Wasbüttel erhöht die Hundesteuer deutlich
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Wasbüttel erhöht die Hundesteuer deutlich

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20:00 15.07.2021
Das war einmal: Wasbüttel wird Hundekotbeutel künftig nicht mehr kostenlos anbieten.
Das war einmal: Wasbüttel wird Hundekotbeutel künftig nicht mehr kostenlos anbieten. Quelle: dpa
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Wasbüttel

Mit recht überschaubarer Tagesordnung stieg Wasbüttels Rat in seine Sitzung am Mittwoch ein. Zwei Punkte sorgten jedoch für regen Gesprächsbedarf: die kostenlose Ausgabe von Hundekotbeuteln und die Seniorenweihnachtsfeier. Erste Thema war aber die Erhöhung der Hundesteuer.

Seit 2004 hat die Gemeinde Hundesteuern in unveränderter Höhe erhoben. Die Zahl der Hunde dagegen hat seitdem stark zugenommen, vor allem seit Beginn der Pandemie: „Das ist schon ein auffälliges Plus“, sagte Bürgermeister Hartmut Jonas. Gemeldet seien aktuell 164 Hunde, sagte er. Die Verwaltung hatte der Politik daraufhin vorgeschlagen, die Hundesteuer auf das Niveau der Nachbargemeinden zu erhöhen.

Ein gefährlicher Ersthund kostet vom 1. Januar an 240 Euro Steuern im Jahr

Bereits dem Verwaltungsausschuss ging das nicht weit genug. Der Rat allerdings sattelte sogar noch ein paar Euro auf dessen Empfehlung oben drauf. Für den ersten Hund werden ab 1. Januar 2022 demnach 55 Euro (bisher: 42), für den zweiten 80 (63) und für jeden weiteren Hund 110 (84) fällig. Ein gefährlicher Ersthund kostet 240 Euro Steuern, jeder weitere gefährliche Hund 360. Das beschloss der Rat einstimmig.

Jonas lenkte in diesem Zusammenhang den Fokus auf die bisher kostenlose Ausgabe von Sammelbeuteln für Hundekot durchs Gemeindebüro. „Wir wollen bürgerfreundlich sein, keine Frage“, sagte er. Aber diesen Service nutzten nach seinem Eindruck die immer gleichen Hundehalter – einkommensschwach sei davon niemand. Bürgervertreter Klaus-Dieter Brandt, selbst Hundehalter, fand, dass man den Service weiterhin bieten sollte: „Das kostet die Gemeinde 60 Euro im Jahr. Das ist doch Pillepalle.“ Für Beutel müsste man sonst bis nach Gifhorn fahren.

Nun liegen die Hundehaufen im Plastikbeutel am Wegesrand

Ute Steffen (SPD) ergänzte: „Es trägt doch auch zur Sauberkeit im Dorf und in der Feldmark bei.“ Daran hegte Ernst Lütje (CDU) Zweifel: Oft lägen Hundehaufen nun nicht mehr einfach so am Wegesrand, sondern in Plastiktüten. Das verhindert zwar eine unangenehme Überraschung an der Schuhsohle, besser für die Umwelt sei das aber nicht. „Übrigens auch nicht, wenn Hundekot in Plastikbeuteln in Mülltonnen landet. Das ist ebenso unsinnig“, sagte Lütje. Und Jean-Claude Freund (CDU) meinte: „Es ist zumutbar, dass sich Hundehalter die Beutel selbst kaufen.“ Der Rat sah es letztlich genauso und beschloss, den Service auslaufen zu lassen.

Immer gut besucht: Trotzdem steht Wasbüttels Seniorenweihnachtsfeier auf der Kippe. Quelle: Ron Niebuhr Archiv

Die von der Verwaltung organisierte und vom Rat ausgerichtete Weihnachtsfeier für Senioren ist in Wasbüttel immer sehr gut angekommen. 2020 allerdings verhinderte Corona eine Neuauflage. Und für diesen Advent sieht es ähnlich düster aus. Eigentlich müsste jetzt die Organisation starten, „wir wissen aber einfach nicht, wie sich die Pandemie entwickelt“, erklärte Jonas. Womöglich ist dann alles für die Katz, weil die nächste Infektionswelle durchs Land schwappt und wieder Lockdown ist. Volker Wallmann (SPD) beantragte, die Seniorenweihnachtsfeier ersatzlos zu streichen – auch um die auf ungewisse Zeit wegen Krankheit unterbesetzte Verwaltung zu entlasten: „Unsere Senioren haben dafür sicher Verständnis“, meinte er.

Seniorenweihnachtsfeier notfalls auch in abgespeckter Version

Solch einen Beschluss mochte Ernst Lütje (CDU) noch nicht fassen. Da viele Senioren unter den pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen besonders stark gelitten hätten, sollte man sich die Chance offen halten, eine Weihnachtsfeier auszurichten. Im Zweifel eben in abgespeckter Version: „Das wichtigste ist für sie doch, dass sie zusammen Kaffee und Kuchen genießen und ein bisschen miteinander erzählen können.“ Wallmanns Antrag lehnte der Rat mit zwei Ja und sechs Nein bei zwei Enthaltungen ab. Stattdessen beschloss man, die Entscheidung über Ausrichtung oder Absage der Feier in den September zu vertagen.

Von Ron Niebuhr