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Isenbüttel Diese Schätze schlummern in Peter Schade-Didschies’ Plattenschrank
Gifhorn Isenbüttel Diese Schätze schlummern in Peter Schade-Didschies’ Plattenschrank
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19:00 31.10.2019
Gelungener Abend: Im Vollbütteler Kinomuseum erklang Musik der 30-er bis 50-er Jahre von alten Schellackplatten. Quelle: Ron Niebuhr
Vollbüttel

Ausnahmsweise kam Vollbüttels Kinomuseum mal ohne Filmaus. Denn statt Zelluloidstreifen in einen Projektor einzufädeln, legte Tobias Imker Schellack- und Vinylscheiben auf einen Plattenteller. Ausgewählt hatte sie Museumsleiter Peter Schade-Didschies für den nach ihm benannten Abend – „Herr Schade öffnet seinen Schallplattenschrank“.

Warum sie sich das immer wieder antun

„Manchmal weiß ich gar nicht mehr, warum wir uns das immer wieder antun“, sagte Schade-Didschies mit Blick auf die aufwändige Vorbereitung des Abends. Vermutlich weil der Museumsleiter und seine Helfer einfach eine große Leidenschaft hegen für alles, was mit dem Kinomuseum zu tun hat. Und weil sie den Ehrgeiz haben, ihren Besuchern bestmögliche Erlebnisse zu bieten. So nahm Schade-Didschies auch diesmal wieder eine kräftige Extratour in Kauf: „Ich bin bis nach Dortmund gefahren, um an die Musiktruhe zu kommen“, sagte er. Da stand das gute Stück nun vor Imker und ihm und verlieh dem vergnüglichen Abend mit alten Platten ganz besonderen Charme.

Titel mehr als 70 Jahre alt

Schade-Didschies hatte für die Hommage an die vom Nordwestdeutschen Rundfunk im März 1949 erstmals ausgestrahlte Sendung „Herr Sanders öffnet seinen Schallplattenschrank“ einmal mehr sein privates Archiv durchforstet. „Ursprünglich wollten wir Reisen zum Thema machen, letztlich ist es dann doch eine Auswahl querbeet geworden“, erzählte er. Etliche Titel waren mehr als 70 Jahre alt. Das erleichterte es, sie öffentlich zu spielen, denn „daran besitzt niemand mehr Rechte“, erklärte er. Zum Gros aus den 30-er und 40-er Jahren gesellten sich ein paar Stücke aus den 50-ern.

Überwiegend habe er Jazz aus seiner Sammlung herausgepickt, sagte der Museumsleiter. Manches Lied stammte von heute kaum noch bekannten Interpreten, zum Beispiel Erich Schneidewind: „Über den haben wir leider gar nichts herausgefunden“, bedauerte Schade-Didschies. Womöglich habe er mit einem seiner Songs aber Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einer historischen Aussage inspiriert, orakelte der Museumsleiter. Denn darin hieß es: „Ja, das schaffen wir schon. Ja, das machen wir schon.“

Manches muss man aushalten

Besonders glücklich machte Schade-Didschies, dass unter den Zuhörern viele seiner Hutschwestern und -brüder waren, sprich jene ehrenamtlich Engagierten, die wie er Träger des Gifhorner Hutes sind: „Was wäre so eine Vorstellung ohne Euch? Ich freue mich sehr, dass ihr hier seid.“ Trotzdem ertönten auch für manchen Gehörgang gewiss nur bedingt genießbare Lieder, zum Beispiel „Hein spielt abends so schön auf dem Schifferklavier“. Schade-Didschies kommentierte das lakonisch: „Das gehört zu den Titeln, die man aushalten muss, um sich die anderen zu verdienen.“ Ebenfalls in diese Kategorie fiel wohl „Cindy, oh Cindy“. Der Schlager von 1956 hatte zur Folge, dass „damals sehr viele Kinder mit diesem Namen bestraft wurden. Cindy war die Chantal der 50-er Jahre“, erzählte Schade-Didschies. Überwiegend weckte der Schallplattenabend aber positive Erinnerungen bei den Gästen. „Und über alles andere helfen wir mit unserem Humor hinweg“, sagte er.

Die Soiree war zugleich eine Finissage, denn „bis zur Winterpause öffnen wir das Museum nur noch für Gruppenführungen“, erklärte Schade-Didschies. So finden seine Mitstreiter und er hoffentlich Zeit für erforderliche Reparaturen. Man müsse einen neuen Durchlauferhitzer für Warmwasser in der Küche installieren und die Wasserleitungen entsprechen verstärken. Daneben fielen die „üblichen Hausmeisterarbeiten“ an, etwa Putzen und Malern. „Unser großes Glück ist, dass wir vom Lackieren bis zum Schweißen alles selbst hinbekommen“, betonte er. Eine neue Außengestaltung scheitere aber wohl leider an der Gegenfinanzierung. Trotz Fördermitteln bliebe ein stattlicher Eigenanteil.

Viele kleine Geschichten

Sollten im Winterhalbjahr noch Kapazitäten frei sein, überarbeite man die Ausstellung. „Falls daraus nichts wird, ist das aber auch nicht weiter tragisch“, sagte er. Denn „Wir können auch größer“, die Sonderausstellung zum IMAX-Film kam richtig gut an. „Wir hatten sehr starken Zulauf, vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda“, berichtete Schade-Didschies. Besonders zu schätzen wussten die Besucher, dass die Kinofreunde zu jedem Exponat eine kleine Geschichte zu erzählen haben, während andere Museen Informationen oft nur über Schautafeln vermitteln. „Für uns ist es einfach befriedigend, wenn die Besucher mit Interesse zu uns kommen und mit viel neuem Wissen wieder nach Hause gehen“, fasste Schade-Didschies es zusammen.

Von Ron Niebuhr

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