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Isenbüttel Deshalb kommt ein Blühstreifen an die Riede
Gifhorn Isenbüttel Deshalb kommt ein Blühstreifen an die Riede
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19:00 24.10.2019
Bald Blühstreifen: Entlang der Riede sollen Rasenflächen für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere umgestaltet werden. Quelle: Ron Niebuhr
Isenbüttel

Soll man Blühstreifen anlegen und Nistkästen aufhängen? Soll man den Einsatz von Unkrautvernichtern auf Gemeindeflächen untersagen? Und bezieht die Gemeinde ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen? Diesen Fragen ging Isenbüttels Umwelt- und Wegeausschuss auf den Grund. Überrascht war man, wie kostspielig die jährliche Laubentsorgung ausfällt.

Für die Artenvielfalt

Die Grünen beantragten, auf mehreren gemeindeeigenen Flächen Blühstreifen anzulegen. Man könnte so dazu beitragen, die Artenvielfalt zu erhöhen. Zudem dienten die Streifen dem Insektenschutz und böten zahlreichen Lebewesen einen Platz zum Überwintern. Und langfristig seien Blühstreifen auch schön anzuschauen. Ins Auge fassten die Grünen dafür Flächen entlang des Riedewanderweges, zwischen Wiesenhofweg und Altes Mühlenfeld sowie vor der Bahnunterführung der Liststraße zum Försterkamp.

Generelle Klärung

„Wir möchten erst einmal generell klären, ob das machbar ist“, sagte Anne Gaus (Grüne). Welche Flächen umgestaltet werden, könne man auch später festlegen. Verwaltungsleiter Kai Krink erklärte, dass man den Boden auflockern und von Unkraut freihalten müsste, bevor man im Frühjahr die Blühmischung einsät. Danach müsse man wohl höchstens entlang der Ränder den Bewuchs kürzen, damit die Gehwege frei bleiben. „Der laufende Unterhaltungsaufwand sinkt also deutlich, vor allem wenn wir eine mehrjährige Mischung nehmen“, sagte Krink.

Nur an der Riede

Katrin Below (SPD) sah Bedarf für Blühstreifen höchstens am Riedewanderweg: „Da wird es dann etwas bunter“, sagte sie. Ansonsten sei es im Dorf durch Privatgärten grün genug. Ricarda Rochlitz (SPD) regte an, auch am Jugendplatz einen Blühstreifen anzulegen: „Da sieht es noch ziemlich trist aus.“ Letztlich empfahl der Ausschuss einstimmig, am Riedewanderweg zwischen Ringstraßenbrücke und Spielplatz drei Flächen mit einer mehrjährigen Mischung zum Blühen zu bringen.

Kein lokales Glyphosat-Verbot

Die Mitarbeiter des Isenbütteler Bauhofes verzichten schon auf den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln. Die Grünen beantragten, auch Pächtern den Einsatz von Glyphosat und Co. auf Flächen der Gemeinde zu untersagen. „Aktuell haben wir drei Pächter, die auf unseren Flächen konventionelle Landwirtschaft betreiben“, sagte Krink. Heinz Plagge (IWG) und auch Henning Müller (CDU) wiesen darauf hin, dass Unkrautvernichter nur in sehr geringen Mengen eingesetzt würden. Und Glyphosat sei eh ab 2022 EU-weit verboten. Der Ausschuss lehnte den Antrag der Grünen mehrheitlich ab.

Vögel ins Dorf locken

Mit Nistkästen möchten die Grünen Vögel ins Dorf locken. „Ihr Bestand ist nachweislich gesunken“, sagte Gaus. Die Piepmätze seien aber von großem Wert, nicht zuletzt als natürliche Feinde des hochgradig allergenen Eichenprozessionsspinners. Hinter dem Vorschlag, 500 Euro bereit zu stellen für Nistkästen auf gemeindeeigenen Flächen, konnte sich der Ausschuss einstimmig versammeln. Bei der Idee, Nistkästen auch an Bürger zu verteilen, wollte man nicht mitgehen: „Wir entsorgen schon ihr Laub. Was sollen wir noch alles übernehmen?“, sagte Detlef Lehner (SPD).

Teure Sache

Apropos: Die Laubentsorgung lässt sich die Gemeinde Saison für Saison 16 948 Euro für Personaleinsatz und Materialbedarf kosten. Daher sei es in diesem Jahr entgegen des politischen Beschlusses beim besten Willen nicht machbar, zusätzlich zu 40 bereitgestellten Sammelsäcken auch noch Laubsammeltage auf dem Bauhof anzubieten, sagte Krink. Der Sammelservice der Gemeinde wird gut angenommen, allerdings bittet die Verwaltung darum, dass sich mehrere Nachbarn zusammenschließen, um jeweils einen Sack zu befüllen.

Komplett Ökostrom

Mit dem Wunsch, gemeindeeigene Gebäude ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen zu versorgen, waren die Grünen an der falschen Adresse. „Unsere Liegenschaften sind schon komplett auf Ökostrom umgestellt“, versicherte Krink. Abgesehen von Bauhof und Rathaus, wo man nur Mieter sei. Dort wollen sich Isenbüttels Politiker nun für den samtgemeindeweiten Umstieg auf Ökostrom einsetzen.

Von Ron Niebuhr

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