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Isenbüttel Die Tücken eines Bauplatzes an der Allerbütteler Riede
Gifhorn Isenbüttel Die Tücken eines Bauplatzes an der Allerbütteler Riede
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09:00 06.12.2019
Vor Ort umgeschaut: Calberlahs Bauausschuss sah ein Bauvorhaben an der Allerbütteler Riede durchaus kritisch. Quelle: Ron Niebuhr
Calberlah/Allerbüttel

Mit zwei privaten Bauprojekten setzte sich Calberlahs Bau- und Planungsausschuss in der jüngsten Sitzung auseinander. Beides sah man durchaus kritisch, handelte es sich doch um die nicht genehmigte Pflasterung einer Gemeindefläche und den Bau eines Mehrfamilienhauses an der Allerbütteler Riede.

Warum die Fahrradgarage stört

Die Riede neigt bei Starkregen dazu, schnell mal über die Ufer zu treten – viele der Hochwasser geplagten Allerbütteler können ein Lied davon singen. Auf dem fraglichen Grundstück an der Dorfstraße möchte ein Investor ein vor allem für Senioren gedachtes Mehrfamilienhaus errichten. Problematisch sah der Ausschuss den geplanten Standort einer Fahrradgarage an. „Dann bleibt nicht genug Platz für die Grabenräumung“, erklärte Bürgermeister Thomas Goltermann. Ein drei Meter breiter Räumstreifen sei aber unbedingt freizuhalten, es sei denn der Eigentümer kümmere sich selbst um die Grabenräumung, sagte der Bürgermeister.

Vorgaben hinsichtlich der Gestaltung der Mehrfamilienhauses ließen sich nicht machen, da das Grundstück von keinem Bebauungsplan erfasst wird. Demnach müsse sich der Bauherr lediglich am Umfeld orientieren, erklärte Planer Hermann Schütz. Das allerdings sei bunt gemischt, „vom Ein- bis zum Mehrfamilienhaus mit Putz-, Klinker- oder Holzfassade ist alles dabei“, sagte Horst-Dieter Hellwig (UWG). Entspreche das Bauvorhaben nicht den Vorstellungen der Gemeinde, müsse sie einen B-Plan aufstellen und vorab eine Veränderungssperre verhängen, sagte Schütz. Er empfahl, stattdessen lieber mit dem Bauherrn das Gespräch zu suchen.

Erst soll der Landkreis Stellung nehmen

Der Investor versicherte dem Ausschuss, dass er das Grundstück nur zu 30 Prozent bebauen wolle. Möglich wäre dort inklusive der Nebenanlagen eine Versiegelung von 75 Prozent. Fraglich erschien allerdings, ob die Untere Wasserbehörde es genehmigt, das Grundstück entlang der Riede mit Winkelstützen aus Beton einzufassen. Der Ausschuss entschied sich mit vier Ja-Stimmen bei einer Enthaltung dazu, der Bauvoranfrage nur vorbehaltlich der Stellungnahme des Landkreises zuzustimmen.

Deshalb soll der Beton weg

In der Danziger Straße hat ein Anwohner seinen Vorgarten komplett gepflastert. Dagegen an sich wäre nicht allzu viel einzuwenden. Allerdings hat er auch einen Grünstreifen der Gemeinde, auf dem eine Hecke stand, mit grauen Betonsteinen versiegelt – ohne Genehmigung! „Das ist so nicht in Ordnung“, sagte Hellwig. Zumal die Baumaßnahme auch nicht wirklich „fach- und sachgerecht“ erfolgt sei. Einen Rückbau mochte Hellwig dennoch nicht fordern. Ralph Meyer, der neben Gunner Wiesensee als Bürgervertreter gerade neu in den Bauausschuss aufgenommen worden war, sah das anders: „Für mich sieht das nach Landgewinnung aus. Das ist alles sehr uneben gepflastert worden. Das muss alles wieder weg.“

So viel Zeit gewährt die Gemeinde

Aus Sicht der Verwaltung sei allein schon die Vorgehensweise „inakzeptabel“, sagte Goltermann. Hinzu komme die mangelhafte Ausführung der Pflasterarbeiten – eine „schiefe Fläche mit diversen Trittlöchern als Stolperfallen“. Beim Bau sei zudem ein angrenzender Weg der Gemeinde beschädigt worden. Auch sei es unzulässig, die gesamte Grundstücksfront als Einfahrt zu gestalten, sagte Goltermann. Da der Anwohner signalisierte, mit einem Rückbau einverstanden zu sein, empfahl der Bauausschuss, ihm dafür sechs Wochen Zeit zu geben.

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Von Ron Niebuhr

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