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Isenbüttel Eichenprozessionsspinner: Jetzt sollen Nistkästen helfen
Gifhorn Isenbüttel Eichenprozessionsspinner: Jetzt sollen Nistkästen helfen
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19:14 30.12.2019
Gemeinschaftsaktion: In der Werkstatt der Gemeinde Wasbüttel trafen sich Bürger, um Nistkästen zu bauen. Quelle: Jörg Rohlfs
Wasbüttel

Bürgermeister Hartmut Jonas hatte gerufen und mehr als ein gutes Dutzend Bürger waren am Montagvormittag in die Werkstatt der Gemeinde am Schützenheim gekommen, um gemeinsam Nistkästen zu zimmern. Nicht mal eben so, sondern um dem Eichenprozessionsspinner durch die Unterstützung von Fressfeinden bei der Wohnungssuche entgegen zu treten.

„Interesse am Naturschutz“

Dass Jonas parteipolitisch ein Grüner ist, tat dabei nichts zur Sache. Es waren auch Schwarze da sowie Väter mit Teenager-Tochter oder -Sohn: „Alles Wasbütteler, die Interesse am Naturschutz haben“ – und die durch ihr Engagement „die Dorfgemeinschaft bilden“, so der Bürgermeister, der die in diesem Sommer vereinzelt im Ort und verstärkt an Waldrändern und Wirtschaftswegen vorkommenden Spinner-Larven und -Raupen nächstes Jahr nach Möglichkeit nicht mit chemischen (Biozid-)Mitteln bekämpfen will.

Absauen ist teuer

„Viereckshöhlen“: Nistkästen für Meisenarten. Quelle: Jörg Rohlfs

Auch das Absaugen sei sehr teuer, weshalb nun Unterkünfte für die gefiederten Freunde hergestellt und mit Aluminiumnägeln direkt an Eichen im Umkreis aufgehängt werden sollen: so genannte „Dreieckshöhlen“ (architektonisch einem NurDa-Haus recht ähnlich) für Meise, Kleiber und Sperling sowie „Viereckshöhlen“ insbesondere für Blau- und Kohlmeisen, die laut Jonas hiesig verbreitet und deshalb vortreffliche Bundesgenossen im naturbelassenen Kreuzzug gegen den EPS sind.

Zugesägt hatte das Holz für die Bauaktion am Montag Klaus-Dieter Brandt. In der Werkstatt wurde es, wo nötig, an Ecken und Kanten abgeraspelt, Einfluglöcher wurden gebohrt und geschnitten, das Dach, Boden und Wände wurden zusammengefügt und schließlich Teerpappe oben drauf genagelt. Schlingen zum Aufhängen wurden aus Draht-Meterware gebogen und an der Rückseite befestigt. Auf diese Weise entstanden bei dem geschäftigen Treiben und hohem Geräuschpegel rund 30 neue Behausungen.

100 sollen es werden

„100 sollten es insgesamt schon werden“, erklärte Jonas in dem von einem Holzofen mit Sichtfenster angenehm angewärmten Werkstattraum – weshalb auch noch weitere Bautermine ins Auge gefasst werden. Der Bürgermeister, der dem EPS bei vergangenen Akut-Einsätzen schon mal mit Haarspray, Sprühkleber oder Gasbrenner zu Leibe rückte, hegt durchaus die Hoffnung, dass die Mühen auch Erfolg zeitigen. Grund dafür sei die Lektüre eines Zeitungsartikels aus dem Nachbarland Holland gewesen, wonach dort mit der „Nistkästen-an-Bäume-Methode“ eine Verringerung der Vorkommen um 70 Prozent erreicht worden sei.

Und Efeu pflanzen

Und einen zweiten Weg will Hartmut Jonas parallel gehen und wilden Efeu an Eichenbäumen pflanzen. Grund dafür ist seine eigene Beobachtung, wonach von dieser Kletterpflanze bewachsene Eichen vom EPS gemieden werden, während ein paar Meter weiter „nackte“ Bäume befallen waren. Eine wissenschaftlich fundierte Erklärung hat der Bürgermeister dafür nicht. Aber das hält ihn nicht davon ab, es zu versuchen: „Wir probieren das mit den Nistkästen ja auch erstmal aus. Ist jedenfalls besser als spritzen.“

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Von Jörg Rohlfs

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