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Isenbüttel Die Frage nach den gefrorenen Karnickeln
Gifhorn Isenbüttel Die Frage nach den gefrorenen Karnickeln
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15:00 10.11.2019
“Die Schablone, in der ich wohne“: Carmela de Feo alias La Signora gastierte mit ihrem aktuellen Programm bei Culturbalah in Calberlah. Quelle: Ron Niebuhr
Calberlah

Klein, aber oho! So lässt sich La Signora, verkörpert von Carmela de Feo, vielleicht am ehesten beschreiben. Die quirlige Komikerin gastierte am Samstagabend in Calberlahs Realschulaula auf Einladung von Culurbalah. Deren Sprecherin Annegret Langbein entpuppte sich als höchst empfänglich für La Signoras doch recht schrägen Humor.

„Wir freuen uns heute ganz besonders, dass sie alle da sind“, rief Langbein in die voll besetzte Aula. Immerhin feiere man mit dem Auftritt von Carmela de Feo irgendwie ja auch 30 Jahre Mauerfall. „Dabei haben wir gar nicht bedacht, was das heute für ein großer Tag für Deutschland ist, als wir sie am 9. Oktober 2018 gebucht haben“, räumte die Culturbalah-Sprecherin ein. Und Carmela de Feo war erfreut, in Calberlah auftreten zu können: „Ihr seid ein sehr angenehmes Publikum, wenn ich bedenke, vor was für Schabracken ich sonst so stehe.“ Auch die Organisation des Abends durch Culturbalah habe tadellos geklappt. „Ich wische ja gern noch mal durch wenn es sein muss“, erzählte de Feo. In der Realschulaula musste es nicht sein – alles tiptop.

„Ich bin Italienerin.“

Für Culturbalah spielen zu dürfen, sei heiß begehrt in der Comedyszene. Man müsse als Künstlerin schon sehr gewieft sein, um es bis nach Calberlah zu schaffen. Und wie hat sie Annegret Langbein rumgekriegt? „Mit siebeneinhalb Kilo Karnickel, gefroren“, verriet de Feo. Die so hart erkämpften zwölf Quadratmeter Bühne gebe sie so schnell nicht wieder her. Zum Glück seien die Konkurrentinnen zu schwach, „ihnen fehlt der Biss, der Killerinstinkt.“ Daher müssen sie sich für billige TV-Shows hergeben oder gleich blank ziehen. Für Carmela de Feo ist das keine Option, denn: „Mit Talent kannst du dich nicht hochschlafen. Und ich bin Italienerin. Der liebe Gott musste uns so klein machen, weil wir vollgestopft sind mit Talent.“

Versuche, die Hausfrauen auszurotten

La Signora ist übrigens „sehr aufgeschlossen“ allem Neuen gegenüber. Der virtuellen Welt des Internets etwa: „Virtuell. Das ist wie in den Spiegel gucken, und was man sieht, ist schön“, erklärte sie. Die Smartphone-Variante von Völkerball allerdings sah sie skeptisch: „Pokemon Go! Herumrennen und irgendwelche Tiere mit einem Ball abwerfen.“ Der Spieltitel bedeute frei übersetzt „Pickelmännchen, geh!“, denn damit „soll das Pubertier aus der Wohnung ins Freie gelockt werden“. Das habe es früher übrigens auch schon mal gegeben, wusste de Feo. Da hieß es noch: „Junge, bring den Müll raus!“. Es folgten Verschwörungstheorien über Versuche, die Hausfrau auszurotten („Erst mit dem Mixer, dann mit Fertiggerichten und jetzt mit dem Thermomix“). Calberlahs Bürgermeister Thomas Goltermann quälte derweil eine ganz andere Frage: „Was ist denn eigentlich mit dem gefrorenen Karnickel?“ Das überraschte de Feo kaum: „Ach Gott, da bist du immer noch? Aber so ist das eben in deiner Position. Du musst dich um alles kümmern.“

Wildpinkler an deutschen Autobahnen

Als sie sich dann auch noch mit männlichen Wildpinklern entlang deutscher Autobahnen als „Jeanne d’Arc der Prostata“ und „Käuferin der neuen Sanifair-CD“ solidarisierte, glitt Culturbalah-Chefin Langbein endgültig in einen lautstarken Lachkrampf ab. Und de Feo fragte sich, worauf sie sich mit dem Gastspiel in Calberlah eingelassen hatte: „Die vierte Reihe betrinkt sich, die dritte Reihe friert, die Veranstalterin wird gleich abgeholt, und Thomas überlegt sich, irgendwo anders Bürgermeister zu werden. Tut mir leid für alle, die dachten, dass sie ins Kabarett gehen.“ Vielleicht war es aber auch bloß der ganz normale Wahnsinn bei Culturbalah in Calberlah.

Von Ron Niebuhr

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