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Isenbüttel Auf was beim Pilzsammeln zu achten ist
Gifhorn Isenbüttel Auf was beim Pilzsammeln zu achten ist
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07:00 07.11.2019
In fachkundiger Begleitung: Mehr als 40 Wanderer schlossen sich in Wasbüttel einer Pilzexkursion mit Jürgen und Jessica Geier an. Quelle: Ron Niebuhr
Wasbüttel

So ein Pilzragout ist schon köstlich. Auch in ein Omelette passen Pilze wunderbar. Oder ganz klassisch in die Jägersoße zum Schnitzel. Wer derlei Gerichte zu etwas ganz Besonderem machen möchte, kauft die Pilze nicht einfach, sondern sammelt sie selbst. Dafür allerdings sollte man sich unbedingt sehr gut auskennen – so wie Jürgen und Jessica Geier.

Wenn die Tochter mit dem Vater

Übers Wasbütteler Dorfleben ermunterten Vater und Tochter jetzt mehr als 40 Kinder und Erwachsene zu einer Pilzwanderung mit Start und Ziel an der Alten Schule.Jürgen Geier ist Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, Jessica Geier ist auf dem besten Weg, in seine Fußstapfen zu treten. „Es freut mich riesig, dass ich mein Wissen an meine Tochter weitergeben kann“, sagte er. Und dass sie seine Leidenschaft für Pilze teilt. Er selbst sei als kleiner Junge auch schon immer mit dem Papa zum Pilze sammeln mitgegangen, erzählte Jürgen Geier.

Damals landete nur im Korb, was Vater und Sohn sicher erkannten. Erst viel später vertiefte Geier sein Wissen über Pilze: „Richtig intensiv befasse ich mich damit seit knapp fünf Jahren“, sagte er. Er besuchte Schulungen und absolvierte Prüfungen durch die Deutsche Gesellschaft für Mykologie. Die erklärte ihn dann letztlich auch zum Pilzsachverständigen. Das machte ihn zum idealen Exkursionsleiter fürs Wasbütteler Dorfleben. „Wir gehen raus in Richtung Martinsbüttel“, sagte er. Und durch den Wald im Bogen zurück.

Wichtige Tipps zum Sammeln

Angesichts der doch sehr stattlichen Teilnehmerzahl erinnerte er alle daran, sich waldgerecht zu verhalten. Dazu gehörte auch: „Bitte nicht jeden Pilz einsammeln, den Sie finden.“ Ein oder zwei Exemplare reichten aus, um sie hinterher zu identifizieren. Wichtig war nur, dass die Sammler Blätterpilze nicht abschnitten, sondern immer vollständig herausdrehten, „sonst fehlen uns wesentliche Merkmale, um den Pilz zweifelsfrei zu bestimmen“, erklärte Jürgen Geier. Dann bleibt nur, ihn wegzuwerfen. Denn um Wasbüttel herum wächst – aus kulinarischer Sicht leider – auch der Grüne Knollenblätterpilz: „Der ist tödlich giftig“, fügte Jessica Geier als Warnung hinzu.

Viele Pilze rings um Wasbüttel sind gesundheitlich unbedenklich und schmecken richtig zubereitet sehr lecker. Maronen- und Rotfußröhrlinge, Stein- und Parasolpilze zum Beispiel. Man darf sich nicht darüber hinweg täuschen lassen, dass auch etliche Pilze unbekömmlich und einige sogar super giftig sind. Sie zu unterscheiden, ist nicht ohne. Denn mitunter sehen harmlose und tödliche Pilze einander zum Verwechseln ähnlich. Als Grundregel sollte daher eine alte Weisheit wörtlich genommen gelten, empfahl Jürgen Geier: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“ Sprich: Finger weg von allen Pilzen, die man nicht mit absoluter Gewissheit erkennt.

Bloß nicht auf Mythen hören

Auf irgend welche Mythen – etwa dass man giftige Pilze mit einem Silberlöffel entlarven kann oder Fraßspuren von Tieren stets auf genießbare Pilze hinweisen – sollte man bloß nichts geben: „Das ist alles Quatsch!“, warnte Jürgen Geier. Denn Silberlöffel können bei Kontakt mit essbaren und giftigen Pilzen anlaufen. Und für manche Tiere sind für Menschen hochgiftige Pilze durchaus genießbar. Jürgen Geier rät daher, mit allen gesammelten Pilzen Sachverständige aufzusuchen. Die auf Tischen in der Alten Schule ausgebreiteten mykologischen Mitbringsel der Wasbütteler Wandergruppe nahmen seine Tochter und er zusammen mit den Teilnehmern in Augenschein. Voran ging ein Vortrag, wie sich Pilze unterscheiden lassen. „Erst gehen wir das Thema theoretisch an, dann praktisch“, sagte Jürgen Geier. Alle darüber hinaus noch offenen Fragen aus der am Thema sehr interessierten Runde beantworteten Vater und Tochter ebenfalls.

Von Ron Niebuhr

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