrachte das Trio in Cuxhaven und alles war „richtig, richtig gut“, freut sich Isabel Blankenstein. Und wenn die Mädchen auch während der ganzen Zeit über eine WhatsApp-Gruppe von Familie und Freunden angespornt wurden, so sind sie doch mächtig stolz auf ihren mutigen Wanderritt. Die Drei bringen es auf den Punkt: „Wir haben viel Natur gesehen und immer im Hier und Jetzt, im Moment, gelebt. Wir haben geredet und das Lied ’An der Nordseeküste gesungen’ und wir sind allesamt – Pferde und Menschen – zu einer richtigen Herde zusammen gewachsen.“

Von Hilke Kottlick

Wenn das kein Versprechen ist: Für einen Lachmarathon möchte das Musik-Comedy-Duo Reis against the spülmachine am 19. Oktober im Kulturzentrum Meinersen sorgen.

17.10.2019

Wer Berliner Flair ohne lange Reisen erleben will, ist bei Schwarzblond genau richtig. Im Leiferder Dorfgemeinschaftshaus.

17.10.2019

Wie spricht man mit Ponys, ohne mit ihnen zu reden? Wie unterhalten sich die Welsh Ponys von Anita Sommer eigentlich untereinander? Den Tieren steht dabei nicht nur die Körpersprache zur Verfügung.

16.10.2019