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Isenbüttel Wildecker Herzbuben: „Ohne Herzilein geht nichts“
Gifhorn Isenbüttel Wildecker Herzbuben: „Ohne Herzilein geht nichts“
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20:05 23.04.2019
Wildecker Herzbuben in Isenbüttel: Das Schlager-Duo tritt am Sonntag, 28. April, beim Frühschoppen auf. Quelle: Archiv
Isenbüttel

Die Wildecker Herzbuben treten grundsätzlich im Doppelpack auf. Im Singular gibt es sie eigentlich gar nicht. Außer im Telefoninterview: Im Vorfeld des Frühschoppens bei Tell Roths Frühlingswiesn am Sonntag, 28. April, in Isenbüttel sprach AZ-Redaktionsleiterin Christina Rudert mit Wilfried Gliem. Das ist der Herzbube mit dem schlohweißen Vollbart.

Waren Sie schon mal hier in der Region?

In der Region ganz sicher schon, in Gifhorn – es gibt keine weiße Stelle in Deutschland, wo wir noch nicht gewesen wären.

Der ganze Saal singt mit

Jeder kann Ihren mittlerweile fast 30 Jahre alten Hit „Herzilein“ mitsingen – darauf sind die Wildecker Herzbuben ja irgendwie festgelegt.

Ohne Herzilein geht nichts (Gliem lacht). Wenn wir das nicht singen würden, wären die Leute sehr enttäuscht.

Dabei singt dann wahrscheinlich immer der ganze Saal mit, oder?

Ja klar. Das regeln wir auch so, dass die Leute singen müssen.

Wie kommt es, dass dieser Hit so zeitlos und bei allen Altersgruppen präsent ist?

Wie halten sich Schlager? „Herzilein“ hat eine einfache Melodie, ist eingängig, man kann leicht mitsingen – und das ist eine Voraussetzung dafür, dass so was hängen bleibt. Der Hit ist zum Ohrwurm geworden. Wenn man etwas nicht mitsingen kann, hält sich das nicht so lange – jedenfalls bei dieser Art von volkstümlicher Musik. Es gibt andere Riesen-Hits, die wir auch nicht mitsingen können und die trotzdem immer wieder gern gehört werden, zum Beispiel „Eloise“ von Barry Ryan, das ist ein Hammer. Aber das ist trotzdem kein Titel, der so nah an den Leuten dran ist.

Die Zielgruppe sind immer alle

Haben Sie eine bestimmte Zielgruppe, die Sie mit Ihrer Musik ansprechen möchten?

Die Zielgruppe sind immer alle. Nur hat es sich eben so herauskristallisiert, dass der Schlager eher die älteren Leute anspricht. Allerdings gibt es schon die Tendenz, dass sich auch jüngere Leute wieder dem Schlager annähern. Bestimmt hat Helene Fischer eine Menge damit zu tun, die ein völlig neues Bild der Schlagersängerin darstellt. So was gefällt natürlich auch den jungen Leuten, und das strahlt dann aus auf die ganze Branche. Es ist schon so, dass die Spitze nach oben breiter wird, es sind einfach mehr ältere Leute da. Bei der volkstümlichen Musik geht nicht genau das ab, was die jungen Leute lieben. Sie haben nicht das Bedürfnis, da hin zu gehen. Aber wenn sie einmal da sind – und das ist das Skurrile -, sagen sie hinterher: Oh toll! Das ist schon von Anfang an so, seit es die Wildecker Herzbuben gibt. Wir werden nach den Konzerten angesprochen von jungen Leuten, die eine Karte für ihre Oma gekauft hatten und dann selber gekommen sind, weil die Oma nicht konnte. Dann sagen sie uns: Ich würde mir nie eure Musik kaufen, aber das, was ich heute hier erlebt habe, war toll.

Womit erklären Sie sich das?

Weil es immer schön ist, zuzuschauen, wenn etwas mit der Hand gemacht wird. Das ist schön zu erleben. Außerdem sorgen wir für einen Überraschungseffekt. So extrem Dicke haben es oft nicht leicht in der Gesellschaft. Und dann kommen wir daher und sind so erfolgreich, wir können was. Das ist ein Überraschungseffekt, den wir schon aus Bandzeiten kennen. Wir hatten eine sehr gute Band und waren deutschlandweit unterwegs. Paul Kuhn hat mal gesagt: „Ihr seid mit Abstand die beste deutsche Band“. Das ist jetzt 40 Jahre her, aber immerhin. Die Band hatte einen etwas komplizierten Namen, die hieß Curocas, aber wenn wir irgendwo waren, war das die Band mit den zwei Dicken.

Sänger mit Schauspielerfahrung

Sie haben auch Schauspielerfahrungen gesammelt. Wie war das?

Da wurden von uns keine schauspielerischen Fähigkeiten gefordert. Wir mussten halt da sein und durchs Bild laufen. Ich würde es allerdings wieder machen, weil es ganz interessant war. Für den Film „Ich bin dann mal weg“ waren wir in Spanien, in Portugal, und haben schöne Reisen gemacht und Sachen gesehen, wo wir sonst vielleicht nie hingekommen wären. Genauso bei dem Film „Der Wixxer“ mit Oliver Kalkofe, in dem wir „Die Band des Schreckens“ gespielt haben. Da waren wir zu Aufnahmen in Prag. Und ein Honorar bekommt man ja auch – obwohl das niedriger ist als das, was ich als Sänger verdiene.

Sie sind 72 Jahre alt – ein Alter, in dem andere auf dem Sofa sitzen. Was motiviert Sie dazu, weiter zu machen?

Das ist die Musik selber. Es ist immer wieder schön, das auf der Bühne zu erleben, diese Korrespondenz, die man mit dem Publikum hat. Das ist eine Lebensnotwendigkeit. Das ist ein großes Wort, aber das gehört einfach zu mir. Ich mache auch für mich zuhause Musik, aber das ist es dann nicht – ich brauche das Publikum.

Es gibt noch Karten

Die Wildecker Herzbuben treten am Sonntag, 28. April, beim Frühschoppen zum Abschluss der Frühlingswiesn bei Tell Roth in Isenbüttel auf. Los geht es um 11 Uhr. Und für den Frühschoppen gibt es ebenso wie für die Frühlingswiesn am Freitag, 26. April, und Samstag, 27. April, jeweils ab 20 Uhr nach Karten an der Tageskasse.

Von Christina Rudert

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