Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Isenbüttel Was die Samtgemeinde für den Klimaschutz tut
Gifhorn Isenbüttel Was die Samtgemeinde für den Klimaschutz tut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 12.08.2019
Klimafreundliche Mobiltät: In der Samtgemeinde Isenbüttel ist das ein Thema. Quelle: Ron Niebuhr Archiv
Samtgemeinde Isenbüttel

Klimaschutz wird in der Samtgemeinde Isenbüttel groß geschrieben, und das nicht erst seit gestern. Die Gemeinde Isenbüttel leistet sich mit „Isenbüttel saniert intelligent“ – kurz: Isi – sogar ein eigenes Förderprogramm, um ihre Einwohner zum Energiesparen zu animieren.

Die Samtgemeinde hat 2014/15 gemeinsam mit allen vier Mitgliedsgemeinden und der Einheitsgemeinde Sassenburg das Klimaschutzteilkonzept „Eigene Liegenschaften“ als interkommunales Projekt erstellt. „Das Konzept umfasst 47 Gebäude der Samtgemeinde und der Mitgliedsgemeinden“, erklärt Bauamtsleiter André Schulz. Die Gebäude, die vor 1995 gebaut wurden, wurden auf ihre energetischen Verbesserungsmöglichkeiten untersucht. Es folgten Vorschläge für Maßnahmepakete, wie mit Hilfe spezifischer Sanierungen die CO2-Emissionen verringert werden können. Die Politik erarbeitete daraus eine Prioritätenliste im Sanierungsfahrplan. Und, so Schulz, ein jährliches Aufwandsbudget wurde in den Haushalt eingearbeitet. Er zählt auf, was daraus finanziert werden kann: „Hydraulische Abgleiche, Erweiterung und Austausch von Messstellen für Wärme und Strom, sonstigen Unterhaltungsaufwand sowie Einführung beziehungsweise Fortführung des Energiemanagements“, wozu auch Öffentlichkeitsarbeit, Nutzerschulungen und die Pflege bestehender Arbeitsgruppen gehört. Energieberatung, Hausmeisterschulung, Thermie-Spaziergänge sind konkrete Beispiele dafür. Ein dafür eingestellter Klimaschutzmanager, für zwei Jahre aus Fördermitteln finanziert, verließ die Region aus privaten Gründen nach einem halben Jahr, und trotz mehrerer Stellenausschreibungen fand sich kein Nachfolger. „Seitens der Samtgemeinde wird nun eine Mitarbeiterin des Gebäudemanagements die Aufgaben eines Klimaschutzmanagers übernehmen“, informierte Schulz.

Radwege: Zu viele Lücken im Netz

2016 folgte das Klimaschutzteilkonzept „Mobilität“. „Die Umsetzung von vorgeschlagenen Maßnahmen liegt bei den Mitgliedsgemeinden“, erklärte Schulz. Das Konzept selber hatte zunächst ergeben, dass 63 Prozent der täglichen Wege mit dem Auto zurückgelegt werden, zwölf Prozent zu Fuß, 20 Prozent mit dem Fahrrad und fünf Prozent mit dem Öffentlichen Personennahverkehr. Michael Fuder, Geschäftsführer des Büros MerkWatt, das das Konzept erstellt hatte, hatte bei der Präsentation des Konzeptes festgestellt: „Für den Fußverkehr gibt es ansprechende Voraussetzungen nur innerhalb der Orte.“ Für Radwege fehlten Trassen und Lückenschlüsse im Netz, der Öffentliche Personennahverkehr konzentriere sich auf Schülerverkehre, außerdem fehle ein Kurzstreckentarif. Nahversorgung, eine Kultur des Mitnehmens sowie eine stärkere Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel waren seine Empfehlungen, die er der Politik mit auf den Weg gab.

E-Golf als Dienstwagen, LED-Licht im Rathaus

Wasser predigen und Wein trinken gibt es nicht für die Verwaltung: Seit 2018 rollt als Dienstwagen ein geleaster E-Golf über die Straßen, die Rathausbeleuchtung erfolgt komplett mit LED-Lampen. Photovoltaik auf den Feuerwehrhäusern in Calberlah, Isenbüttel und Ribbesbüttel, die Photovoltaikanlage am Freibad Edesbüttel für die Luft-Wasser-Wärmepumpe, LED-Beleuchtung in allen Turnhallen sind weitere Beispiele.

Gemeinde zahlt Bürgern bis zu 5000 Euro

Mit ihrem Programm „Isenbüttel saniert intelligent“ (Isi) stellt die Gemeinde Isenbüttel seit 2014 Fördermittel für Bürger zur Verfügung, die ihre Immobilie energetisch sanieren wollen – anfangs standen 200 000 Euro im Haushalt, die aber nicht abgerufen wurden, jetzt ist die Summe auf 50 000 Euro gesenkt worden – und „für Euphorie besteht kein Anlass“, kommentiert Gemeindedirektor Klaus Rautenbach die nach wie vor extrem geringe Nachfrage.

In der Förderrichtlinie ist aufgelistet, was die Gemeinde bezuschusst:

Mit je 150 Euro einen Luftdichtheitstest, einen hydraulischen Heizungsabgleich und den Einbau einer Hocheffizienz Heizungspumpe.

Eine Initialberatung durch einen bei der Gemeinde gelisteten Energieberater mit bis zu 250 Euro, wenn es bereits eine BAFA-Förderung gibt, und mit bis zu 500 Euro ohne BAFA-Förderung.

Investitionsförderungen zur Reduzierung des Energiebedarfs bekommt nur, wer eine Initialberatung nachweisen kann. Es muss eine qualitätssichernde Baubegleitung geben, die mit 250 beziehungsweise 500 Euro gefördert wird, abhängig von einer zusätzlichen KfW-Förderung. Und je höher die durch die Sanierungsmaßnahmen erreichte Energieeinsparung ausfällt, desto höher fällt auch die Förderung aus. In Summe gibt es für ein Einfamilienhaus Fördermittel zwischen 1250 und 5000 Euro, für Häuser mit mehreren Wohneinheiten mehr.

Sämtliche Antragsformulare und weitere Informationen sind auf der Homepage der Gemeinde Isenbüttel hinterlegt.

Von Christina Rudert

Die Brandschützer müssen für den Ernstfall gerüstet sein, doch ohne Training geht’s nicht: Die Feuerwehren der Samtgemeinde Isenbüttel übten am Samstagvormittag unter realitätsnahen Bedingungen. Ein Haus-Eigentümer hatte den Einsatzkräften dafür ein Gebäude in Allenbüttel zur Verfügung gestellt

09.08.2019

Tierschutz: Geschichten, die das Leben schreibt. Heute geht es um Luise – die Katzendame ist äußerst selbstbewusst und wurde nach zwei Vermittlungen wieder zurück gebracht ins Tierheim.

09.08.2019

Die Ferienaktionswoche in der Filzwerkstatt Isenbüttel läuft noch bis kommenden Mittwoch. Wer zur Filzwoche kommt, kann seine Kreativität voll entfalten.

08.08.2019