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Isenbüttel Warum Gunther Kaune auf die Hühner aufpasst
Gifhorn Isenbüttel Warum Gunther Kaune auf die Hühner aufpasst
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16:00 17.07.2019
Erlebnisreich: Zehn Mädchen und Jungen haben bei der Rallye mit Sascha Glindemann (v.r.) und Carsten Schillmann über Der Hof in Isenbüttel mitgemacht.
Erlebnisreich: Zehn Mädchen und Jungen haben bei der Rallye mit Sascha Glindemann (v.r.) und Carsten Schillmann über Der Hof in Isenbüttel mitgemacht. Quelle: Foto: Ron Niebuhr
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Isenbüttel

Wie heißen die Babys vom Schwein? Welche Tiere leben im dreieckigen Stall? Und mit welchem Fahrzeug werden die Felder beackert? Diese und andere Fragen gilt es bei der Hofrallye zu lösen. Zehn Mädchen und Jungen nehmen an der Ferienaktion der Jugendförderung teil.

Ab zu Schweine- und Hühnerwiesen

Mit einem Frühstück stärken sich die Kinder für die kommenden drei Stunden auf Isenbüttels heilpädagogischem Bauernhof. Carsten Schillmann und Sascha Glindemann führen die Gruppe übers Gelände. Zu den Gänsen, durch Gemüsegarten und Gewächshaus, weiter zu den Schweine- und Pferdeställen, vorbei an Kletterseilen und Baumstamm-Parcours bis zu den Schweine- und Hühnerwiesen. „Passt gut auf, was wir euch erzählen und erklären“, empfiehlt Schillmann im Hinblick aufs abschließende Quiz.

Etwas Grünes im Arm

Gut aufpassen – das ist leichter gesagt als getan. Überall gibt es etwas zu entdecken und zu erleben: Spazieren gehen mit den Gänsen, Kaninchen streicheln mit Aliki Patropoulos, auf Seilen balancieren oder von Baumstamm zu Baumstamm hüpfen zum Beispiel. Und dann erst die Ferkel! Die sind ja so niedlich! Schließlich stiefelt auch noch Gunther Kaune mit etwas Grünem im Arm um die Ecke. „Was hat Gunther da mitgebracht?“, fragt Schillmann. Eine ziemlich große Gurke? Fast. Eine Zucchini? Ganz genau.

Schweine graben Wiese um

Dass die Schweine im Winter draußen auf der Weide bleiben, überrascht die Kinder. „Die Hütten sind gut isoliert“, verrät Glindemann. Und Schillmann ergänzt: „Sie kuscheln sich darin ganz dicht aneinander. Das hält sie warm.“ In konventioneller Mast sind Schweine nach sechs Monaten schlachtreif. „Auch bei uns auf dem Biobauernhof feiert kein Schwein Geburtstag. Aber das Mästen dauert fünf Monate länger“, erklärt Schillmann. Das liegt am Verzicht auf Hormone und auch am Biofutter: gedämpfte Kartoffeln und Reste aus dem Hofladen verputzt das Borstenvieh. „Schweine sind Allesfresser“, wissen die Kinder. Besonders deutlich wird das draußen auf der Wiese: „Die graben die Schweine in ein paar Wochen komplett um“, sagt Schillmann.

300 Hühner legen 250 Eier

Auf der Hühnerwiese nebenan gibt es ein Wiedersehen mit Gunther. Der sitzt mitten in der gackernden und scharrenden Bande. „Wisst ihr, was Gunther da macht?“, fragen Schillmann und Glindemann und ernten bloß ratlose Blicke und Schulterzucken. Gunther passt auf die Hühner auf. Die sind sonst leichte Beute für Fuchs und Habicht. Zumindest tagsüber. Nachts kommen die Hühner in den Stall. Der steht auf Kufen und wird auf der Wiese immer dorthin gezogen, wo saftiges Grün wächst. Rund 250 Eier legen die derzeit wohl gut 300 Hühner pro Tag. „Warum werden die Eier nicht ausgebrütet?“, wundern sich Kinder. „Weil daraus keine Hühner werden sollen, sondern Rührei oder leckerer Kuchen“, erwidert Schillmann.

Wie viel trotz mancher Ablenkung bei der Hofführung hängen geblieben ist, zeigt sich beim Quiz. Das lösen die Kinder im Teamwork ganz locker.

Von Ron Niebuhr