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Isenbüttel Kastanienhof: So könnte die Zukunft aussehen
Gifhorn Isenbüttel Kastanienhof: So könnte die Zukunft aussehen
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19:00 20.06.2019
Ergebnis vorgestellt: Ein Gutachten geht davon aus, dass der Kastanienhof in Wasbüttel zu 80 bis 90 Prozent erhaltenswert ist. Quelle: Ron Niebuhr
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Wasbüttel

Der Kastanienhof in Wasbüttel ist „zu 80 bis 90 Prozent intakt und erhaltenswert“: Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das der Verein Kastanienhof in Auftrag gegeben hat. Andreas Hestermeier, Andreas Trusch und Mitstreiterinnen erläuterten am Dienstagabend rund 40 interessierten Zuhörern in der Alten Schule den Stand der Dinge.

Verein macht sich für historisches Gebäude stark

„Wir möchten verhindern, dass da nichts mehr ist, wenn man nach Wasbüttel hineinkommt“, brachte Trusch auf den Punkt, warum sich der Verein für den Erhalt des historischen Gebäudes stark macht. 2015 hat die Samtgemeinde den Kastanienhof gekauft, 2017 beschloss sie den Abriss, schob ihn jedoch bis September 2019 auf. Die Retter des Kastanienhofes – anfangs eine Initiative, inzwischen ein Verein – haben Konzepte entwickelt, wie sich Haupt- und Nebengebäude instand setzen, umgestalten und umnutzen lassen. „Wir haben den Kastanienhof mit vielen Helfern fürs Gutachten entkernt“, sagte Christiane Heuer. Und den Garten habe man ebenfalls aufgeräumt.

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Wohnraum und Tagespflege als Nutzung?

Christine Baron-Lütje berichtete, dass Gutachter „jeden Balken angebohrt und auf Schäden untersucht haben“. Als Ergebnis sei festzuhalten, dass das Hauptgebäude „etwas besser“ und die Nebengebäude „etwas schlechter“ erhalten seien als die Alte Schule vor ihrer Sanierung. Daher setzt der Verein weiter darauf, den Kastanienhof fürs Dorfbild zu bewahren. Nutzen wolle man ihn so, dass man weder mit der Bürgerbegegnungsstätte noch mit der Alten Schule konkurriere, betonte Gerhild Trusch. Bedarf an Wohnraum habe Der Hof aus Isenbüttel für seine Mitarbeiter angemeldet. Die Diakonie habe Interesse signalisiert, dort eine ambulante Tagespflege einzurichten.

Auch Therapiezentrum und Fußpflege möglich

Architektin Sigrid Sauß hat Varianten erstellt, wie alles Platz findet – zum Beispiel: Tagespflege im Erdgeschoss von Hauptgebäude und eventuell auch neu gebautem ehemaligen Saal. Im früheren Stallgebäude könnte man Therapiezentrum oder Fußpflege unterbringen. Im Obergeschoss könnte man Einzimmerapartments mit Gemeinschaftsküche bauen: „Die sprechen junge Leute, die in ihre erste eigene Wohnung ziehen, genauso an wie Senioren, die sich räumlich verkleinern wollen“, sagte Baron-Lütje.

So viel würde die Sanierung kosten

Hestermeier versicherte, dass man die Kosten „professionell, konservativ und realistisch“ berechnet habe. Demnach sind für Sanierung und Umbau des Kastanienhofes inklusive der Außenanlagen wohl rund zwei Millionen Euro nötig, die über einen Kredit von 1,6 Millionen Euro und Fördermittel gedeckt werden könnten. Eigenleistung sei ebenfalls vorstellbar, sagte Hestermeier. Samtgemeindebürgermeister Hans Friedrich Metzlaff schätzte das Konzept als „tragfähig“ ein. Allerdings „steht und fällt es damit, ob sich ein Investor findet, der nicht aufs schnelle Geld aus ist“. Der Verein erhoffte sich vom Samtgemeinderat mehr Zeit, Investoren zu finden, und vom Gemeinderat ein klares Signal, dass auch er den Kastanienhof erhalten möchte.

Von Ron Niebuhr

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