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Isenbüttel Hier können zwei E-Autos zeitgleich tanken
Gifhorn Isenbüttel Hier können zwei E-Autos zeitgleich tanken
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19:20 19.07.2019
Neu errichtet: Frederick Meyer (l.) und Klaus Rautenbach freuen sich über die E-Ladesäule in der Isenbütteler Ringstraße.
Neu errichtet: Frederick Meyer (l.) und Klaus Rautenbach freuen sich über die E-Ladesäule in der Isenbütteler Ringstraße. Quelle: Ron Niebuhr
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Isenbüttel

Gemeindedirektor Rautenbach und Vizebürgermeister Frederick Meyer freuten sich, dass die Ende Juni in Betrieb genommene Anlage bereits rege genutzt wird. „Drei bis vier Ladevorgänge sind es wohl am Tag“, schätzte Meyer, ohne dass er die in seiner Nachbarschaft stehende Ladesäule ständig im Blick habe oder gar Buch führe. „Einmal stand dort ein Schwede“, erzählte er. Und Stammkunden gebe es auch schon: „Ein Fahrer aus Salzgitter hält hier immer auf dem Weg zur Arbeit in Wolfsburg.“

Langes Verfahren

Den Beschluss zum Bau der E-Ladesäule hatte der Rat bereits im April 2017 gefasst. Es folgte ein „äußerst langwieriges und bürokratisches“ Verfahren, um Fördermittel zu beantragen und auch bewilligt zu bekommen. „Das hat unsere Verwaltung sehr stark herausgefordert“, berichtete Rautenbach. Zumal man ursprünglich zwei Ladesäulen aufstellen wollte: eine in der Ringstraße und eine auf dem Gutsplatz.

Für letztere habe man zwei Mal erfolglos Fördermittel beantragt. Vorgesehen war eine kleine Säule mit nur 22 Kilowatt und ohne Schnellade-Funktion. „Dafür war die Nachfrage aber wohl so groß, dass wir bei der Fördermittelvergabe nicht berücksichtigt worden sind“, sagte Rautenbach.

Zwei Anschlüsse

Anders sah es bei der nun ans Netz der LSW gegangenen Ladesäule in der Ringstraße aus. Die verfügt über zwei Anschlüsse: 22 Kilowatt und schnellladefähige 50 Kilowatt. „Da haben wir richtig Glück gehabt“, freuten sich Rautenbach und Meyer, dass es klappte, Fördermittel vom Bund zu bekommen: immerhin gut 17 000 Euro bei Gesamtkosten von rund 60 000 Euro. „Nach jetzigem Stand gehen wir also von 43 000 Euro aus, die wir als Gemeinde tragen müssen“, sagte Rautenbach. Das könne sich aber noch geringfügig ändern, sobald die Schlussrechnung vorliegt.

Die Gemeinde sehe sich zwar gerade durch die Nähe zu Wolfsburg und Volkswagen durchaus in der Verantwortung, etwas zum Ausbau der Ladeinfrastruktur beizutragen. Sie erwarte aber ihrerseits, dass sich Bundesregierung und Automobilhersteller deutlich stärker einbringen.

Zu großer Aufwand

Dass die Gemeinde Isenbüttel weitere E-Ladesäulen errichtet, ist wohl eher nicht zu erwarten. Zu groß war der Aufwand, an Fördermittel zu kommen. „Uns ist sogar vorgegeben worden, welches Ladesäulenmodell wir aufstellen müssen“, sagte Rautenbach. Und Hinweisschilder auf den Fördermittelgeber müssen natürlich auch noch angebracht werden.

Dabei sollte „das Ganze eigentlich Sache der Energieversorger selbst sein“, erklärte Meyer. Man könnte zwar gern dafür sorgen, dass Stromanbieter ein geeignetes Grundstück finden. „Aber E-Ladesäulen zu bauen, kann nicht unsere Aufgabe sein. Herkömmliche Tankstellen bauen wir ja schließlich auch nicht“, betonte Meyer.

Von Ron Niebuhr