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Isenbüttel Warum die SPD gegen und die CDU für den Kristallturm ist
Gifhorn Isenbüttel Warum die SPD gegen und die CDU für den Kristallturm ist
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20:00 07.11.2019
Auslegung beschlossen: Isenbüttels Bauausschuss brachte die Änderung des B-Planes für den Tankumsee voran. Quelle: Ron Niebuhr
Isenbüttel

Kristallturm und Stelzenhäuser erfordern eine Änderung des Bebauungsplanes für die Erlebniswelt Tankumsee. Der Turm ist bereits bestellt, die Stelzenhäuser sind längst errichtet worden. Es missfiel dem Bauausschuss der Gemeinde Isenbüttel, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Dennoch stimmte er der Änderung mehrheitlich zu.

Diese Bedenken hat die SPD

Die SPD-Fraktion wies zuvor auf eine ganze Reihe aus ihrer Sicht ungelöster Probleme am Tankumsee hin. Kritische Punkte machte die SPD im noch vorzunehmenden Brandschutz aus und, da der Turm im Überschwemmungsgebiet stehen soll, auch in einer Beeinträchtigung des Hochwasserschutzes. Zudem könnte die Schifffahrt auf dem Elbeseitenkanal gefährdet werden, sofern lichtintensive Events auf dem Turm steigen, sagte Dr. Ralf May. Auch für Anwohner und Tierwelt sei von einer Belastung durch Lärm und Licht auszugehen. Negativ auf die Natur wirke sich die zusätzliche Versiegelung von Grünflächen für neue Wege und Zufahrten aus. Im Umfeld der Stelzenhäuser komme es zu erheblichen Verunreinigungen durch Scherben, Windeln und Exkremente.

Kritik an Schwarzbauten

Abgesehen davon sollte man es nicht hinnehmen, dass die Tankumseegesellschaft „Schwarzbauten“ errichtet, fügte Detlef Lehner (SPD) hinzu: „Wir erwarten von jedem privaten Bauherrn, dass er sich ans geltende Recht hält.“ Aus Gründen der Gleichbehandlung wäre es ein falsches Signal, die „illegal“ gebauten Stelzenhäuser nachträglich zu legalisieren, erklärte Lehner. Man habe nichts gegen Events, fraglich sei aber, wie sich der Tankumsee entwickelt: „Wollen wir wirklich einen Kletterturm? Was kommt als nächstes? Wasserski?“, warnte May. Die Eingriffe in die Natur seien schwerwiegend, das Naherholungsgebiet verwandele sich in einen Freizeitpark. Die SPD beantragte daher, das Verfahren zur Änderung des B-Planes einzustellen.

Die Befürworter

Dem hielt Frederick Meyer (CDU) entgegen, dass der Tankumsee eben nicht bloß ein Naherholungsgebiet sei sondern auch eine Sport- und Freizeitstätte. Obwohl die Vorgehensweise – erst bestellen beziehungsweise bauen, dann Plan anpassen – zumindest „zweifelhaft“ sei, erfahre der Tankumsee durch Kristallturm und Stelzenhäuser eine „maximale Aufwertung“. Heinz Plagge (IWG) wunderte sich doch sehr über den Antrag der SPD: „Erst haben wir beschlossen, den Plan zu ändern. Und jetzt soll alles bleiben, wie es ist? Da komme ich nicht mehr mit.“ Und Willi Ladwig (Grüne) sagte: „Das haben wir doch alles schon mal diskutiert. Was soll noch dieses Trara?“

Die Rolle des Lärms

Planer Christian Lindenlaub erläuterte, dass teils erhebliche Eingriffe in die Natur erfolgten. Durch Ausgleichsflächen könne man dem Artenschutz aber gerecht werden. Gemäß eines Schallgutachtens sei der geplante Standort des Kristallturmes durch Lärm „stark vorbelastet“. Es sei also kaum damit zu rechnen, dass sich dort viele Erholungssuchende aufhalten. Zudem habe man die Betriebszeiten auf 6 bis 21 Uhr begrenzt. „Und Partys sind im Konzept für den Turm nicht vorgesehen“, sagte er. Während der Auslegung des B-Planes, habe aber jeder die Chance, seine Bedenken vorzubringen.

Friedhelm Hubertus Voigt als Vertreter des Seniorenbeirates teilte die Kritik der SPD – vor allem hinsichtlich Lärm, Müll und Schwarzbauten. Der Bauausschuss jedoch sprach sich mit knapper Mehrheit für die Auslegung des B-Planes aus: Vier Mitglieder stimmten dafür, drei dagegen.

Die Geschichte vom Kristallturm am Tankumsee

Am Tankumsee soll ein Kletterturm – der sogenannte Kristallturm – entstehen. Alle Berichte dazu lesen Sie hier.

* 17. Oktober 2019: Start des „Kristallturm-Projekt“ am Tankumsee steht weiter in den Sternen

* 21. Mai 2019: Erlebniswelt Tankumsee: Bereit für 2019!

* 27. April 2019: Bebauungsplan für Kristallturm in Arbeit

* 19. März 2019: Was sich die Anwohner für den Tankumsee wünschen

* 2. Februar 2019: SPD lehnt Seilbahn ab und fordert Verkehrsgutachten

* 3. Januar 2019: Kristallturm: Jetzt soll ein Verkehrsgutachten her

* 4. November 2018: Warum der Kristallturm am Tankumsee erst später kommt

* 4. September 2018: Baustart für Kristallturm erst im nächsten Jahr

* 24. Juli 2018: Bau des Kletterturms verzögert sich noch

* 17. Mai 2018: Die Knüller-Attraktion Kristallturm ist bestellt

* 20. April 2018: Der Tankumsee bekommt einen Kletterturm

Von Ron Niebuhr

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