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Isenbüttel U-Boot-Kompressor hilft dem Tauchclub Hibaru
Gifhorn Isenbüttel U-Boot-Kompressor hilft dem Tauchclub Hibaru
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00:19 28.04.2019
Das ist „sein" Baby: Bernhard Romanski hat unzählige Stunden in die Restaurierung des Kompressors und in die Füllanlage investiert. Quelle: Christina Rudert
Isenbüttel

Er stammt aus Kiel, ist Jahrgang 1967 und sorgt seit fünf Jahren dafür, dass die Taucher vom Tauchclub Hibaru genügend Luft bekommen: Der Kompressor, der im Vereinshaus steht, könnte mal in einem U-Boot im Einsatz gewesen sein. „Ganz genau wissen wir es aber nicht, wir können nichts beweisen“, sagt Bernhard Romanski. Der Maschinenbauingenieur hegt und pflegt das Schmuckstück, um das manch technisches Museum den Club vermutlich beneiden würde.

Kompressor eigentlich für 24-Stunden-Betrieb gedacht

„Es ist auf alle Fälle ein Kompressor für professionelle Einsätze, zum Beispiel bei der Marine“, sagt Romanski. „Hier bei uns ist er völlig unterfordert – gebaut wurde er für den 24-Stunden-Betrieb.“ Ein Taucher, der sein Hobby aufgeben musste, hatte dem Club den 500 Kilogramm schweren Koloss vor fünf Jahren geschenkt. „Das war eine ganz schöne Wuchterei, das Teil die enge Kellertreppe hoch zu bekommen“, erinnert sich Club-Sprecher Thomas Reimann.

Hibaru-Mitglied repariert Kompressor

Bevor die Taucher den Kompressor am Tankumsee in Betrieb nehmen konnten, brachte Romanski ihn in geschätzt 150 Arbeitsstunden wieder auf Vordermann – „das war ein mittlerer Schrotthaufen“. Das Schrubben der Metallteile mit der Drahtbürste war da nur der geringste Anteil. Die Herstellerfirma – laut Typenschild Wilhelm Popp aus Kiel – erwies sich als kulant und stellte Ersatzteile zu einem Bruchteil des Originalpreises zur Verfügung. „Die Firma gibt eine Ersatzteilgarantie für 80 Jahre“, freut sich Romanski. Reimann schmunzelt: „Das ist wirklich sein Baby.“

Bilder vom U-Boot-Kompressor:

Ein lebensnotwendiges Schätzchen hat der Tauchclub Hibaru in seinem Vereinshaus am Tankumsee stehen: Der Kompressor, der die Tauchflaschen mit Luft füllt, stammt von 1967 und hat vermutlich mal in einem U-Boot Dienst getan.

Der Maschinenbauingenieur tüftelte ein System aus, damit der Kompressor vier der zehn bis zwölf Liter fassenden Pressluftflaschen zeitgleich befüllen kann. Und wenn der Kompressor in Zeiten mit viel Tauchbetrieb mal nicht ganz hinterher kommt, gibt es auch noch zwei 50-Liter-Speicherflaschen. „Um vier Flaschen zu befüllen, muss man eine gute halbe Stunde rechnen“, sagt Reimann. Damit kann ein erfahrener Taucher dann bis zu 90 Minuten im Tankumsee unterwegs sein, „ein Anfänger hat die Flasche aufgrund seiner Aufregung schneller leer“, erklärt Romanski.

Atemluft kommt aus nahem Waldstück

Das zeitgleiche Befüllen von vier Flaschen ist eine Sache. Dass die Atemluft 100-prozentig in Ordnung ist, eine andere. „Sicherheit geht immer vor“, betont Romanski, da versteht er auch keinen Spaß. „Das ist überlebens-notwendig.“ Entsprechend saugt die Anlage die Umgebungsluft aus einem Waldstück hinter dem Hibaru-Vereinsheim an, in dem keinerlei Verunreinigung zu erwarten ist. „Schon ein Lagerfeuer oder Autoabgase können zum Problem werden“, sagt Reimann. Mehrere Filter sorgen dafür, dass auch allerletzte Rückstände aus der Luft abgeschieden werden. Ölrückstände – „die Kolben des Kompressors müssen ja geschmiert werden“ – und überflüssiges Wasser gehören dazu. „Die Atemluft hat eine Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent, ist also komplett mit Wasser gesättigt. Was darüber hinaus als eine Art Kondenswasser auftritt, wird ausgeschieden“, zeigt Romanski einen Filter. „Der ist mit einem Granulat gefüllt, und wenn das gesättigt ist, geht die Anlage sofort außer Betrieb.“

Nicht alle dürfen den Kompressor bedienen

Rücklaufventile und andere Sicherungen sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Hier geht es schließlich um Leben und Tod, entsprechend viel Tüftelei investierte Romanski in die Sicherheitstechnik. Und entsprechend intensiv schult er auch alle Club-Mitglieder, die die Atemgeräteflaschen auffüllen dürfen. „Den Kompressor bedient keiner, der nicht einmal im Jahr eine Unterweisung bekommen hat.“

Und dann wirft er den Kompressor an. Der Lärm ist ohrenbetäubend. „Wenn die Flaschen angeschlossen sind, verlassen wir den Raum“, sagt Romanski. „Man hört es schon, wenn sie voll sind.“ Dann stoppt der Elektromotor automatisch.

Von Christina Rudert

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